Camino Francés Tag 17 – Unerwartete Begegnung

26. Oktober 2018 – Burgos– Hontanas (32,4 km)

Der Wetterumschwung war bisher recht harmlos. Es ist zwar deutlich kälter geworden und der Wind ist zwischendurch wirklich fies, aber es ist trocken und gegen Mittag kam die Sonne wieder raus. Auch von der Strecke her bzw. der Landschaft ist es heute noch nicht so eintönig gewesen, wie befürchtet.

Bis zur Mittagspause habe ich mich heute sehr schwergetan. Wenig Motivation, schlecht geschlafen und steif wie ein Brett. Trotzdem sind Tanja und ich bis dahin 20 km weit gekommen. Ich habe mich nach einer kleinen Stärkung (das trockenste Brot aller Zeiten, ohne Butter oder Margarine, aber immerhin mit leckerer Chorizo für 3,50 €. Unverschämtheit eigentlich) dann doch entschlossen, noch einmal 10 km bis Hontanas draufzupacken. Tanja ging es allgemein nicht gut. Sie war sehr langsam unterwegs und ist dann auch in Hornillos del Camino geblieben, wo sie morgen einen Ruhetag einlegen will. Mal sehen, ob ich sie auf dem Weg noch einmal treffe, wäre schön.

Bei Rabé de las Calzadas, einem unscheinbaren kleinen Örtchen steht kurz hinter dem Ortsausgang eine kleine Kapelle. Die Tür stand offen und neugierig wie ich nun mal bin, bin ich reingegangen. Schlicht, aber trotzdem hübsch. Aber das Schönste war, dass ich von einer alten Frau ein kleines Medaillon geschenkt bekommen habe und gesegnet wurde. Das war gleichzeitig irgendwie unangenehm, da ich ja nicht wirklich „glaube“, aber trotzdem bewegend und eine wundervolle Geste.

Meine erste Etappe über 30 km. Ich bin einigermaßen geschafft, aber bei weitem nicht so platt wie nach den ersten Bergetappen. Bin mal gespannt, was meine Knie und meine Fersen diese Nacht bzw. morgen früh dazu sagen. Die Herberge scheint noch recht neu zu sein, aber für mich ist die Hauptsache, dass das Bett bequem ist und das Essen genießbar. Beides passt, von daher: Daumen hoch.

Hier in der offensichtlich pfuschneuen Herberge treffe ich das erste Mal auf einen älteren Franzosen, der mir bis Santiago noch des öfteren begegnen wird. Im Nachhinein fällt mir auf, dass es irgendwie nie zu mehr als Hallo, Buen Camino und ein bisschen Smalltalk zwischendurch gereicht hat. Komisch eigentlich, aber wir haben uns irgendwie immer in Momenten getroffen, in denen mir nicht wirklich nach unterhalten war.

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