Caminho Português Tag 1 – Am Strand entlang brettern

06. September 2020 – Porto nach Vila Chã (27 km)

Sorry – die Überschrift ist falsch. Denn ganz so schnell war ich ja dann doch nicht unterwegs 😅. Es muss natürlich heißen:
Auf Brettern am Strand entlang

Morgendliche Un-Organisation

Gestern bin ich pappsatt, glücklich, zufrieden und todmüde ins Bett gefallen. Geschlafen habe ich wie ein Baby. Aber die Nacht war um halb 5 zu Ende. Wobei ich das gar nicht genau sagen kann, denn es war noch stockdunkel draußen und die einzige Uhr – die meines Handys – lag außer Reichweite auf dem Küchentisch. Dass es noch dunkel war, hat die Möwen allerdings nicht davon abgehalten, direkt vor meinem Fenster draußen ordentlich Rabatz zu machen.

Ein Kissen über die Ohren zu ziehen, hat auch nicht geholfen, ich hab’s versucht. Ohrenstöpsel, das wäre jetzt was. Aber die habe ich noch irgendwo im Rucksack, wer kann denn auch ahnen, dass ich die heute früh brauchen könnte?!

Ausgeschlafen bin ich trotzdem, schließlich war ich gestern früh genug im Bett. Ich schalte also das Licht an und starte in meinen ersten Pilgertag. Irgendwie hatte ich es mit mir selbst ausgemacht, dass ich heute nicht vor 9 Uhr los muss. Schließlich ist die erste Etappe als Start sehr dankbar, nämlich ultimativ flach. Wo ich jetzt aber gute zwei Stunden früher dran bin, gibt es als erstes eine ausgiebige, heiße Dusche. Wer weiß, wann ich das nächste Mal in den Genuss komme?

Mein Frühstück steht vor der Türe. Normalerweise gäbe es unten einen Frühstücksraum, aber Corona… Soll mir so aber auch ganz recht sein, denn so stört sich niemand daran, dass ich noch in Shorts und Schlabbershirt rumlaufe. Das ist deutlich bequemer, als mein Pilgeroutfit, das ich sowieso noch oft und lang genug tragen werde. Um den Style-Faktor aber in ungeahnte Höhen zu treiben, setze ich mich zum frühstücken raus auf die Terrasse. Dem Sonnenaufgang zuschauen (so weit das geht, dann die Terrasse geht nach Norden) und vor allem: mich ein wenig an den Möwen rächen. Die Vögel fühlen sich durch meine Anwesenheit nämlich offensichtlich gestört und verziehen sich auf die Dächer der Häuser gegenüber.

Ob es an der frühen Uhrzeit liegt oder an der noch fehlenden Routine beim Packen meines Rucksacks, ich brauche jedenfalls gefühlt eine kleine Ewigkeit, bis ich meine Siebensachen beisammen habe. Dabei ist das, was ich da in meinen Rucksack irgendwie ordentlich und sinnvoll unterbringen muss, weder übermäßig viel, noch ist es ein Hexenwerk. Ich habe sogar noch einmal kräftig optimiert und die Wettervorhersage berücksichtigt – ich habe z.B. keine zweite lange Hose und kein zweites langärmliges Shirt, keine Handschuhe und keine dickere Jacke dabei. Das war im Spätherbst auf dem Francés bei Schnee noch einigermaßen sinnvoll, aber hier? Meine 2. Flasche ist auch zu Hause geblieben, das Konzept mit der Wasserblase im Rucksack hat mich inzwischen überzeugt.

Ich bin bisher auch immer gut ohne ein zweites Paar Schuhe ausgekommen. Für abends oder zum Einkaufen haben mir meine Badelatschen gereicht, auch wenn es Scheiße aussieht. Klar wären leichte Laufschuhe für zwischendurch nicht schlecht, aber nee. Never change a running (in dem Fall wohl eher walking) System. Außerdem sind meine Wanderschuhe ja verhältnismäßig leicht und luftig.

Um kurz vor 8 stehe ich dann aber doch endlich abmarschbereit parat. Caminho, ich komme!

…und lege mich fast direkt lang auf der Treppe hin. Der Treppenaufgang zu meinem Zimmer ist eng, niedrig und schmal, die Tür auf halber Höhe des Aufgangs ist noch ein Stückchen niedriger. Mit Rucksack ist das nicht eben einfacher zu bewältigen. Ich schaffe es zwar, meinen Kopf einzuziehen – aber der Rucksack macht sich natürlich keinen Zentimeter kleiner, sodass ich am Sturz hängenbleibe und durch meinen eigenen Abwärtsschwung nach hinten gerissen werde. Dass es hier so eng ist, ist ausnahmsweise ein Vorteil, denn ich kann mich links und rechts an der Wand festkrallen und abfangen. Tief durchatmen. 21, 22, … Jetzt aber – Caminho, ich komme!

Fluss und Meer

Von der Haustüre aus geht es direkt runter bis an den Douro. Prinzipiell sollte es jetzt bis zum Atlantik immer am Ufer entlang gehen, bis man am Atlantik irgendwann gezwungenermaßen rechts abbiegen muss.

Prinzipiell, ja… Fakt ist, dass ich nach gerade einmal 200 Metern an einem Zaun stehe, links nur ein kleiner Bootsanleger, aber auf keinen Fall ein Durchgang. Ein älterer Portugiese (bestimmt der Kapitän des kleinen Bootes, das hier festgemacht ist) weist mich an, dass ich wieder nach oben, zurück an die Hauptstraße müsse, da dann links und wieder runter zum Ufer. Prima, dann hätte ich auch gleich bis dahin an der Straße langgehen können, aber das ist nun wirklich halb so wild. Ab hier geht es nun aber wirklich direkt am Ufer lang.

Mir begegnen für die Uhrzeit ungewöhnlich viele Menschen. Zur Hälfte JoggerInnen. Die andere Hälfte sind Gruppen Jugendlicher. Entweder steht Portugals Jugend sonntags gerne sehr früh auf, oder das sind die Versprengten der Parties von vergangener Nacht. Wobei die dafür aber alle noch recht frisch aussehen.

Bis zum Atlantik ist die Strecke ziemlich unspektakulär. Zwischendurch ist die Versuchung, zu schummeln, schon recht stark. Denn die Wagen der Eléctrico, Portos historischer Straßenbahn, werden gerade aus dem Depot geholt, als ich daran vorbei laufe. Später werde ich ratternd und bimmelnd überholt. Aber ich bleibe standhaft. Für die halbe Stunde Weg, die ich vielleicht noch sparen könnte, lohnt sich das auch überhaupt nicht.

Am Leuchtturm von Felgueiras ist es dann soweit, ich stehe am Atlantik. Ab hier geht es immer geradeaus, die Strandpromenade entlang. Zwar ist das Gehen über Beton bzw. Steinplatten einigermaßen eintönig, aber links rauscht das Meer, es stehen überall Bäume oder Palmen und ab und an kommt man an einem Park vorbei. Auch wenn die Bebauung rechts jetzt nicht unbedingt viele architektonische Highlights bietet, es ist ok. Ein kleines Stück der Promenade war vor langer Zeit sogar Mal Teil einer Formel 1-Strecke.

Das Bild unten erweckt einen etwas anderen Eindruck, aber gefühlt ist halb Porto hier am Strand bzw. auf der Promenade unterwegs. Das ist wohl wenig verwunderlich, denn es ist der letzte Tag der Sommerferien in Portugal. Da steht wohl für jede zweite Familie ein Strandausflug an. Der männliche Portugiese als solcher, Altersklasse egal, stellt dabei modisch fragwürdig gerne seinen nackten Oberkörper zur Schau. Selbst in meinem Pilgeroutfit fühle ich mich fast schon ein bisschen overdressed.

So langsam steht die Sonne auch hoch genug am Himmel, dass man merkt, wie warm bzw. heiß es heute noch werden wird. Oberkörperfrei ist da zugegeben auch nicht die blödeste Idee.

Bis Matosinhos ändert sich an der Charakteristik des Weges wenig. Selbst die Zugbrücke über das Hafenbecken bietet mir kein Spektakel, denn sie bleibt einfach unten. Auch gut, dann komme ich schneller voran und muss keine Zwangspause machen.

Eine Pause hatte ich nämlich kurz vorher schon eingelegt. Nachdem ich mir zuerst in der Touristen-Info von Matosinhos einen Stempel abgeholt habe (den hatte ich vorher schon auf Bildern gesehen und finde ihn ausgesprochen hübsch) und gleichzeitig nach den offenen Herbergen in den nächsten Orten gefragt habe, kehre ich nämlich ein. Bei McDonald’s schräg gegenüber. Eigentlich total dämlich, es reiht sich hier eine Strandbar an die andere. Aber die sind alle voll. Wenn ich mir die Preise auf den Karten so anschaue, ist die Cola beim Schotten sogar günstiger. Also verziehe ich mich dort auf die Terrasse, lasse meinen Rucksack lüften und hole mir die größte Cola, die sie hier verkaufen. Eiskalt natürlich, herrlich.

Ich sitze also draußen unter einem Sonnenschirm, nuckele am Strohhalm und schaue mir die Infos an, die ich in der Touri-Info bekommen habe. Die öffentliche Herberge in Vila do Conde hat geschlossen, bei der Herberge in Vila Chã war der Kollege sich nicht sicher. Bis hierher bin ich schon über 10km gelaufen und war ein fast schon gemütlicher Weg. Daher überlege ich, wie ich den Rest des Tages gestalte. Die erste Möglichkeit ist der Campingplatz in Angeiras, der von vielen Pilgern empfohlen wird, der ist von hier noch etwa 13 km entfernt. Das ist mir für heute schon ein bisschen zu wenig. Vila Chã liegt etwa 3 km weiter, das passt schon eher. Vila do Conde ist dann noch einmal gut 7 km weiter entfernt. Momentan ist mir auch eher nach Herberge, als nach Campingplatz. Über 30 km möchte ich aber auch nicht gleich am ersten Tag gehen, selbst wenn sich momentan alles gut anfühlt. Also peile ich Vila Chã an.

Mit Scheuklappen durch den Backofen

Auch hinter Matosinhos geht es noch für ein kurzes Stück an der Promenade entlang. Der einzige Unterschied ist, dass das Pflaster hier nicht mehr dunkelgrau ist, sondern eher in Richtung hellbeige tendiert. Die Sonne brät also nicht mehr nur von hinten, sondern wird hier auch wunderbar noch von unten reflektiert. Die Hitze ist inzwischen bei den angekündigten 32°C angekommen. Wie heiß es dann in der prallen Sonne ist, will ich gar nicht wissen, aber es wird doch so langsam recht anstrengend. Mein Hut ist Gold wert, ich creme mich zwischendurch noch mit Sonnenschutz ein und genug Wasser habe ich auch dabei. Am Strand stehen auch immer wieder Umkleidekabinen mit Duschen davor. Die werden von mir ausgiebig genutzt, um meinen Kopf abzukühlen. Ein nasses Taschentuch im Nacken wirkt auch Wunder. Wenigstens geht von See ein bisschen Wind, trotzdem wäre ab und zu Schatten echt nicht verkehrt.

Insgesamt entwickelt sich der Weg zunehmend zu Two-Face, einem der Gegenspieler von Batman. Auf der einen, der linken Seite, der Atlantik. Rauschend. Wuchtig, Mit der felsigen Küste und den verschiedenen Stränden teilweise wunderschön. Wenn auch auf Dauer ein bisschen monoton. Auf der anderen Seite eine dicht bebaute Küstenlinie, die so architektonische Schönheiten wie eine ausgewachsene Raffinerie und eine Reihe von Plattenbauten aufbietet. Aber wenn man das rechte Auge schließt oder ganz allgemein ein wenig nach links guckt, geht es eigentlich. Alternativ hilft es auch, zwischendurch einfach nur auf die eigenen Füße oder wahlweise die 2 Meter davor zu gucken. Aber es gibt zwischen durch auch immer wieder kleine Highlights, wie den Leuchtturm von Leça oder die Capela da Boa Nova.

Ab hier geht es über die berühmt-berüchtigten Holzbohlen, über die der Weg dann für den Rest des Tages fast ausnahmslos führt. Ich finde sie nicht wirklich toll, aber immerhin reflektieren sie die Sonne nicht so extrem. Wirklich federn tun die dicken Bohlen leider auch nicht wirklich, für die Füße bliebt es also anstrengend. Was mich aber ein bisschen anpiekst ist, dass ich meine Stöcke nicht benutzen kann. Entweder ich muss bei jedem Schritt ganz genau darauf achten, wo ich die Spitze aufsetze, oder aber ich bleibe alle paar Meter mit der Spitze in einem der Zwischenräume der Bohlen hängen. Also nehme ich meine Gehhilfen in die Hand und trage sie durch die Landschaft.

Wenigstens wird es optisch angenehmer, je weiter man sich nach Norden vorarbeitet. Denn auch die letzten Ausläufer der Vororte bzw. Satellitenstädte Portos hat man irgendwann hinter sich – und ab da schlängelt sich der Holzpfad zu großen Teilen durch eine richtig schöne Dünenlandschaft.

Am Obelisken kurz vor Labruge mache ich meine nächste Pause. Die Sonne brennt immer noch fröhlich vor sich hin und es wird zunehmend anstrengender. Rund um das Denkmal stehen eine Reihe von Bänken und ich suche mir einen Platz, so dass die Sonne Mal für ein paar Minuten nicht von hinten auf mich draufbrutzelt. Zusammen mit dem Wind ist das echt angenehm. Gleichzeitig reduziere ich das Gewicht des Rucksacks ein wenig, denn eine vom Frühstück übrig gebliebene Orange und ein Croissant müssen dran glauben.

Wenn ich jetzt zum Campingplatz wollte, müsste ich gleich rechts abbiegen. Aber nein, ich bleibe bei Vila Chã. Also noch gut 3 Kilometer. Selbst wenn ich gemütlich gehe, ist das weniger als eine Stunde. Danach ist für heute aber gut.

Vorher gibt’s aber noch einen kleinen Farbtupfer, denn direkt am Weg stehen eine ganze Reihe bunt bemalter Fischerhütten. Auf der anderen Seite stehen unzählige Reusen und Netze sind zum Trocknen aufgehängt. Von den dazugehörenden, wahrscheinlich ebenfalls bunten, Fischerbooten ist aber wenig zu sehen, die sind wahrscheinlich gerade auf See.

Ungewollter Ortsrundgang mit Happy End

In Vila Chã laufe ich gleich als erstes an einem Café vorbei und ich spiele mit dem Gedanken, mir hier noch einen Kaffee zu genehmigen. Aber mein Kopf sagt nein, denn die Herberge ist nur noch ein paar hundert Meter weiter und einen Kaffee kann ich auch trinken, wenn ich geduscht bin und meinen Rucksack nicht mehr schleppen muss. Wo mein Kopf recht hat, hat er recht. Also schlurfe ich durch den menschenleeren, in der Nachmittagshitze flirrenden Ort zur Herberge.

…und was ist? Zu! Toll. Dass der Kollege in der Touristen-Info keine Info hatte, ist ja vollkommen ok. Besser er sagt, „Ich weiß es nicht“, als wenn er mir falsche Informationen gibt. Aber alle anderen Quellen haben den Laden hier als geöffnet auf der Liste. Es sieht auch nicht so aus, als wäre hier erst seit gestern geschlossen. Also gut. Tief durchatmen und überlegen, was ich mache.

Zurück nach Labruge? Haha, nein. Nur, wenn es gar nicht anderes geht. Weiter nach Vila do Conde? Gut genug fühle ich mich, aber erst will ich die Optionen hier im Ort abchecken. Das Café von vorhin, „Sandra“, bringt Pilger nämlich auch in Privatzimmern unter, weiß mein gelbes Buch. Allerdings ist in der Regel eine Reservierung im Voraus notwendig, da Sandra immer gut zu tun hat. Ich hätte auf meinen Bauch hören und gleich zum Kaffee einkehren und bleiben sollen! Ich werde mich jetzt einfach auf den Camino- (oder aktuell den Caminho-)Spirit verlassen, und zurück zu Sandra gehen. Ein knapper Kilometer Weg umsonst.

Sandra steht dann auch gleich persönlich hinter der Theke und überschlägt sich fast vor Freundlichkeit. Ich bestelle Galão, Cola, Bifana no pão (salopp übersetzt passt wohl am besten „Schnitzelbrötchen“) und ein Bett. Sandra spricht zwar kein Englisch und mein Portugiesisch ist auch eher nicht vorhanden, aber mit einen paar Brocken Spanisch und viel Zeichensprache finden wir zueinander.

Na also, klappt doch. Ich habe ein gemütliches Zweibettzimmer für mich alleine mit großem Bad und einer Terrasse, die in etwa genauso groß ist, wie das Zimmer, außerdem hat sie Meerblick. Im Café gibt es später auch Abendessen. Stefan ist happy. Zwar ist der Luxus ein wenig teurer, als es die Herberge gewesen wäre, aber immer noch absolut im Rahmen.

Strandflucht zum Tagesausklang

Unterwegs habe ich heute nur ganz wenige Pilger getroffen. Gleich hinter Porto liefen zwei auf der Promenade eine ganze Weile vor mir. Entweder, sie waren deutlich schneller als ich oder ich habe sie irgendwo ungesehen überholt, als sie Pause gemacht haben. Später am Obelisken hat mich dann ein Pilger überholt, oder besser: Er ist mit einem Affenzahn an mir vorbei gestürmt. Insgesamt war es heute also recht übersichtlich.

Dafür tummeln sich die Pilger hier im Café. Ein junges deutsches Pärchen, das mir sehr unsympathisch ist. Er nörgelt ständig an ihr herum und überhaupt sind die richtigen Filter und Hashtags für ihre Instagram-Stories das Allerwichtigste überhaupt. Neben mir im Zimmer nächtigen zwei ältere Damen, soweit ich mitbekommen habe, ebenfalls Deutsche. Jetzt wo ich hier beim Abendessen sitze und Tagebuch schreibe, taucht noch ein Paar auf, natürlich Deutsche. Der Caminho Português heißt ja nicht umsonst „Deutscher Weg“. Ich habe aber generell heute wenig Gesprächsbedarf, sodass ich für mich bleibe.

Wenn ich dann schon Mal so nah am Meer gastiere, ist es ja schon fast Pflicht, zumindest die Füße ins Wasser zu halten. Mehr ist auch echt nicht drin, denn der Atlantik ist ordentlich frisch. Was mich aber viel eher noch von einem ausgiebigen Abend am Strand abhält, sind die Unmengen Sandmücken, die sich hier tummeln. Zum Glück bin ich nicht gestochen worden. Da setze ich mich zum Tagesausklang lieber noch ein bisschen auf die Terrasse und gucke aufs Meer. Die Mücken sind weit weg und bleiben es auch. Sterne gucken und weil das WLAN es hergibt, das Länderspiel GER-SUI im Radio hören. Die internationalen Übertragungsrechte erlauben es leider nicht, dass ich mir hier in Portugal das Spiel aufs Handy streamen kann.

Wie es dann morgen weiter geht, darum kümmere ich mich, wenn es so weit ist. Der kleine Ort Rates wäre als Etappenziel nicht verkehrt. Das wäre dann zwar ein recht kurzer Tag, aber die öffentliche Herberge dort hat offen. Die nächste größere Stadt wäre dann Barcelos, aber das sind etwa 36 km. Puh… Aber schau’n mer Mal, das wird schon.

Für den ersten Tag war das heute gar nicht Mal schlecht. Ein lockeres Warmlaufen. Aufgrund des Wetters war die Gefahr des Heißlaufens aber auch durchaus vorhanden… Der Weg an sich war zwar meistens unspektakulär, aber weder eintönig noch langweilig.

Ich falle rechtschaffen müde in mein Bett und brauche mir keine Gedanken darüber zu machen, ob jemand schnarcht. Möwen habe ich hier nur wenige gesehen, von der Seite wird es also auch keine Ruhestörung geben.

6 Gedanken zu “Caminho Português Tag 1 – Am Strand entlang brettern

  1. Pater Norbert

    Eventuell möchte jemand zu seinem 80. Geburtstag die Strandpromenade gehen.
    Daher war ich sehr interessiert an deinen Eindrücken.

    1. Guten Morgen,

      schön, dass Du aus dem Pilgerforum den Weg hierher gefunden hast 🙂

      Die Promenade ist für alle Altersklassen denkbar einfach zu bewältigen. Hohes Alter oder eine Gehbehinderung dürften hier eigentlich keine Rolle spielen. An dem Tag, den ich erwischt hatte, war die Sonne wirklich unbarmherzig. Bei erträglichen Temperaturen ist das (mit ein paar kleinen optischen Einschränkungen) ein schönes Wegstück.

      Es ist teilweise sicher auch möglich, direkt über den Strand zu gehen. Aber das ist natürlich deutlich anstrengender und mir wäre es auch zu voll gewesen.

      Grüße und allseits buen camino
      Stefan

  2. 27 km am ersten Pilgertag? Mein lieber Scholli, das nenne ich sportlich. Draußen ist es grau in grau bei ungemütlichen 10 Grad, ich sitze bei einer Tasse Kaffee und beneide Dich gerade. Weiter so!

    1. Normalerweise würde ich Dir voll zustimmen – nur war die Strecke so bretteben, ich hätte auch gut noch weiter gehen können. Aber durch die Hitze war’s dann wirklich gut. Der Umweg zurück zum Café war da schon wirklich überflüssig.

      Ich habe bei der Arbeit den ganzen Tag nicht aus dem Fenster gucken können, also akut kein Grund für Neid. Aber ich weiß, was Du meinst – Ich schwelge auch lieber in den noch frischen Erinnerungen. Würde auch tauschen. Excel- und PowerPoint-Marathon anyone? 🙄

      Am Wochenende geht es weiter, stay tuned.

      Viele Grüße
      Stefan

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