Alles geht besser mit Musik!

Über Homeoffice und wilden Aktionismus

Auch wenn ich stundenweise in die Firma muss, um verschiedenste Dinge zu erledigen, die definitiv nicht über das Internet – oder wie es so schön neudeutsch heißt: „Remote“ – funktionieren, bin ich seit inzwischen 10 Tagen im Homeoffice.

Zugegeben, ich habe hier keine kleinen Kinder herumlaufen, aber auch so finde ich, dass ich nicht allzu effizient arbeite. Es gibt schlichtweg zu viele Ablenkungen – und sei es, dass mir spontan einfällt, dass der Müll ja auch dringend wieder runter müsse.

Telefonkonferenzen oder Web-Meetings finde ich in vielen Fällen auch herrlich daneben. Bei dem einen geht der Ton nicht, der andere hat eine schlechte Verbindung, der dritte kann sich gar nicht erst einwählen und der Rest sieht die Daten nicht, die der vierte eigentlich gerade teilen möchte. Eigentlich zum schießen 😆

Trotzdem ist es auch irgendwie merkwürdig, den ganzen Tag lang die Wände um sich herum zu haben, die man für gewöhnlich nur morgens, abends und am Wochenende sieht.

Aber hey, das soll keine Beschwerde sein! Ganz und gar nicht. Immerhin kann ich mangels Arbeitsweg morgens länger schlafen. Na gut, ich könnte, denn meistens werde ich trotzdem zur gewohnten Zeit wach. Aktuell habe ich mir meinen Laptop geschnappt und mein Arbeitszimmer gegen meinen Balkon getauscht. Ja, es ist Samstag – aber wenn ich unter der Woche mir schon den Luxus gönnen kann, zwischendurch auch mal eine halbe Stunde die Füße hochzulegen, dann kann ich fairerweise auch am Samstag ganz in Ruhe und in meinem Tempo ein bisschen was schaffen.

Ansonsten wäre das Wetter perfekt, um draußen die frische Luft zu genießen. Aber abgesehen von einer größeren Runde um dem Block, habe ich noch genug zu tun. Schließlich bleibt unter der Woche sooooo viel liegen. Egal, wie lange man zu Hause ist *hüstel*. Staubsaugen heute Morgen war zwar einigermaßen sinnfrei, denn da ich Fenster und Türen sperrangelweit offen habe, wehen hier wieder fröhlich Blätter und Pollen durchs Wohnzimmer. Aber hey, irgendwas ist ja immer.
Wäsche wachen, den Müll (wieder…) runterbringen, spülen, …. Das Bad müsste auch noch geputzt werden. Ebenso alle Fenster. Die Schmutzschicht könnte natürlich auch als natürlicher Sepia-Filter durchgehen. Aber erst einmal ein, zwei, drei Käffchen. Pause muss sein.

Ganz tief im Hintergrund schlummert noch der Gedanke an die ausstehende Steuererklärung. Aber SO langweilig ist mir dann doch noch nicht. Eigentlich drücke ich mich da immer ewig vor, nur um dann festzustellen, dass das Sortieren der Unterlagen immer am längsten dauert und die Erklärung selbst dann in einer halben Stunde fertig ist. Jedesmal nehme ich mir dann vor, „ab jetzt“ die Unterlagen aber auch wirklich „immer“ direkt abzuheften. Klappt nur nie. Muss genetisch sein 😇 Dieses Jahr wird es aber auch eine Stufe komplizierter, denn der ganze Mist mit Arbeitslosengeld und Umzug kommt diesmal ja noch dazu. Aber auch das ist ja kein Hexenwerk, wenn der innere Schweinehund erstmal überredet wurde, damit anzufangen.

Ich könnte auch endlich mal wieder Gitarre spielen, nachdem ich gestern schon neue Saiten aufgezogen habe. Allerdings ist es mit spielen nicht so weit her. Eher klimpern, denn viel mehr als ein paar Akkorde kann ich nicht und umgreifen dauert auch ewig. Ich habe es halt nie richtig gelernt und in den letzten Jahren auch viel zu wenig geübt. Ein ungepuzzeltes Puzzle habe ich auch noch im Regal liegen. Mit meinem Spanischkurs könnte ich auch endlich mal anfangen, Corona (Mistviech!) sei Dank, habe ich da ja ungewollt ausreichend zeit für.
Menschenskind, was man so alles machen könnte. Wow. Wenn ich dann auch nur mal den Hintern hoch bekäme…

Für meinen Caminho hatte ich mir bei einem allseits bekannten Online-Musik-Portal eine Playlist angelegt. Eine wilde Mischung aus Gute-Laune-Songs, Liedern, die mir aus verschiedensten Gründen etwas bedeuten und Stücken, die mir einfach nur helfen, stupide einen Fuß vor den anderen zu setzen.
Aber wer sagt denn, dass die Musik nur für diesen einen Zweck da ist? Bei mir dudelt es schon seit Tagen immer wieder durch die Wohnung. Auch wenn das bei der Arbeit zusätzlich ein wenig ablenkt – ein Wendler-freies EGAL!
Party On, Wayne! Party On, aber nur maximal 2 Personen und mit 1,5m Abstand zueinander, Garth!


Ihr seit herzlich eingeladen, meiner persönlichen Hitliste zu lauschen. Also Lautstärke hoch, Shuffle an und los. Vielleicht ist ja auch dieser eine Song dabei, den „ich schon ewig nicht mehr gehört habe“. Dann schwingt von mir aus auch gerne das Tanzbein oder singt, grölt, schreit mit – in den Fällen hätte ich gerne ein Foto oder besser noch ein Video 😉 Hauptsache Ihr habt in diesen interessanten Zeiten ein lächeln auf den Gesicht.

Bleibt gesund und lasst Euch nicht die Laune verderben. Wie gesagt: Mit Musik geht alles besser.

9 Gedanken zu “Alles geht besser mit Musik!

  1. My Aurora P

    Herrlich ehrlich. Der Abschnitt mit der Steuererklärung könnte O-Ton auch von mir kommen. Ich hab sehr geschmunzelt.
    Halt die Ohren steif und bleib gesund!
    Gruß, Aurora

    1. Klar bin ich ehrlich – mit der Steuererklärung scherzt man ja auch nicht 😉

      Gestern bei schönstem Frühlingswetter in der Sonne gesessen, heute gucke ich aus dem Fenster dem Schneetreiben zu. Der April ist ein bisschen früh dran. So oder so könnte es mir bedeutend schlechter gehen. Das Buch, das ich gestern neu angefangen habe, begeistert mich aber momentan gar nicht. Luxusproblem.

      Viele Grüße und Gesundheit
      Stefan

  2. Sonja M

    Lieber Stefan, Deine Beschreibung gibt arbeitstechnisch so ziemlich exakt meinen derzeitigen Tagesablauf wieder, besonders die Telefonkonferenzen… denen man zwischendurch auch schon mal auf dem Balkon lauschen kann, jedenfalls bis sich die Kollegen über das permanente Vogelgezwitscher beschweren.

    Dazu gibt es über den Tag immer mal meine Camino-Playlist… frei nach dem Zitat aus Wayne’s World „Beginnen wir den Tag doch mit ner Prise Bohemian Rapsody!“, im Übrigen ein Film in den frau nur geht, weil der Freund ihn sehen will. Und nein, ich gehöre bestimmt nicht zu denen, die den Gefährten zum zehnten Mal in Pretty Woman schleifen würden. Ich stehe selbst eher auf SciFi und Dystopie à la Alien oder Bladerunner.

    Bleib gesund! LG aus dem Schwarzwald, SonjaM

    1. Ich habe während einer Telefonkonferenz letztens völlig geistesabwesend einfach mal Musik aufgedreht. Aber das ist ja noch gar nichts, im Netz kursieren Videos von Leuten, die währenddessen ihren Laptop einfach mal mit aufs Klo genommen haben…

      Bohemian Rapsody gehört natürlich auch zu meiner Playlist. Den Beitrag habe ich spontan auch entsprechend mir einem passenden Bild ergänzt 😏
      Queen waren ohnehin bei mir schon immer ganz weit vorne. Ich glaube, es gab und gibt keine andere Band mit so einer Bandbreite verschiedener Stile, einfach großartig. Habe alle Alben – physisch im Regal, nicht einfach nur digital.

      Wayne’s World ist eigentlich echter Trash, wären da nicht der Soundtrack und die doof-kultigen Sprüche. Mit Mike Myers habe ich übrigens zusammen mal ein Bier getrunken 😎

      Bleiben wir doch gleich bei Filmen bzw. SciFi – passt erschreckend gut in diesen Tagen:
      Live long and prosper 🖖

  3. Mit Musik fällt es wesentlich leichter
    Die Nachbarn hören hier (ungewollt) seit Tagen Time after the Time als Cover von Seven (Bin taub auf einem Ohr da dreht man automatisch etwas lauter.
    Wir haben das Glück hinterm Haus hat jeder ein kleines Stück Garten, ist zwar winzig aber enorm hilfreich gerade
    Spanisch lernen steht bei mir auch auf der to do

    Bleib Gesund

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