Hit the Road, Jack!

Roadtrip Südwesten USA – Teil 2

Nach einer knappen Woche San Francisco, geht es jetzt weiter auf vier Rädern durch den Südwesten der USA:

Über das Paradies ins Biotop für Bekloppte

Bevor es losgeht, aber noch ein Tipp, den habe ich im ersten Teil vergessen:
Michael Mittermeier hat nicht übertrieben. Auch wir haben versucht, einen Cop in San Francisco (Motorradpolizist, Type Joe Megacool, der wie Chuck Norris mit einem Kopfkissen unter seiner Waffe schläft) nach dem Weg zu fragen. Zwar gab es im Anschluss nicht den Dialog mit „WHAAAT?!“ – „…nothing…“ (verdammt, ausgerechnet das finde ich nicht auf YouTube), sondern wir haben nur einen bösen, herablassenden Blick geerntet. Aber das Bedürfnis, GANZ schnell unsichtbar zu werden und am liebsten nie gefragt zu haben, war schon enorm…

Ganz San Francisco hat damals wahrscheinlich auch für Obama gestimmt. Zumindest wenn man die ganzen „Vote for Obama“ und „Yes, we can“ in vielen Fenstern als Maßstab nimmt.

Highway to Hell

Am Ende von Teil 1 habe ich ja unseren Weg aus der Stadt heraus beschrieben. Im Norden von San Francisco wird es dann auch ganz schnell ländlich. San Francisco liegt südlich der Bay, Oakland östlich. Nach Norden raus gibt es nicht mehr allzu viel.

Unser erster Zwischenstopp soll der Yosemite Nationalpark sein. Eines der vielen Ziele auf meiner Bucket List in der Sektion Nordamerika. Der Yellowstone wäre noch cooler, aber der ist zu weit weg. Genauso wie Portland und Seattle. Beim nächsten Mal. Sacramento hingegen lassen wir absichtlich und im wahrsten Sinne des Wortes links liegen, denn wir haben vorerst genug von Stadt und wollen in die Natur. Daher nehmen wir auch zunächst nicht die Interstates, sondern bleiben auf „normalen“ Highways.

Zuerst geht es durch die Ausläufer des Napa Valley mit seinen ausladenden Weinfeldern. Aber je weiter man nach Osten fährt, insbesondere östlich von Stockton, desto ländlicher wird es.

Wir reden hier von ländlich. Im Sinne von „Arsch der Welt“ bzw. „tot über dem Zaun hängen“. Auf manchen Ortsschildern (auffällig viele davon mit Einschusslöchern) sind die Einwohnerzahlen im niedrigen zweistelligen Bereich. Irgendwann wird es dazu noch sehr, sehr viel grüner und hügliger. Als Ausgleich werden die Straßen schlechter und kurviger. Insgesamt aber ein entspanntes und angenehmer Autofahren. Nur erinnert die Gegend schwer an die Horrorfilmchen, in denen junge, strunzdoofe Studenten (also die Sorte, die in einem unheimlichen Haus nicht das Licht einschalten und sich als erstes aufteilen 🤦) von inzestoiden Eingeborenen nacheinander mit der Kettensäge oder einem Beil massakriert werden. Obwohl wir drei Jungs uns für einigermaßen smart halten, fänden wir eine Autopanne in dieser Gegend nicht nur aufgrund der potentiellen Gefahr durch Massenmörder nicht sehr spannend. Zumal unser Auto ja auch eher ein Montagsmodell ist.

Wir kommen aber heil an unserem Ziel an – einem kleinen Hotel in einem kleinen Ort, ein paar Meilen vor dem Yosemite. Unser Plan ist, am nächsten Tag nach einem zeitigen Frühstück zu starten, umso mehr Zeit haben wir dann im Nationalpark.

Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, in welchem Ort wir übernachtet haben. Auch wenn ich heute bei Google Maps versuche, nachzuvollziehen, wo wir lang gefahren sind – keine Ahnung… Ich weiß nur noch, dass es ein Best Western Hotel war, die einen Pool hatten, und die Rezeption den Fehler gemacht hat, uns einen Wasserball zu schenken. Zusammen mit jeweils einem Sixpack Bier wurde das also ein durchaus lustiger Abend 😅

Ein Loblied auf Slartibartfaß‘ Kollegen!

Auf dem weiteren Weg zum Yosemite mussten wir anderntags an einer Baustelle halten, an der eine Frau ihre Mission, ach was sage ich! Ihr Passion zu erfüllen hatte! Sie war bei dem Bautrupp, der die Straße zum Nationalpark instand gesetzt hat dafür zuständig, den Verkehr zu regeln. Dafür trug sie nicht nur wie es sich gehört eine Warnweste und einen dieser amerikanischen Schutzhelme mit „rundum“-Krempe. Nein, sie hatte auch noch ein kleines Stoppschild in der Hand, wie man es aus vielen Filmen kennt. Aber das allerbeste, sie trug sogar Stoppschilder als Ohrringe. Ja gut, ok, muss man vielleicht dabei gewesen sein… 🤪

Der Yosemite National Park ist nicht eben klein. Sofern man wie wir nur einen Tag lang dort ist, hat man keine Chance, ihn auch nur annähernd komplett zu sehen. Wobei das mit dem Auto auch völlig unmöglich ist – hier wird gewandert und nachts das Essen vor Bären beschützt. Da wir mit der Motorkutsche dort sind, beschränken wir uns auf einen langen Spaziergang im Yosemite Valley, dem Zentrum des Parks. Für ein grandioses WOW!-Erlebnis reicht das aber allemal aus.

Apropos Bären – ich war der festen Überzeugung, dass wir keinen Bären zu Gesicht bekommen würden. Schließlich ist die Straße ins Valley einigermaßen stark befahren und es laufen stellenweise doch arg viele Leute herum. Der junge Schwarzbär, der sich aus dem Gebüsch am Straßengraben zielsicher zwischen uns und einem entgegenkommenden Auto über die Straße getraut hat (er musste sich einigermaßen beeilen), belehrte mich eines besseren. Das ging so schnell, dass von dieser halsbrecherischen Aktion leider kein Foto existiert. Aber immerhin kann ich behaupten, schon einmal einen Bären in freier Wildbahn gesehen zu haben. Auch wenn ich nicht wie Davy Crockett mit ihm gerungen habe.

Alleine die Straße vom Tor des Nationalparks (ich weiß nicht mehr, wie viel das damals gekostet hat, war aber ok) ist ein Traum. Gut, dass es alle paar 100 Meter Haltebuchten gibt, sonst würde der Stau durch die vielen Leute, die zum Foto knippsen anhalten, wohl bis San Francisco reichen.

Das Yosemite Valley toppt dann alles, was ich bis dahin gesehen habe – und auch seither gab es nicht allzu viel, was da mithalten kann. Wald, Berge und Wasser gibt es natürlich nicht nur da. Aber wie sagte mein Kunstlehrer so schön: „Die Gesamtkomposition muss stimmen“. Und das tut sie hier. Perfekt sogar. Das Traumwetter tut sein übriges. Bridevail Falls, Half Dome und Orte, von denen ich den Namen entweder nicht mehr weiß oder sie einfach keine haben. Ich will irgendwann hierher zurück. Für länger. Dieser Ort ist der Oberknaller!

Die riesigen Sequoias, also die Mammutbäume – die größten/höchsten der Welt, etwas weiter südlich außerhalb des Tals konnten wir uns leider nicht anschauen, denn die Straße dorthin war noch gesperrt. Zu viel Schnee. Schade, aber die riesigen Bäume im Valley sind auch schon beeindruckend genug. 8-10 Meter Stammumfang sieht man auch nicht jeden Tag.

…und um einen Bezug zur Überschrift zu bekommen: Fjorde sind gegen das hier Kindergeburtstag!

Die Stadt, die wo einem nix mehr zu einfällt…

Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass meine Kumpels mich mit Gewalt zurück zum Auto zerren mussten. Aber Ich wäre schon gerne hier geblieben. Das Angebot, dass die beiden mich auf dem Rückweg ja hier wieder einsammeln könnten, wurde rigoros abgelehnt.

Jedenfalls ging es dann vom Yosemite aus weiter nach Osten. Irgendwann über die Staatsgrenze nach Nevada – und ab da wurde es echt einsam und eintönig. Schnurgerade Straße, Geisterstädte (ohne Witz!) und sengende Hitze. Wir sind mit Absicht nicht durchs Death Valley gefahren, aber auch so zeigte das Thermometer im Auto knackige 109°F an. Dass hinter jedem Kaktus oder Schild ein Cop steht, hielt ich bis dato auch für ein blödes Klischee aus Hollywood. Aber das stimmt! Meilenweit vor einem oder hinter einem keine Ortschaft, keine Tankstelle, einfach NICHTS. Aber hinter dem nächsten Busch steht eine Highway Patrol. Kann ja sein, dass jemandem das Speed Limit von 75 mph (also immerhin ziemlich genau 120 km/h) zu niedrig ist und mal kurz das Gaspedal lupft. Aber wenn etwas an unserer Karre funktioniert, dann der Tempomat. Immerhin.

…und dann waren wir da. Las Vegas. Schon im hellen ein amerikanischer Albtraum. Kitsch an jeder Ecke und alles mindestens eine Nummer zu groß. Das hindert uns aber nicht daran, im Vorfeld ein Zimmer in einem der großen Casino-Hotels, dem Mirage, gebaucht zu haben. Wenn schon, denn schon – und überraschend günstig.

Sehenswert wird die Stadt natürlich erst, wenn es dunkel wird bzw. wenn die Stadt das Licht an macht. Alles leuchtet, blinkt und glitzert. Ihr kennt diese Warnhinweise bei Computerspielen zu fotosensitiver Epilepsie? So einen bräuchte diese Stadt auch. Nichtsdestotrotz beeindruckend. aber irgendwie auch erschreckend.

Die verschiedenen Hotelkomplexe sind riesig. Und damit meine ich: selbst nach amerikanischem Verständnis nach riesig. Wir sind ins Venice rein. Wir haben über eine halbe Stunde gebraucht, um wieder raus zu kommen!

Wenn wir schon Mal in Las Vegas sind, so hatte ich mir vorgenommen, verzocke ich auch 50$ im Casino. Poker. Spiele ich leidenschaftlich, also muss das hier natürlich sein! Schwierigkeit dabei: Einen offenen Tisch zu finden, an dem man einfach so einsteigen kann und bei dem der Mindesteinsatz nicht zu hoch ist. Meistens sind Turniere im Angebot, zu denen man sich natürlich vorher anmelden muss und hier, wie auch bei vielen offenen Tischen sind die Mindesteinsätze schnucklige 100$.

Aber irgendwann finden wir einen passenden Tisch und ich kann sogar eine zeitlang gut mithalten, auch wenn ich echt bescheidene Karten habe. Ein Asiate, der schon 2x blank war, sich aber immer wieder einkauft, nimmt mich aber dann aus dem Spiel – mit einem Paar Damen habe ich gegen seine zwei Könige den Kürzeren gezogen. Aber hey! Ich habe mich wacker geschlagen!

Wir gucken uns natürlich auch die Wasserspiele vom Bellagio an. Aber da niemand von uns mit Johnny Ocean mithalten kann, verwerfen wir die dort entworfenen Pläne zur Erweiterung unserer Bargeldbestände recht schnell.

Was draußen auf der Straße nervt, sind die ganzen zwielichtigen Gestalten, die Werbung für die verschiedensten Nachtclubs machen. Jeder dieser Clubs hat Visitenkarten und die Aufgabe dieser Typen ist es – abgesehen vom anquatschen der Leute – mit diesen Karten Geräusche zu machen, wie früher die Spielkarte an den Fahrradspeichen. Anfang noch irgendwie grenzwertig witzig, aber irgendwann nur noch nervig.

Den folgenden Tag bleiben wir in Las Vegas. Aber man kann sich gut vorstellen, dass wer die Nacht durchmacht, tagsüber ein wenig Schlaf nachholen muss. Also brät die Stadt eher dröge in der Sonne. Olaf möchte unbedingt doch noch ins Death Valley, Marius und ich erkunden ausgiebig, Spa, Gym und Pool des Hotels. Am frühen Nachmittag hoppeln wir übers Laufband und gucken dabei Champions League Halbfinale Barca gegen Chelsea.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Das nächste Ziel auf unserer Route ist der Grand Canyon. Wir haben vorher überlegt, ob es das North oder das South Rim werden soll. Die Nordseite ist dabei relativ schnell aus dem Rennen – die Südseite ist schlciht spektakulärer. Auch, weil man dann mittags nicht gegen die Sonne schaut. Es gibt dort zwar den Skywalk, einen Glasboden-Rundbogen, der frei über dem Canyon hängt. Aber der Preis, den die Indianer für den Besuch aufrufen, ist uns deutlich zu hoch. Zumal die Besichtigung dort nur im Rahmen einer geführten Tour möglich wäre und man nicht einmal selbst fotografieren darf. Gegen einen kleinen Aufpreis wird einem dort ein indianischer Fotograf zur Seite gestellt.

Also South Rim. Von Las Vegas aus in Richtung Südosten. Irgendwann kommen wir nach Boulder City, wo wir uns ein zweites Frühstück einwerfen. Der Name der Stadt kommt mir entfernt bekannt vor. Klingt ja auch irgendwie nach High Noon mit Cowboys. Hat damit aber nichts zu tun – bis in die 1930er Jahre gab es diesen Ort gar nicht. Er wurde eigentlich nur erbaut, um die Arbeiter zum Bau des Hoover Dams unterzubringen. Das Abreißen haben die Amerikaner dann allerdings irgendwie „vergessen“ und jetzt ist da halt ein Städtchen. Auch gut.

Den Hoover Dam hatten wir gar nicht auf dem Programm, aber wenn wir schon mal dort sind, nehmen wir den gerne mit. auch gezwungenermaßen, denn die einzige Straße führt direkt darüber. Damals jedenfalls – die Brücke über den Canyon war damals gerade erst begonnen.

Schon ein gewaltiges Teil. Man könnte ihn sogar auch von innen besichtigen. Aber das geht zum Zeitpunkt, zu dem wir dort waren, nur mit Führung und ist außerdem alles andere als günstig. Da wir drei Ingenieure sind und alle schon einmal eine Turbinenhalle gesehen haben, belassen wir es daher bei einer Begehung oben rum. Ist auch schön.

Mit überschreiten des Hoover Dam verlassen wir dann auch gleich Nevada und sind ab jetzt in Arizona, inklusiver einer anderen Zeitzone.

Für die Nacht haben beziehen wir ein Hotel in Williams, ein kleines Stück südlich des Grand Canyon. Das Hotel an sich ist nicht der Rede wert. Auch, dass es einen keinen Pool – sogar einen Whirlpool hatte, ist eher nicht besonders. aber dass dieser Pool nach Westen lag und einen unverbauten Blick auf die Steppe, die Berge, den Sonnenuntergang erlaubte. Wow. Ich glaube, ich war in meinem Leben bis dahin noch nie so dermaßen tiefenentspannt.

Wir stehen früh auf, denn es ist heißes Wetter angekündigt und wir werden eine ganze Zeit lang im Freien herumlaufen. Das Frühstück im Hotel ist hmnajaokay und typisch USA hinterlässt man dabei zwangsläufig einen Berg von Styropor- und Plastikmüll.

Die Fahrt zum Grand Canyon dauert nicht lange, für den Nationalpark wird wieder Eintritt fällig (finde ich im Übrigen total ok. Dafür kostet das Parken halt nichts und die Ranger wollen ja auch von irgendetwas leben) und parken kann man quasi so, dass die vordere Stoßstange schon über dem Canyon hängt.

Auch hier, kurz und einfach: Wow! Anders wow als im Yosemite, aber WOW. Diese Weite ist unglaublich. Leider bringen es die Bilder nicht rüber, aber die Fernsicht ist unglaublich. Schon krass, was so ein kleines Flüsschen wie der Colorado so alles schafft, wenn man ihm nur ein paar Jahre Zeit gibt.

Ich muss allerdings auch sagen, dass ich persönlich mich recht schnell am Grand Canyon satt gesehen habe. Auch wenn man mit einem kleinen Bus ein paar Kilometer nach links oder rechts fahren kann. so richtig abwechslungsreich ist es irgendwann nicht mehr. Der Canyon beeindruckt halt durch seine schiere Größe und nicht unbedingt durch Abwechslungsreichtum. Bitte nicht falsch verstehen – es ist toll da und ich würde wirklich sehr gerne irgendwann einmal eine längere Tour *durch* den Canyon machen. Ob zu Fuß oder mit dem Kanu ist mir dabei fast gleich. Aber oben am Rand zu stehen und runter zu schauen, dabei wurde es mir nach ein paar Stunden schon fast langweilig.

Stadt der Engel

Als letzte größere Station stand Los Angeles auf dem Routenplan. Die Fahrt dorthin kann man bestenfalls als unspektakulär bezeichnen. Zwischen dem Grand Canyon und Los Angeles gibt es nämlich nicht viel mehr als Wüste – die Mojave.

In LA angekommen stellen wir fest, dass nicht unweit unseres Hotels ein Waldbrand wütet. Wir beschließen allerdings, uns nicht mehr Sorgen zu machen als die Anwohner und die zucken nur mit den Schultern. Der Wind steht auch günstig, sodass weder Feuer noch Rauch in unsere Richtung ziehen.

Ich weiß nicht, was ich über LA schreiben soll. Wir sind ein bisschen durch Pasadena und Beverly Hills gekurvt. Wir sind über den Walk of Fame in Hollywood gelaufen und waren kurz am Strand von Malibu. Klingt alles toll. Aber ich muss mich nicht groß überwinden, um zu sagen:
Wir waren froh, als wir wieder weitergefahren sind. Oder wie Olaf es ausdrückte: „Das Beste an Los Angeles? Das man so gut wieder weg kommt.“

Es ist alles eine große Show. Insbesondere Hollywood. Schon der Walk of Fame ist bei weitem nicht so Bling-Bling, wie man es in den deutschen Boulevardmagazinen immer so schön sieht. Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass Filmstars es so toll finden, wenn ihr Stern gleich vor der siffigen Auslage eines 99-cent-Shops liegt. Schaut man auch nur kurz um eine Straßenecke, stapelt sich dort der Müll und Drogensüchtige setzen sich einen Schuss. In Beverly Hills & Co. schotten sich die Reichen und Schönen in ihren abgeschlossenen Wohngebieten auch immer brav ab, um bloß ihre kleine, heile Welt nicht zu gefährden.

Aber wer bitteschön hat es geschafft, Chuck Norris‘ Stern zu zerbrechen? …und was hat Chuck Norris mit dem Typen gemacht?! 😂

Unterm Strich: Hätten wir uns sparen können. Wären wir lieber noch einen Tag länger wo geblieben, wo es schön war. Aber naja, hinterher ist man immer schlauer.

Highway No. 1

Um unsere Rundreise zu komplettieren, sollte es von LA aus wieder nach Norden, also nach San Francisco gehen. Wir wollten uns dafür aber Zeit nehmen und sind deshalb nicht über die Interstate im landesinneren gefahren, sondern über die Küstenstraße, den Highway No.1 gecruist.

Nicht umsonst ist diese Straße häufig als eine der schönsten der Welt beschrieben. Ok, ganz so weit würde ich vielleicht nicht gehen wollen, aber sie hat auf jeden Fall ihre Momente.

Vor allem habe ich noch etwas vor. Ich will nämlich unbedingt in den Pazifik hüpfen. Möglichkeiten gibt es hier mehr als genug, denn unterwegs kommt man an ganz vielen einsamen Stränden vorbei. Aber wie so oft habe ich einen strategischen Fehler gemacht – denn es brauch nicht viel Wegstrecke, damit sich der Pazifik von „schön warm“ im Bereich Venice Beach oder Malibu in ein „scheiße kalt“ wandelt. Es wurden letztlich also nur die Füße. Aber hey – ich war im Pazifik. Zumindest meine Füße. Jaja, schon gut…

Der Sonnenuntergang am Pazifik ist auch traumhaft. Keine Ahnung, wie lange wir am Strand sitzen und entweder einfach nur sinnlosen Quatsch reden oder stumm den Wellen zugucken. Ich glaube wir alle drei waren traurig, dass der Trip so langsam zu Ende geht.

Eine letzte Nacht haben wir in Monterey verbracht. Eigentlich war danach noch geplant, noch einmal nach San Francisco hinein zu fahren, da unser Rückflug erst spätabends ging. Aber dieser letzte Tag hat uns das Urlaubsende dann ein wenig erleichtert – es war nämlich der einzige Tag mit Wolken, Regen und Nebel. Aber auch das war ganz schön. Außerdem saßen wir ja trocken im Auto und die Strecke an sich wurde dadurch nicht uninteressanter.


Über 2.000 Meilen im Auto. Drei Bundesstaaten. Wirklich viel gesehen, aber noch viel, viel mehr nicht gesehen. Dieses Land ist einfach so unfassbar groß. Ich könnte noch 20 Mal in die Gegend fahren und hätte vermutlich noch nicht alles gesehen. Die drei Wochen waren – sieht man mal von LA ab – wirklich toll. Aber vor allem waren sie viel zu kurz.

2 Gedanken zu “Hit the Road, Jack!

  1. Sonja M

    Ländlich? Im Sinne von „Arsch der Welt“ bzw. „tot über dem Zaun hängen“….? Du warst wohl noch nicht im mittleren Westen der US of A… Dagegen ist das, was Du gesehen hast, das pralle Leben 😉

    Ich bin mal hinunter zur Phantom Ranch gelaufen, aber von unten sieht der Grand Canyon nur noch aus wie steile Felswände. Am besten ist immer noch: Durch den Canyon fliegen.

    Danke für die virtuelle Mitreise…

    1. Ich war in der Tat bisher nur einmal kurz in Kentucky. Die flyover States sind noch eine ganz andere Hausnummer, das stimmt. Aber da möchte ich nicht nur nicht tot über den Zaun hängen, da möchte ich gar nicht erst hin 😅

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