Life-Hack: Fit werden auf dem Weg zur Arbeit

Ein nicht ganz (ok – gar nicht) ernstzunehmender Beitrag über Mimimimi

Bewegung tut gut. Um wenigstens ein bisschen frische Luft während meines Arbeitsalltags zu bekommen, habe ich mir angewöhnt, zu Fuß zur Arbeit zu laufen. Gut 2km hin und entsprechend abends wieder zurück. Auch wenn mir der Weg morgens manchmal deutlich länger vorkommt, das hat bestimmt etwas mit der Relativitätstheorie zu tun. Mein Arbeitsweg ist sicherlich nicht der schönste, bei einer Wanderung wäre ich froh, so einen Abschnitt hinter mir zu haben. Aber so langsam geht die Sonne früh genug auf, dass ich morgens in den Sonnenaufgang laufe. Ab und zu klappt es abends in die andere Richtung auch mit dem Sonnenuntergang. Zusammen mit Musik auf den Ohren ist das also alles erträglich.

Vor einigen Jahren habe ich für ein Projekt in Hamburg gearbeitet. Da bin ich auch jeden Tag zu Fuß gelaufen. Allerdings durch den alten Elbtunnel nach Steinwerder – und den Tunnel konnte ich irgendwann echt nicht mehr sehen. Mit der Fähre von den Landungsbrücken überzusetzen reduziert zwar die tägliche Schrittmenge, ist bei schönem Wetter aber auch ein Träumchen.

Aber zurück zum Thema bzw. zurück dazu, weshalb ich das hier überhaupt schreibe. Langeweile. Ganz einfach. Ich bin krank geschrieben (bzw. war es, als ich den Unfug hier verzapft habe) und abgesehen von schnäuzen, husten, Tee kochen und schlafen halte ich mich auf diese Weise vom intellektuell herausfordernden Vor- und Nachmittagsprogramm im TV ab. Dass ich krank bin, hat im übrigen nichts mit der folgenden Geschichte zu tun.

Also, beginnen wir mit…

Schritt 1: Beweg Dich!

Wie schon gesagt, zu Fuß zur Arbeit gehen sorgt von ganz alleine für Bewegung. Ohne Schnickschnack, aber vernünftige Schuhe ziehe ich mir trotzdem an. Einfach weil es bequemer ist, im Büro* werden die Schuhe dann gewechselt, ich muss ohnehin Sicherheitsschuhe tragen, wenn ich in meinen Fertigungsbereich gehe.

Vielleicht bin ich ja masochistisch veranlagt, aber ich finde es ab und an auch richtig toll, im Winter dick eingemummelt durch die Kälte zu laufen (fiel diesen Winter bisher aus wegen ist nicht…) oder mit meinem großen Familienschirm bewaffnet durch den Regen. Ich weiß nicht was, aber das hat was.

Bonuspunkte gibt es für ein zügiges Tempo, um für einen anstehenden Termin pünktlich zu sein.

Schritt 2: Repeat

Am Ziel angekommen, stelle fest, dass Du Deine Schlüsselkarte vergessen hast. Schließlich hattest Du gestern ja eine andere Hose an und die Karte hängt noch samt ihrem Clip an der Gürtelschlaufe.

Natürlich hast Du ja nette Kollegen, die Dich reinlassen. Aber das bringt Dir nichts, weil Du ohne die Karte weder in deinen Arbeitsbereich kommst, noch Deine Anwesenheit für die Feuerwehr erfassen kannst (wenn es brennt müssen die Jungs und Mädels halt wissen, wer, wo, wie viele).

Also kehrt marsch! Vom Büro aus fährt zwar auch ein Bus bis fast vor die Haustüre, aber bis der kommt, bist Du auch zu Fuß wieder daheim. Die Treppe hoch zur Wohnung gibt Deinem Puls noch einmal einen echten kick. Die hektische Suche nach der Karte – schließlich ist sie doch nicht da, wo Du vermutet hast – sorgt dafür, dass der Puls auch nicht allzu sehr wieder abfällt. Nach unten darf die Treppe dann durch das beherzte auslassen jeder zweiten Stufe auch zügig absolviert werden.

Diesmal gibt es – wir erinnern uns an den einzuhaltenden Termin – doppelte Bonuspunkte für zügiges Tempo. Einen zusätzlichen Bonus bekommst Du, wenn Du trotzdem nicht komplett durchgeschwitzt wieder auf der Arbeit ankommst.

Schritt 3: Zirkeltraining

Immer mit Blick auf die Uhr führt der Weg zunächst zur Verpflegungsstation, vulgo Kaffeemaschine. Der Elektrolythaushalt ist schließlich wichtig.

Anschließend darfst Du durchaus noch ein wenig hektisch die letzten Dinge für Deinen Termin vorbereiten. Denn das hast Du ja am Vortag noch nicht alles fertig gemacht, weil „morgen ist ja Zeit, gehe ich halt eine halbe Stunde früher zur Arbeit“.

Den Adrenalinpegel immer im Blick, ist der Termin dann auch so richtig schön sinnfrei. Das ist aber kein Problem, weil Du im Anschluss gleich wieder Puls bekommst, denn für die nächsten Stunden läuft nichts auch nur annähernd so rund, wie es solle und du läufst von Pontius zu Pilatus.

Bonuspunkte sind in dieser Phase übrigens nicht zu holen. Im Gegenteil, viel eher gibt es Minuspunkte für schlechte Laune.

Schritt 4: Erholungsphase

Eine kurze Verschnaufpause kannst Du durchaus einlegen (andere nennen es Mittagspause). Aber nicht übertreiben, um nicht aus dem Rhythmus zu kommen.

Intervalltraining ist das Zauberwort, daher setzt Du Dich doch schließlich an Deinen Schreibtisch, um den Kreislauf herunterzufahren. Durch einarmiges Reißen (wahlweise Kaffee oder Wasser) unterstützt Du den Flüssigkeitshaushalt Deines Kreislaufes (denk an die Elektrolyte!). Diese Phase sollte allerdings nicht zu lange anhalten, schließlich muss Haltungsschäden durch zu langes Sitzen vorgebeugt werden.

Also startest Du zügig mit…

Schritt 5: Lockeres Auslaufen

Sofern Du über Tag nur still in der Ecke gesessen hast, solltest Du überlegen, ob Du dich noch einmal warm laufen muss oder sogar Deine Muskeln dehnst. Für gewöhnlich kannst Du gleich vom Schreibtisch aus starten, denn irgendwann heißt es „Feierabend“.

Den Weg nach Hause nimmst Du in lockerem Tempo in Angriff, denn für heute hast Du keine Termine mehr. Für gleichmäßige Schritte sorgt der Rhythmus der Musik, die aus denen Kopfhörern dröhnt. Immer schön im Takt bleiben.

Allerdings ist das Training für heute noch nicht abgeschlossen. Denn vor Deiner Haustüre stellst Du fest, dass sie selbiges natürlich ist, Du aber Deinen Schlüssel auf dem Schreibtisch im Büro hast liegen lassen. Daher heißt es auch hier wieder:

Schritt 6: Repeat

Ein letztes Mal sind heute Bonuspunkte zu holen. Denn auf einmal hast Du einen neuen Termin: Die Alarmanlage in der Firma! „Der Letzte macht das Licht aus“ stimmt zwar auch, aber in Deinem Fall schaltet der nette Kollege gleich auch die Alarmanlage ein. Die Du selbst immer noch nicht schalten kannst, denn Deine Schlüsselkarte hat die IT hierfür noch nicht freigeschaltet.

Also zack, zack. Den Bus zu nehmen ist natürlich auch diesmal wieder keine Option. Einen weiteren Bonuspunkt gibt es übrigens für blindes Vertrauen, denn schließlich könnte man ja auch einen der Kollegen anrufen und darum bitten, auf Dich zu warten. Das wäre allerdings zu einfach.

Dass Du dir darüber Gedanken machst, ob die Umhängetasche, die Du immer auf die Arbeit mitnimmst, für diese Art Training nicht doch unpraktisch ist und Du vielleicht einen Rucksack benutzen solltest, ist nur natürlich… Für gewöhnlich „trainierst“ du ja nur mit einfachen Strecken und dafür ist die Tasche absolut ok.

Hast Du es dann ins Büro geschafft und den Schlüssel zur Freischaltung des letzten Levels erobert (also Deinen Wohnungsschlüssel vom Schreibtisch eingesammelt), geht es ein letztes Mal für heute auf die Runde. Diesmal ist es wirklich Zeit, den Kreislauf ein bisschen zu entlasten und ganz gemütlich zu gehen. Trotzdem steht am Ende natürlich noch einmal die Treppe an. Aber danke des heutigen Trainings ist das ja jetzt die leichteste Übung.

Schritt 7: Entspannen

Schuhe aus und zügig unter die Dusche. Dann in aller Ruhe auf das Sofa sinken und sich möglichst wenig bewegen.

Durch tiefenentspanntes Eindösen schaltest Du einen geheimen Bonus frei. Den gibt es nämlich dafür, den Mist des Tages zu Hause nicht mehr in Gedanken durch zu kauen. Das ist wahrscheinlich die schwerste Übung des Tages…


Ich mag meine Arbeit, wirklich. Ich mag meine Kollegen, zumindest die allermeisten davon. Ich kann auch mit Stress umgehen und so leicht wirft mich nichts aus der Bahn. Aber es gibt so Tage… Wenn man dann die Nacht vorher noch schlecht geschlafen hat, kann da nichts Gutes mehr draus werden. Um es mit einem Fußball-Zitate-Klassiker zu sagen:

Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!

Andreas Brehme

In diesem Sinne – immer locker bleiben.


*: Wenn ich schreibe „Büro“ meine ich zwar den Raum, in dem mein Schreibtisch steht, aber im Endeffekt halte ich mich da vielleicht 25% meiner Zeit auf.

5 Gedanken zu “Life-Hack: Fit werden auf dem Weg zur Arbeit

  1. Sonja M

    Na, dann kann man doch sagen: Läuft bei Dir 😉 Ich bin dieses Jahr auch schon 2x zur Arbeit gelaufen, allerdings habe ich knapp 6 km (eine Richtung), da brauche ich schon ’ne Stunde für, und gutes Wetter. Aber bevor ich auf den Jakobsweg gehe, werde ich das wohl noch ein paar Mal machen. Training ist Training. LG aus dem stürmisch nassen Schwarzwald.

    Gefällt 1 Person

    1. Klar läuft es! Manchmal rückwärts oder vor die Wand, aber es läuft 😅
      Aber ernsthaft – von solchen Kleinigkeiten lasse ich mir normalerweise nicht die Laune verderben. Aber meine Schusseligkeit hat an dem Tag meine schöne Zeitplanung arg durcheinandergebracht und es wurde etwas unentspannt…

      6km durch den Schwarzwald laufen… Da würde ich auch nicht nein sagen – bei schönem Wetter kann ich mir schlimmeres vorstellen. Nur sollte ich dann ganz bestimmt nicht meinen Schlüssel vergessen 😂

      Ich habe mir über Karneval ein paar Tage frei genommen und schwanke noch zwischen endlich mal wieder Karneval in Köln oder Wandern… Ich glaube, ich warte ab, was die Wetterfrösche sagen und entscheide dann spontan.

      Liebe Grüße zurück aus dem nicht minder regnerischen Aachen

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