California dreamin‘

Roadtrip Südwesten USA – Teil 1

Im Grunde müsste dieser und der folgende Beitrag unter dem Motto stehen

Verdammp lang her!

…denn schließlich der Trip inzwischen schon 12 Jahre her. Aber aus Gründen, die – heutzutage ja kaum zu glauben, aber wahr! Ich schwör! – ausnahmsweise nichts mit Corona zu tun haben, habe ich mir einen Schwung meiner alten Fotos und Reiseutensilien angeschaut. Dabei sind mir zu dieser Reise so viele Dinge wieder eingefallen, die mich auch nach all der Zeit wieder zum Lachen gebracht haben.

et ess paar Johr her, doch die Erinnerung fällt nit schwer, hück kütt mer vüür, als wenn et jestern wöör.

BAP / Wolfgang Niedecken: Verdammp lang her

Deshalb läuft der erste Teil des Berichtes über diesen Roadtrip unter der Überschrift:

San Francisco, oder: Keine Blumen im Haar und keine zerrissenen Jeans. Aber trotzdem saugeil!

Marius. Ein Arbeitskollege. Wir haben am selben Tag als Assistenten am Institut für Schweiß- und Fügetechnik der RWTH Aachen angefangen. Haben dann auch gleich gemeinsam unseren Einstand gegeben. Das war 2006. Zeit des Sommermärchens. Am Abend gab es das WM-Spiel GER-POL (für die Statistiker: Endergebnis 1:0, Tor: Oliver Neuville 90′). In der großen Versuchshalle des Instituts hatten wir Leinwand und Beamer aufgestellt, vor der Halle wurde gegrillt und der Kühlwagen voll Bier stand vorm Hallentor. Man kann sich also denken, dass es unterm Strich ein vollends gelungener Abend war.

Irgendwann war das Spiel zu Ende, die Leute sind gegangen. Nur wir zwei Gastgeber waren noch da, wir mussten ja schließlich noch aufräumen. Allerdings war der Bierkasten noch nicht leer, das kann man ja nicht so lassen! Also haben wir beschlossen, das Licht wird erst ausgemacht, wenn die Kiste leer ist. Gesagt getan. Irgendwann – es muss so gegen 3 Uhr nachts gewesen sein – kam die Hochschulwache vorbei und wollte wissen, was wir denn da treiben. Wir haben ihnen ganz wahrheitsgemäß erzählt (oder eher vorgelallt 🥴), was Phase ist. Ich weiß bis heute nicht, ob die Jungs sich köstlich amüsiert haben oder nur Mitleid hatten. Jedenfalls meinten sie nur „Na, ok. Aber macht das Licht aus und schließt ab, wenn ihr fertig seid.“

Um es mit Barney Stinson zu sagen: Der Abend war Legen… Achtung, es kommt! …där! Bis heute haben wir damit im Institut Maßstäbe gesetzt – und die Kollegen waren und sind da bis heute eigentlich keine Kinder von Traurigkeit 😎

Marius und ich waren also von Beginn an ziemlich dicke. Daher sollte es auch nicht verwundern, dass wir irgendwann beschlossen haben, gemeinsam die USA unsicher zu machen. Wie genau wir auf die USA kamen, weiß ich heute gar nicht mehr. Aber dass es San Francisco bzw. generell die Westküste mit ein paar „Attraktionen“ im Landesinneren sein sollte, stand dann eigentlich schnell fest.

Drei Wochen Urlaub, davon wollten wir die ersten 5 Tage in San Francisco bleiben und dann mit einem Mietwagen die Highways unsicher machen. Vorab hatten wir also nur drei Dinge gebucht – Hin- und Rückflug, den Mietwagen und das Hotel in SF für die ersten Tage. Der Rest sollte dann frei Schnauze gehen.

Die Anreise

Zwar keine Billigairline, aber Northwest Airlines kam da seinerzeit schon ziemlich nah ran. Aber der Preis war – auch dank des damals schon fast unanständig guten Kurses € zu $ – unschlagbar. Nonstop gab es nicht, wir wollten auch nicht ewig unterwegs sein und daher wurde es ein Flug mit Zwischenstopp in Detroit.

Würde ich heute definitiv und unter keinen Umständen mehr so machen! Der Flug über den großen Teich war schon schlimm genug. Die enge Bestuhlung hätte jedem Malle-Ferienflieger zur Ehre gereicht. Aber in Detroit aussteigen und dann nach einer knappen Stunde wieder in eine, diesmal NOCH engere Sardinenbüchse einzusteigen, war der Horror. Die totale Übermüdung durch den Jetlag tat ihr übriges. Beim nächsten Mal gibt es beim Zwischenstopp eine Übernachtung. Der Rückflug lief übrigens genauso, allerdings hatte man da nach 3 Stunden Inlandsflug noch die knapp 8 Stunden über den Atlantik vor sich. Träumchen!

Dass wir hier am Flughafen nicht verhaftet worden sind, gleicht auch einem Wunder – und das gleich zwei Mal…
Das erste Mal geht auf meine Kappe. Wir mussten vom internationalen Terminal in das für Inlandsflüge wechseln. Das Gepäck wurde dabei auch ausgecheckt und wir mussten das ganze Gerödel einmal quer durch den Flughafen schleppen. Ich war schwerst genervt und total übermüdet. Beim Security-Check, um das Terminal überhaupt erstmal verlassen zu dürfen, ist mir irgendwie der Rucksack aufgegangen, und mein ganzes Kleinzeug ist durch die Gegend geflogen. Ich habe geflucht, wie ein Kesselflicker, was einen der Security Mitarbeiter auf den Plan gerufen hat. 1000 Mal entschuldigt, aber ich habe den leisen Verdacht, der hätte mich am liebsten der Homeland Security überantwortet.
Der klare Gewinner war an dem Tag aber Marius. Reiserucksack geschultert, große Reisetasche vorne auf die Brust geschnallt. Er spielt die ganze Zeit mit den Packriemen der Tasche rum. Irgendwann, mitten in der Flughafenralle reißt er an einem der Riemen und brüllt „Dschihad!“ Ich war glaube ich noch nie in meinem Leben so bleich im Gesicht. Insgeheim habe ich uns beide schon in Guantanamo gesehen! Dass die uns da nicht weggesperrt haben, war pures Glück. Marius hätte ich in dem Moment am liebsten standrechtlich erschossen…

Abgesehen von diesem „Spaß“ hat die kurze Wartezeit natürlich nicht für viel mehr gereicht, als sich am Flughafen einen Kaffee zu kaufen und ein-, zweimal auf uns ab zu laufen. die Aussicht auf Detroit beschränkte sich daher auf das bisschen, was man bei An- und Abflug durch das Fensterchen gesehen hat. Uns hat das allerdings gereicht, um der Stadt den Spitznahmen „Concrete City“ zu verpassen. Wenn ich die Stadt mit einem Wort beschreiben müsste: Grau.

Trotzdem sind wir dann irgendwann in San Francisco gelandet. Da ging es mit dem Auschecken und dem Gepäck recht zügig und Marius war brav. Wir beide hatten keinen Nerv mehr, um irgendwie mit Bus oder Bahn in die Stadt zu fahren, also ab zum Taxistand. Zielsicher hält ein Lincoln Town Car vor uns. Wer die Karren nicht kennt: Die Ausmaße entsprechen in etwa einem Maybach Mercedes oder einem Rolls Royce. Die Qualität leider eher einem montags montierten VW Golf. Wir stehen also davor, jeder zwei große Taschen dabei (Also wirklich große! Allerdings halbleer, denn bei dem Dollarkurs kann man ja super vor Ort einkaufen). Der Fahrer öffnet den Kofferraum – und wir haben Fragen. Denn zwei riesige Gastanks füllen den Kofferraum derart aus, dass sich das Volumen von „Ladefläche 7,5t LKW“ auf „kleines Schminkköfferchen“ reduziert hat. Mit Mühe stopfen wir eine unserer Taschen da doch irgendwie zwischen. Eine zweite wandert auf den Beifahrersitz und die beiden anderen plus unser Handgepäck stapelt sich zwischen Marius und mir auf der Rückbank.

Die Fahrt bis zum Hotel in der Innenstadt ist ein, nunja, Erlebnis. Für den Fahrer existiert so etwas wie ein Tempolimit offensichtlich nicht. Wir vermuten daher immer noch stark, dass das Auto gar nicht mit LPG angetrieben wurde, sondern dass das im Kofferraum schlichtweg der Welt größte Nitro-Einspritzanlage war und wir in einem Stuntfahrzeug für Fast ’n Furious saßen. Aber geschenkt, so sind wir jedenfalls zügig angekommen. Dass der Fahrer aber unterwegs Geräusche von sich gibt, die irgendwo zwischen extremem Schnarchen, schwerem Schluckauf und nach Atem ringen aufgrund eines Herzinfarktes rangieren, treibt uns ein wenig den Angstschweiß auf die Stirn und wir werfen uns vielsagende Blicke zu. Aber wir kommen nicht nur schnell, sondern auch heil an. Immerhin.

Unser Hotel liegt direkt am Union Square, viel zentraler geht es in SF nicht mehr. Nach müde kommt bekanntlich doof, also halten Marius und ich es für eine super Idee, noch ein Absackerbierchen in der Bar um die Ecke zu schlürfen. Gesagt, getan – und kaum, dass wir am Tisch sitzen, preist eine äußerst attraktive Kellnerin schon das „famous local beer“ an. Wir denken uns, dass so ziemlich alles besser sein dürfte, als die amerikanische Standard-Plörre, also her damit. Was dann kommt, hat aber keiner von uns erwartet, wir verziehen synchron das Gesicht. O-Ton Marius: „Katzenpisse!“ Ich weiß leider nicht mehr, wie dieses exquisite Getränk heißt, sonst könnte ich Euch warnen. Bah! Was zur Hölle hat sich der Brauer dabei gedacht? Da hat doch einer das schale Wasser aus der Spüle ins Glas getan! Die Kellnerin ist noch keine 5 Meter weg vom Tisch, da bestellen wir also die zweite Runde. Samuel Adams gibt es nicht (mMn eines der wenigen gut trinkbaren Biere da drüben) und wir haben keine Nerven mehr, um in die Karte zu gucken. also gibt es Bud. Daran kann man vielleicht erahnen, wir groß unsere „Not“ zu diesem Zeitpunkt war 😅

Es war ein verdammt langer Tag und wir beide beschließen, es bei diesem einen „Bier“ zu belassen, um unser Glück nicht noch weiter herauszufordern. Viel mehr, als total erschöpft in unsere Betten zu fallen, schaffen wir dann aber so oder so nicht mehr.

Hardcore Stadtrundgang in 4 Teilen

Jetlag sei Dank, sind wir beide schon um 6 Uhr morgens wach. Sich noch einmal rumzudrehen und die Decke über den Kopf zu ziehen bringt nicht viel, also starten wir gleich in den Tag. Je schneller man sich in die neue Zeitzone zwingt, desto schneller geht die Umstellung. Außerdem hat man so ja einiges vom Tag.

Der kälteste Winter den ich je erlebte, war ein Sommer in San Francisco

Marc Twain

Da können wir nur drüber lachen. Es ist herrliches Wetter, Sonnenschein pur. Im Laufe der kommenden Tage muss sogar unser Vorrat an Sonnencreme nachgefüllt werden.

Wer die erste Wolke findet, hat gewonnen

Marius

Zumindest an den ersten zwei Tagen ist das ein eher langweiliges Spiel. Es gibt schlichtweg keine einzige Wolke am Himmel. Auch, dass die Golden Gate Bridge eigentlich „immer“ mindestens zur Hälfte im Nebel steckt, halten wir für ein Gerücht. Viel optimaler könnte es also gar nicht sein, um die Stadt zu Fuß zu erkunden. Und, weil das ja nun wirklich zu einem Besuch in San Francisco absolutes Pflichtprogramm ist, ab und an per Cable Car.

Halb draußen am Cable Car dranzuhängen und während der Fahrt zu- oder absteigen ist (oder war es zumindest damals) zwar nicht verboten, wird aber nicht unbedingt gerne gesehen. Immer mal wieder achten Leute nämlich nicht auf den Verkehr und hüpfen beim absteigen vors nächste Auto. Spaß macht es aber trotzdem. Also das draußen dranhängen, nicht das überfahren werden. Einen Besuch im Cable Car Museum kann ich im übrigen jedem Empfehlen, der ein paar Stündchen mehr Zeit in SF verbringt. Eintritt frei und wirklich interessant. Hier befindet sich auch das Cable Car Power House, also wenn man so will der „Motor“ des gesamten Cable Car Systems.

Ich kann heute gar nicht mehr sagen, was, wann, wo, wie wir unsere Streifzüge durch die Stadt zusammengestellt hatten. Anhand der Fotos habe ich es zwar versucht, aber letztlich ist es ja auch egal. Wir sind jeden Tag bei schönstem Wetter unterwegs gewesen. Die Innenstadt, der Hafen, Fisherman’s Wharf, zu Fuß über die Golden Gate, Alcatraz.

Mal eben über die Golden Gate Bridge zu laufen, ist gar kein Thema. Von Seite der Stadt aus geht es durch einen kleinen Park über eine Rampe direkt auf den Fußgängerweg. Der Weg rüber zieht sich dann allerdings wie Kaugummi bzw. er ist doch deutlich länger, als man meint. Dafür wird man aber mit einem unschlagbaren Ausblick entschädigt. Von der anderen Seite wieder weg zu kommen ist dann ein bisschen schwieriger, möchte man nicht auch wieder zu Fuß zurück. Wir hatten das große Glück, dass nach ein paar Minuten einer dieser Hop-on-hop-off-Sightseeing-Busse dort am Parkplatz hielt. Wir haben den Fahrer dann bequatscht, so dass er uns für 5$ wieder mit in die Stadt genommen hat. Also gab es ein Cabrio mit Chauffeur. Hat auch was.

Alcatraz fand ich persönlich ganz spannend. Völlig unabhängig von Al Capone oder dem von Burt Lancaster im Film verkörperten Birdman, hat die Insel eine ziemlich bewegte Geschichte. Auch ohne Nicolas Cage.
Schon die Überfahrt mit den kleinen Schiffchen ist echt relaxt. Die Insel ist heute eine National Recreation Area, steht also etwa eine Stufe unterhalb eines Nationalparks. Dementsprechend ist es auch hier möglich, an von Rangern geleitete Führungen teilzunehmen. Unserer hieß Ranger Jose. Zu Beginn hat er sich erst einmal auf eine riesige Kiste gestellt, war aber trotzdem noch kleiner, als die meisten Zuhörer. Er hat viel Interessantes zu der Besetzung von Alcatraz durch die Indianer erzählt. Aber bei den Sioux musste ich die ganze Zeit an Winnetou denken und bei Laramie ans Sonne putzen.
Nach einer Weile haben Marius und ich uns also abgeseilt und sind ohne Führung weiter gezogen. Aber auch auf eigene Faust kann man auf Alcatraz ganz locker einen halben Tag verbringen. Lohnt sich, allerdings ist die Überfahrt nicht ganz günstig und man sollte vorher reservieren.

Was ich auf jeden Fall auch sehr empfehlen kann, ist zum Coit Tower hoch zu laufen. Das kann man zum einen über die Straße von Seite der Stadt aus tun oder aber vom Hafen aus über eine Treppe. Wir haben die Treppe genommen (damals waren meine Knie noch fitter als heute…). In der richtigen Jahreszeit läuft man da durch ein grün-buntes Gartenparadies. Hier schwirren sogar Kolobris um einen herum.

Am vierten Tag ist Olaf zu uns gestoßen, ein Freund von Marius, den ich aber von einigen Forschungsprojekten auch schon kannte. Er arbeitete damals in einem anderen Institut der TH und war für eine Konferenz in San Francisco. Da hat er spontan noch ein paar Urlaubstage hintendran gehangen. Sollte uns sehr recht sein, dann so hatten wir noch jemanden, der ab und an hinters Lenkrad konnte und zu dritt wurden die Hotelzimmer günstiger. 😏

Als Willkommensgruß haben wir ihn mit in die Bar vom ersten Abend mitgenommen. Natürlich haben wir ihm auch das local beer empfohlen. Laut seinem Gesichtsausdruck hätte er das Gesöff lieber in die Blume neben ihm gekippt, aber er hat das eiskalt durchgezogen. Respekt! Bisschen naiv war er aber doch, dass er sich nicht gewundert hat, warum Marius und ich dieses ach so leckere Getränk nicht auch bestellt haben.

Olaf hat im Übrigen gleich noch einen Kult-Spruch geprägt. Wir saßen nachmittags mit qualmenden Füßen in einem Diner, das Koffeinlevel erhöhen. Olaf bestellte sich dazu noch einen Eisbecher, der vom Volumen her etwa die Größe eines Handballs hatte. Oben drauf eine Portion Sahne, die eine 4-köpfige Familie für zwei Tage lang hätte ernähren können. Also quasi Diabetes im Glas. Marius und ich machen uns ein wenig über Olaf lustig, er entgegnet aber nur: „Wieso? Ist doch nicht süß. Ist doch mit Sahne.“ Wer kennt sie nicht, die berühmte Sahne-Diät? Man darf alles und so viel essen, wie man möchte, Hauptsache, es ist Sahne oben drauf. 😂

Auch sehr schön war der Typ, der an einem Tag bei unserem Hotel um die Ecke stand und ein Pappschild in der Hand gehalten hat:
„Abuses 2$ – It’s not cheap, but it’s worth it!“

Dann war da noch der Hotelpool. Eigentlich nicht direkt bei uns im Hotel, sondern ein Gemeinschaftspool mit dem Hotel nebenan. Nur wurde in unserem Hotel gerade der Zugang renoviert. Wenn wir also dorthin wollten, ging es – in Badeklamotten und Schlappen wohlgemerkt – mit dem Aufzug runter, durch unsere Hotel-Lobby, 50m die Straße runter, durch die Tiefgarage des anderen Hotels, da über die Treppe in die Lobby und ab in den Aufzug zum Pool. auf dem Rückweg natürlich umgekehrt. Aber hey, wir sind schmerzfrei und uns kennt hier ja niemand.

Einen etwas trüberen Tag gab es dann aber doch. aber auch das war zu verschmerzen, da konnte man guten Gewissens einkaufen gehen. Klamotten bei Macy’s, Musik bei Virgin. Die hatten Ausverkauf. – komplette Alben auf CD (Ich sag ja, lang ist’s her…) für 10$, das waren damals umgerechnet gerade einmal 7€.

Essenstechnisch ist die Gastronomie in SF ganz weit vorne mit dabei. Viele wirklich gute Diner mit free-refill-Kaffee. Die Krönung war aber „Chef Jia’s“. ein echt kleines chinesisches Lokal, dass von irgendeiner Zeitung mal zum besten Chinalokal in den USA gekürt wurde. Ich kann das nur bestätigen! Das war das einzige Lokal (abgesehen vom Frühstücks-Diner), wo wir ein zweites Mal hingegangen sind. Witzigerweise war direkt nebenan ein riesiger Klischee-Chinese mit ellenlanger Warteschlange. Jia’s war dagegen total unscheinbar und hatte gerade mal Platz für vielleicht 10, 12 Leute auf einmal. Wenn ich an das Essen denke, läuft mir heute noch das Wasser im Mund zusammen. 🤤 Soweit ich weiß, gibt es den Laden aber leider nicht mehr.

Streckenplanung

Für den Roadtrip-Anteil dieser Reise waren Marius und ich uns im Grunde recht schnell klar, was wir alles sehen wollten. Olaf als Anhängsel wurde da gar nicht erst gefragt bzw. musste sich dem Mehrheitsentscheid beugen.

Von San Francisco aus sollte es zunächst in den Yosemite National Park gehen. Ausgiebig die Beine vertreten. Von dort aus über den Hoover Damm nach Las Vegas. Ich spiele – wenn in den letzten Jahren auch seltener – gerne Poker und hatte mir fest vorgenommen, an einem Tisch im Casino ein paar $ zu verzocken. Weiter zum Grand Canyon und im anschluss zurück an die Küste, allerdings weiter südlich, nämlich nach Los Angeles. Ab da dann ganz entspannt über den Highwas No. 1 an der Küste entlang wieder zurück nach San Francisco, von wo aus unser Rückflug startet.

Aus so waren das unterm Strich über 2.000 Meilen. Sicherlich wären da noch viele andere tolle Ziele in Reichweite gewesen. Phoenix, das Monument Valley, San Diego. Aber wir wollten ja auch nicht nur im Auto sitzen.

Das Auto, was wir uns ausgeguckt hatten, war ein Chevrolet Impala. Mittelklasse, nix besonderes. War aber spannend zu fahren… Die Lichtautomatik war falsch verkabelt. Wenn es dunkel wurde, ging das Licht aus, im hellen wieder an. Und beim bergab fahren hat die Automatik ab und an unvermittelt ausgekuppelt, das hat anfangs für ein paar Schockmomente gesorgt. Jaja, die USA bauen schon tolle Autos. Ich frage mich, warum die sich in Europa so schlecht verkaufen? 😅

Bevor wir aber die Stadt verlassen, geht es zuerst noch einmal über die Golden Gate. Olaf kennt den Ausblick ja noch nicht. Außerdem ist es der einfachste Weg aus der Stadt. Und weil wir schon einmal in der Gegend sind, fahren wir auch gleich hoch in die Marin Headlands für eine weitere tolle Aussicht.


So, genug für den ersten Teil. Ihr wisst ja jetzt in etwa auch schon, wo es dann im zweiten Beitrag hingeht. Wie immer vielen Dank fürs lesen und so long!

2 Gedanken zu “California dreamin‘

  1. Sonja M

    Hallo Stefan, hab doch fast verpasst, dass Du mal wieder was gepostet hast. Als wir noch in Calgary gelebt haben, haben wir im Winter mindestens einmal in SF zum Sonne tanken besucht, wir haben Freunde in der Bay Area…

    Bei dem Stunt wäre Marius dieser Tage übrigens wahrscheinlich erschossen worden… Mann!

    Du wirst Dich wundern, die Amerikaner fragen sich wirklich im Ernst, warum sie ihre Fahrzeuge nicht in Europa loswerden…

    1. Ich glaube, die Aktion hätte auch vor 9/11 schon ungut ausgehen können. Welcher Hirnfurz ihm in dem Moment quer gesessen hat, weiß ich bis heute nicht…

      Das mit den Autos wundert mich überhaupt nicht. Ich kenne einige, die bei GM im „mittleren Management“ arbeiten. Ich habe da irgendwann mal fallen lassen, dass sich qualitativ schlecht verarbeitete Plastik-Bomber in Europa generell eher schlecht verkaufen. Die Reaktion war sinngemäß „Auch ihr Europäer werdet es noch lernen!“. Jupp – und seither haben sich Dodge und Chrysler aus Europa zurückgezogen und Opel gehört jetzt den Franzosen. Tja 😛

      Von Kanada kenne ich leider bisher nur die Gegend um Montreal und die Niagara Falls. Vancouver steht auf meiner Bucket List recht weit oben.

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