Camino Francés Tag 39 – Fazit im Bus

17. November 2018 – Auf der Rückfahrt nach Frankfurt

Die Rückreise und ein persönliches Fazit, das ist es wohl, was am Ende übrigbleibt. …und natürlich viele, viele Erinnerungen an Orte, Personen, Momente. Ich bin tieftraurig, dass der Jakobsweg für mich zumindest fürs erste zu Ende ist.

Der Weg aus der Altstadt von Santiago in Richtung des Busbahnhofes fiel mir fast genauso schwer, wie gestern Abend das „Abschied nehmen“ vor der Kathedrale, als ich noch eine Weile über die Praza del Obradoiro gestromert bin.

Ich sitze jetzt gemütlich im Bus und bin auf den Weg nach Norden in Richtung Küste. Ein ganzer Reisebus für zwei Passagiere, das erinnert schon ein bisschen an manche Nacht in fast leeren Herbergen. Habe mich ungeniert auch über meinen Nachbarsitz ausgebreitet. Aber das WLAN lässt mich nicht rein, heute Abend gibt es also wohl oder übel keinen Film. Auch da gibt es bedeutend schlimmeres. Aber wer braucht schon Internet, wenn am Fenster eine wunderschöne Landschaft vorbei zieht?

Mit dem Meer, der Biskaya, zu meiner Linken und schönstem Wetter, wird es dann wohl Zeit, auf die letzten Wochen zurückzublicken und meinen eigenen, ganz persönlichen Abschluss des Camino Francés zu finden.

Ja, der Weg war anstrengend, insbesondere die ersten paar Tage. Ja, ab und an fehlte die Motivation, los- bzw. weiterzugehen. Alles tat weh, das Wetter war scheiße oder ich war einfach nur nicht gut drauf. Der Camino ist auch oft landschaftlich nicht besonders schön gewesen. Aber unterm Strich war es eine wunderschöne Zeit und ein tolles Erlebnis. Ich bin vor allem auch sehr dankbar, dass ich den Weg komplett ohne schlimme Blessuren überstanden habe und ihn dadurch umso mehr genießen konnte bzw. durfte. Selbst die paar Blasen an den Füßen waren höchstens ein wenig unangenehm.

Ich habe es wirklich geschafft, komplett abzuschalten. Mich nicht um Probleme des „richtigen“ Lebens zu kümmern oder auch nur daran zu denken. In den ersten Wochen ging mir so viel im Kopf rum, da hatte ich beim Laufen zwischendurch schon ordentliches Kopfkino. Insbesondere in der Meseta, wo es keine optische Ablenkung gibt. Aber irgendwann habe ich wohl alle Gedanken oft genug gedacht, denn auf einmal war der Kopf vollkommen leer. Ich bin stundenlang einfach nur gelaufen. Ein bisschen links und rechts gucken, den Weg und die Landschaft genießen. Das war wirklich großartig und wunderbar. Das ist das, was ich mir unter Freiheit vorstelle. Ich habe ordentlich Energie getankt, meine Akkus richtig voll aufgeladen. Jetzt habe ich richtig Bock auf das, was kommt. Wie auch immer das aussehen mag.

Ich war oft alleine unterwegs, aber nur selten einsam. Im Grunde genau das, was ich mir erhofft hatte. Allerdings hätte ich gerade zum Ende hin an dem einen oder anderen Tag gerne auch unterwegs ein wenig Gesellschaft gehabt. Im Nachhinein überlege ich, ob ich nicht einfach noch irgendwo einen oder zwei Tage Pause hätte einlegen sollen, um noch ein bisschen mit meinen „Mädels“ gemeinsam pilgern zu können. Aber das hätte leider nicht mehr in meinen Zeitrahmen gepasst, beide sind noch einige Tage zurück. Grundsätzlich weiß ich aber auch, dass ich viel öfter auf Leute zugehen muss, mich öffnen und einfach Mal vertrauen muss. So leicht sich das hier niederschreibt, so schwierig ist das für mich allerdings, leider.

Auch gesundheitlich geht es mir besser. Ich kann wirklich nicht behaupten, viel abgenommen zu haben, aber zumindest fiel es mir nach und nach immer leichter, längere Strecken zu laufen oder Steigungen, geschweige denn Berge, zu erklimmen. Ich habe abends kein Herzrasen mehr und auch insgesamt einen niedrigeren Puls. Seit fast 6 Wochen hatte ich keine Kopfschmerzen mehr und das Zucken am linken Auge hat auch völlig aufgehört. Insofern glaube ich schon, dass mir der Jakobsweg gut, nein, sogar sehr gutgetan hat. Irgendwo habe ich gelesen „Das erste Drittel des Weges ist für den Körper, das zweite für den Kopf und das dritte für das Herz.“ – und genau so war es. Zuerst extrem anstrengend, dann ordentlich Kopfkino und am Ende einfach nur noch genießen. Klar, ein paar Tiefen gab es auch zum Ende hin, aber trotzdem waren die letzten 100, vielleicht 150 Kilometer die Kür. Passend dazu habe ich ein Zitat gefunden:

Pilgern ist nicht vor der Welt fliehen, sondern tief Atem holen, um Freude und Leid des Lebens zu meistern.

Alexander Holzbach

Auch der Weg an sich, d.h. seine Charakteristik und das Drumherum waren außergewöhnlich. Sicher, manche Abschnitte waren fürchterlich – wer läuft schon gerne durch Gewerbegebiete oder graue Vorstädte? Anderes, ganz besonders die Meseta, war zwar total trostlos bzw. einseitig, aber doch irgendwie faszinierend. Vieles war aber einfach wunderschön – Galicien hat mich tief beeindruckt. Aber egal, wie die Landschaft war, immer, wirklich immer waren die Menschen, die man getroffen hat oder die einen begleitet haben, Pilger, Hospitaleros, oder wem man sonst begegnet ist, das eigentliche Highlight des Jakobswegs. Die offene, nette Art miteinander umzugehen, unkompliziert, hilfsbereit. Immer und überall ein „Buen Camino“. Mit Menschen aus mindestens 24 verschiedenen Ländern habe ich mich unterhalten. Selbst auf den internationalen Konferenzen, an denen ich irgendwann mal im Laufe meines Berufslebens teilgenommen habe, waren es nicht einmal annähernd so viele auf einmal.

Ich weiß nicht, ob die Gedanken oder Gefühle, die man auf dem oder für den Weg oder bei der Ankunft in Santiago hat, vergleichbar wären mit denen, die man auf seinem ersten Jakobsweg hatte. Aber ich würde den Camino Frances auf jeden Fall noch einmal gehen wollen. Allerdings nur unter zwei Voraussetzungen: Zum einen würde ich wieder nur den kompletten Weg, mindestens aber ab Pamplona laufen. Zumindest ich persönlich habe einige Zeit benötigt, um auch emotional und gedanklich auf dem Weg anzukommen. Das würde ich wahrscheinlich nicht schaffen, wenn ich z.B. nur die letzten 100 km wandern würde. Denn das wäre es wohl – eine Wanderung und kein Pilgern. Zum zweiten müssten die Umstände passen. Ich müsste also ausreichend Zeit haben, um den Weg genießen zu können. Am besten sogar noch etwas mehr als die 6 Wochen jetzt. So könnte ich nicht nur ab und an einen Ruhetag einlegen, sondern hätte vielleicht auch die Möglichkeit, mir verschiedene Dinge wie Kirchen oder Museen anzuschauen oder mir die einzelnen Etappen ganz generell individueller einzuteilen.

Beim nächsten Mal würde ich aber vermutlich zumindest auf ein paar Teilstrecken mein Gepäck von Herberge zu Herberge transportieren lassen. Auch wenn ich über die „Leichtpilger“ gemeckert habe, wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass das einfach nur eine schlaue Idee ist. Letztlich spart es viel Kraft und man braucht auch nicht so sehr darauf zu achten, beim Packen jedes Gramm zweimal zu überdenken. Auf jeden Fall würde ich wieder in den Pilgerherbergen übernachten. Dieses spezielle Flair gehört einfach dazu und die Pilger, die man dort trifft bzw. die Unterhaltungen mit ihnen sind einfach eine Bereicherung – oder besser gesagt das, was den Camino überhaupt ausmacht. Was den Standard der Herbergen angeht, gab es bis auf wenige Ausnahmen ja auch nichts zu meckern. Ich würde aber mehr Wert darauf legen, bzw. gezielt danach suchen, dass es ein gemeinsames Abendessen oder sogar Frühstück gibt. Das waren mit Abstand die schönsten und lustigsten Abende. Ich muss mir aber eingestehen, dass einige Herbergen wohl auch nur deshalb so erträglich waren, weil sie nicht wirklich ausgelastet waren. In der Pilger-Hauptsaison sieht das wahrscheinlich leider komplett anders aus.

Die Entscheidung, den Weg allein zu gehen, war richtig. Unterwegs habe ich ja selbst gemerkt, wie schwierig es ist, seinen Rhythmus, d.h. Geschwindigkeit und Pausen, anderen anzupassen. Das führt dann dazu, dass man entweder selbst total ausgepowert oder aber genervt ist. Was ich mir allerdings gut vorstellen könnte ist, dass man gemeinsam morgens ein Tagesziel festlegt und dann über den Tag schaut, wie es läuft. Vielleicht klappt es, vielleicht nicht, aber so ist jeder individuell unterwegs und abends trifft man sich ja wieder. Was ich aber auch festgestellt habe ist, dass man mit Einzelpilgern leichter ins Gespräch kommt, als mit Pärchen oder gar Gruppen. Die unterhalten sich in den meisten Fällen lieber untereinander.

Das, was ich an Kram dabei hatte, war im Großen und Ganzen ok. Klar war der Rucksack zu schwer – aber was sollte ich machen? Klamotten für einen großen und breiten Kerl wie mich wiegen halt leider auch entsprechend. Mit Ausnahme eines Paars Sneaker-Socken habe ich ansonsten alles irgendwann mindestens einmal gebraucht. Wobei ich das Tablet zu Hause lassen würde, das war eigentlich unnütz, da es im Grunde nichts gab, was ich nicht auch vom Handy aus hätte erledigen können.

Meine „große“ Kamera würde ich auch nicht mehr unbedingt mitnehmen. Abgesehen davon, dass mir die Kameratasche auf den Senkel gegangen ist, wäre eine kleinere Kamera oder auch nur die Handykamera deutlich besser gewesen, um auch „flüchtige“ Eindrücke festzuhalten bzw. zwischendurch einfach nur einen Schnappschuss zu machen. Ich bin an vielen Dingen und Orten vorbeigegangen, die ich zwar bewusst wahrgenommen habe, es mir in dem Moment aber zu aufwendig war, meine Kamera auszupacken. Im Nachhinein sehr schade, denn davon gab es jede Menge. Genauso geht es mir mit den Stempeln für den Pilgerpass. Den hatte ich gut und trocken im Rucksack verpackt und ich muss zugeben, dass es mir manchmal echt zu blöd war, den Rucksack abzusetzen und den Credential ‚rauszukramen. Daher bin ich an vielen Stellen, in denen es Stempel gegeben hätte, bewusst vorbei gelaufen. Diese kleinen Erinnerungen würde ich beim nächsten Mal auf jeden Fall mitnehmen, dafür wäre eine kleine Brusttasche perfekt, in der man alles Wichtige unterbringen kann – Handy, Geld, Taschentücher, eben den Pilgerpass und was man sonst noch so zwischendurch benötigt.

Nachdem mir jemand die „Buen Camino“-App gezeigt hat, war im Grunde auch mein Pilgerführer überflüssig. Von dem Bildband über den Camino, den ich mir in León gekauft habe, ganz zu schweigen. Den hätte es in Santiago auch gegeben und es wäre völlig ausreichend gewesen, ihn dort zu kaufen, aber naja… Leider nicht benutzt habe ich mein kleines „Spanisch für Pilger“-Buch. Ich muss gestehen, dass ich abends einfach keinen Nerv mehr hatte, mir ein paar zusätzliche Brocken Spanisch beizubringen. Mitnehmen würde ich es aber auf jeden Fall wieder, denn man kann ja nie wissen.

Keine Armbanduhr zu tragen, ja nicht einmal eine mitzunehmen, war zwar anfangs ungewohnt, aber im Endeffekt genau richtig. Es war sehr angenehm, unabhängig von der Zeit unterwegs zu sein. Geweckt wurde ich vom Handy, wenn meine Mitpilger bzw. Zimmergenossen das nicht schon erledigt hatten. Den Rest des Tages war es dann im Grunde egal, wie spät es ist, da ging es mir einzig und allein um das „Wie weit ist es noch?“.

Gamaschen und wasserdichte Handschuhe wären beim nächsten Mal sicher auch von Vorteil. Aber es ging ja auch so. Wenn ich die Sachen wirklich benötigt hätte, hätte es genügend Gelegenheiten gegeben, sie unterwegs zu kaufen.

So gerne ich meinen Hut auch mag, der Camino war wohl etwas zu viel für ihn bzw. er war dafür nicht wirklich gut geeignet. Ich würde dann eher einen Hut mitnehmen, den man leicht am oder im Rucksack verstauen oder sich sogar in die Tasche stecken kann. Am besten aus Stoff, damit er schnell trocknet. Ein Band zum festbinden unterm Kinn bei Wind wäre auch nicht verkehrt. Wasserdicht müsste er nicht einmal unbedingt sein, dafür habe ich ja die Kapuze am Poncho.

Dass die Schuhe auf gut halber Strecke durchgelatscht waren, war unschön. Vielleicht hätte ich sie schon ein, zwei Tage früher ausmustern sollen, dann wären mir die Blasen erspart geblieben. Aber bis dahin haben sie ja treu ihren Dienst versehen. Und auch die neuen Schuhe waren trotz meiner anfänglichen leichten Skepsis (Stoff/Goretex statt Leder) auch bei starkem Regen wasserdicht und sehr bequem. Wenn man die schiere Menge der alten Wanderschuhe sieht, die Pilger (leider) immer wieder am Wegesrand platziert haben, so sieht, bin ich aber wohl beileibe nicht der einzige, der sich irgendwann, irgendwo auf dem Weg neue Schuhe besorgen musste. Ob der Hirschtalg, den ich brav jeden Morgen auf meine Füße geschmiert habe, dazu geführt hat, dass ich insgesamt fast keine Probleme mit Blasen hatte, kann ich nicht beurteilen. Geschadet hat er aber wohl nicht.

Mein Rucksack hat den Camino nicht überstanden und das ärgert mich. Zum Glück konnte ich die kaputten Teile noch provisorisch reparieren. Und auch die an manchen Stellen eingerissenen Nähte haben keine „kritische“ Stelle betroffen. Aber das hätte genauso gut dazu führen können, dass ich mir irgendwo einen neuen Rucksack hätte kaufen müssen – und den hätte es nicht unbedingt im nächsten Ort gegeben. Aber es ist ja alles gut gegangen.

Spanische Wegweiser sind merkwürdig. Zumindest kann man ihnen nicht trauen. Auf dem einen ist der Weg bis zum nächsten Ort mit 15 km angegeben, man läuft 5 km und der nächste Wegweiser erzählt einem dann etwas von 14 km. Ähnlich schwankend sind die Angaben, wie weit es noch bis Santiago ist. Das kann über Tag schon mal um die 50 Kilometer schwanken. Aber keine Angabe entspricht auch nur annähernd den Zahlen in den Pilgerführern oder der App. Das liegt zum Teil wohl auch daran, dass sich die Wegführung des Camino immer mal wieder ändert und wahrscheinlich die wenigsten dann hingehen und ihre Schilder anpassen. Aber gut, so oder so – am Ende des Tages kommt es auf einen Kilometer mehr oder weniger nun wirklich nicht an, wenn man in der Herberge endlich die Schuhe ausziehen und die Füße aufs Bett legen kann.

Was das Wetter angeht, hatte ich unglaubliches Glück, das kann man gar nicht anders sagen. Im Grunde nur 3, vielleicht 4 Tage richtig schlechtes Wetter von den knapp 6 Wochen Jakobsweg – und das Ende Oktober, Anfang November. Selbst in Spanien ist das wohl eher ungewöhnlich, zumal es in Galicien ja eigentlich häufig regnet. Insofern wäre die Frage, wann im Jahr ich den Camino noch einmal in Angriff nehmen würde, schwierig zu beantworten. Im Winter keinesfalls, zu unberechenbares Wetter, es haben noch weniger Herbergen, Restaurants und Bars geöffnet und Winterklamotten wiegen einfach zu viel. Wobei der Schnee auf dem Camino ja schon sehr schön war. Im Sommer mag das Wetter gut sein, wobei es für meinen Geschmack wahrscheinlich viel zu heiß wäre. Außerdem habe ich nicht die geringste Lust, mich am Wettrennen um die Plätze in den Herbergen zu beteiligen, oder die Heerscharen von Pilgern auf dem Weg zu ertragen. Wahrscheinlich würde ich also entweder wieder so wie dieses Mal, vielleicht schon Mitte/Ende September starten oder im Frühling um Ostern. Im Frühjahr wäre alles grün und die Blumen würden blühen. Im Spätsommer wäre das Obst reif, die Sonnenblumen stünden noch auf den Feldern und es wäre noch angenehm warm. Vielleicht wären ja auch die Störche noch da, von denen habe ich ja leider nur die leeren Nester gesehen. Es würde wohl auf eine spontane Entscheidung hinauslaufen.

Ich bin ja abends spät in Saint Jean Pied de Port angekommen und am nächsten Morgen gleich gestartet. Das würde ich wahrscheinlich beim nächsten Mal anders machen, d.h. über Nacht anreisen und vormittags ankommen, dann ein bisschen Zeit zum Akklimatisieren haben, mir auch das Örtchen mal anschauen und erst am nächsten Morgen lospilgern.

Mindestens zwei Orte habe ich links liegen lassen, die ich mir auf jeden Fall noch anschauen möchte, auch, wenn es einen Umweg bedeutet: das Kloster Samos und die angeblich vom Templerorden erbaute Kirche Santa Maria de Eunate. Auch die Templerburg in Ponferrada ist innen hoffentlich genauso interessant, wie von außen.

Mittlerweile ärgere ich mich, dass ich nicht zu Fuß nach O Cebreiro gelaufen bin. In dem Fall habe ich meinem inneren Schweinehund viel zu schnell nachgegeben und mich im Endeffekt selbst verarscht. Aber sei’s drum. Beim nächsten Mal wird definitiv gelaufen, wenn mir nicht gerade die Füße abfaulen, die Knie dick wie Melonen sind oder es draußen Weltuntergangswetter hat.

Aber egal, was vielleicht einmal sein wird – so wie ich den Jakobsweg für mich ganz persönlich beim ersten Mal erlebt habe war es auf jeden Fall eines: Einfach perfekt!

Auch wenn dies hier wahrscheinlich kaum eine*r (hoffentlich nicht: niemand) meiner Mitpilger*innen jemals zu Gesicht bekommt – ich danke Euch allen von ganzem Herzen, dass ihr mich auf meinem Weg begleitet, unterstützt, zum Lachen gebracht, zum Nachdenken angeregt, geerdet habt.

Die Busfahrt verläuft ruhig und bis Bilbao bleibt der große Bus ein Zweimann-Taxi. Erst dann steigt eine große Gruppe zu, von der ich mitbekomme, dass sie auch bis nach Paris fährt. An der französischen Grenze gibt es einen längeren Tankstopp, den ich dazu nutze, mir an der zugehörigen Raststätte etwa zu essen und zu trinken zu holen. Ich komme mir extrem dämlich vor, als ich beim Bäcker stehe und mit partout nicht das Wort „Baguette“ einfallen will. Stattdessen stammele ich etwas von Bocadillo und Brot… Manchmal wundere ich mich, wie ich überhaupt bis heute überleben konnte…

Die Fahrt durch Frankreich zieht sich länger als gedacht – es ist die zweite Woche der Gelbwesten-Proteste. Die Demonstrationen zwingen den Bus dazu, einige Umwege zu fahren, insbesondere in Bordeaux, wo wir mitten in der Nacht eine unfreiwillige Stadtrundfahrt bekommen… Aber bis Paris holen die Fahrer einiges der Verspätung wieder auf. Wobei das aus meiner Sicht gar nicht unbedingt notwendig gewesen wäre, um so länger muss sich nämlich auf meinen Bus nach Frankfurt warten. Aber auch die Wartezeit lässt sich mit einem kurzen Spaziergang zur Seine überbrücken. Ganz klein kann man hinter einer Flussbiegung sogar Notre Dame erahnen. Ich setze mich in die Sonne und genieße das Leben.

2 Gedanken zu “Camino Francés Tag 39 – Fazit im Bus

    1. Vielen Dank für Dein Feedback. Ja, der Camino ist definitiv etwas, auf das man lange, lange zurückblicken und sich daran festhalten kann.

      Mit der Demenz lasse ich mir noch etwas Zeit 😉

      Liken

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