Eifelsteig Etappe 4 – Rutschpartie in den Sonnenuntergang

11. November 2020 – Einruhr – Gemünd (21 km)

Ein richtig schöner Herbsttag mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen. Was macht man da, wenn sich alle anderen Pläne aus verschiedenen Gründen zerschlagen haben? Genau, man geht raus an die frische Luft. Zumindest ich tue das. Gut, dass ich erst am späten Vormittag beschlossen habe, zu wandern und dass ich erst noch hin und her überlegt habe, wo ich denn langgehen könnte, war vielleicht ein wenig suboptimal. Dass ich mit dem Auto von Aachen aus nach Einruhr auch noch eine Weile unterwegs bin, ok. Ich bin es jedenfalls vorab im Kopf durchgegangen:
Gegen 13 Uhr starte ich am Rursee, die Etappe hat runde 21 Kilometer und dunkel wird es erst gegen 18 Uhr. Das schaffe ich! Für gewöhnlich bin ich ja zügig unterwegs. In diesem Fall war mein Optimismus ein bisschen viel des Guten, aber lest selbst:

Endgegner

Ich parke mein Töff-Töff auf dem großen Parkplatz in Einruhr, direkt am Rursee. Für kostengünstige 4€ kann ich den Wagen hier den Rest des Tages stehen lassen. Zurück werde ich hierher wohl mit dem Taxi kommen, denn von meinem Tagesziel aus, Gemünd, fährt am Tag ohnehin nur eine überschaubare Anzahl an Bussen und jetzt am Wochenende noch einmal weniger. Der letzte Bus des Tages fährt außerdem schon um 16:30 Uhr – das ist völlig utopisch, das sich bis dahin in Gemünd bin. Also Taxi, bin Mal gespannt, was das kostet…

Los geht es damit, dass ich den Einstieg in den Eifelsteig gleich zu Anfang direkt verpasse. Es geht nämlich nicht die Straße entlang und dann rechts in den Wald. Nein, zwischen zwei Häusern ist eine schmale Lücke, an der ich zuerst vorbei laufe. Aber nach ein paar Metern bemerke ich, dass ich nicht richtig sein kann und entdecke den Zugang doch noch. Dahinter erwartet mich zunächst eine Treppe und im Anschluss gleich ein stramm bergauf führender Trampelpfad.

Ich halte mich an die Wegführung des Eifelsteigs. Denn während mein Wanderweg gut 100 Höhenmeter macht, eine schöne Aussicht zurück auf Einruhr und den See bietet und hinter dem Höhenzug wieder runter an den See führt, könnte man auch gleich den asphaltierten Weg am See entlang gehen. Weniger Höhenmeter und kürzer, aber man teilt sich den Weg dann mit Fahrradfahrern und auch so einigen Familien, die mit Kinderwagen unterwegs sind. Außerdem muss ich den Asphalt auch nicht haben. Die Herbststimmung im Wald ist auch viel schöner.

Trotzdem führen beide Wegs nach dem kleinen Höhenzug wieder zusammen und man geht doch ein kurzes Stück auf Asphalt am Ufer entlang. Aber nur, bis zur Grenze des Nationalparks, denn ab da ist alles naturbelassen.

Es könnte so richtig schön idyllisch sein, auch wenn in diesem Abschnitt wirklich viele Menschen unterwegs sind. Das Gesamtbild trübt allerdings eine Gruppe junger Männer, die kollektiv die Landschaft düngen. Das tun sie nicht unbedingt diskret, sondern sie stehen keine 50 cm von einer Wanderstation bzw. deren Holzbänken entfernt. Mir schwillt ein wenig der Kamm – natürlich kann es sein, dass Wandersmann / – frau unterwegs mal „muss“ und weit und breit keine Toilette in Sicht ist, ist mir auch schon mehr als ein Mal passiert. Aber dann verziehe ich mich doch hinter einen Baum oder in die Büsche?! Ich gehe auch jede Wette ein, dass es wohl niemanden gibt, der sich über Uringeruch freut, wenn man Pause macht. Einziger Lichtblick ist, dass es jetzt im Herbst oft und genug regnet und sich die Spuren wohl alsbald verflüchtigen.

Den nächsten Kilometer geht es am Ufer entlang. Das Stück ist extrem sumpfig und ich glitsche immer wieder weg. Meinen Stöcken sei Dank, lande ich nicht mit dem Hintern im Dreck oder Schlimmeres. Es ist halt das Südufer des Sees, das heißt hier kommt selbst im Sommer nur selten die Sonne hin, jetzt im Herbst schonmal gar nicht. Da braucht der Boden nach den Regenfällen der vergangenen Tage schon ein paar Tage, um zu trocknen.

Es wird besser, als der Weg wieder ansteigt. Teilweise geht es über ein einziges, herrlich dick gepolstertes Blättermeer. Heute macht der Herbstwald Werbung für sich – es ist einfach traumhaft.

Ich habe allerdings im Hinterkopf, dass das hier nur die Ruhe vor dem Sturm ist. Denn mein Endgegner wartet auf mich:
Ich bin vor ein paar Jahren ein Stück des Wildnis-Trails durch den Nationalpark gewandert, der hier der selben Streckenführung folgt, wie der Eifelsteig. Damals™ war der steile Aufstieg zur Krone der Urftstaumauer und das kaum weniger steile Stück dahinter bis zur Dreiborner Hochfläche ein echter Killer, der mich absolut ans Limit und sogar ein Stück darüber hinaus gebracht hat. Zu meiner Verteidigung muss ich allerdings sagen, dass ich zu der Zeit noch nichts von meinen Schilddrüsenproblemen wusste und dass das kleine faule Luder mir den Weg extraschwer gemacht hat.

Im Gegensatz dazu bin ich heute fit wie ein Turnschuh. Na gut, halbwegs fit. Die 350km quer durch Portugal und Spanien, die ich vor kurzem unter die Füße genommen habe, führen offenbar dazu, dass ich zur Zeit ein bisschen mehr Kondition habe. Am Aussichtspunkt oberhalb der Mauerkrone bin ich zwar ordentlich am Pumpen, aber noch weit weg davon, nach Luft hechelnd zusammenzubrechen.

Die Aussicht ist allerdings heute nicht ganz so schön. Denn seit Ende Oktober ist die Staumauer wegen Instandhaltungsarbeiten komplett gesperrt. Zudem ist die Urfttalsperre fast komplett abgelassen. Ich war im Sommer schon einmal hier für einen Tagesausflug (da bin ich aber von der Nordseite gekommen). Schon damals war sehr wenig Wasser in der Talsperre, aber es kann natürlich sein, dass da schon damit begonnen war, das Wasser abzulassen. Heute jedenfalls sieht es eher trostlos braun-grau aus. Wer einen Eindruck davon bekommen möchte, wie es durchaus ausschauen kann: Als Aurora hier 2019 gewandert ist, war noch ein bisschen mehr Wasser drin.

Nicht nur, dass das Stück des Eifelsteigs vor und hinter der Talsperre ein „besonders gefährlicher Wegabschnitt“ ist, regelmäßig am Wegesrand stehende Warnschilder raten eindringlich dazu, den Weg nicht zu verlassen. Bis 2005 war das hier alles militärisches Sperrgebiet und wurde als Truppenübungsplatz von den Briten und später den Belgiern genutzt. Schon im 2. Weltkrieg hat die Royal Air Force hier einiges abgeworfen, um die Staumauer zu zerstören. Da sich in dem unwegsamen Gelände nie jemand ernsthaft die Mühe gemacht hat, alle Kampfspuren zu beseitigen, weiß kein Mensch, was hier alles noch in der Erde liegt.

Dass dieser Abschnitt so „gefährlich“ ist, liegt aber nicht an Bomben und Granaten, sondern am Borkenkäfer. Der hat sich hier in der Vergangenheit in den Fichten-Monokulturen ordentlich ausgetobt und so kann es sein, dass auch ohne Wind und Wetter ab und zu eines dieser abgestorbenen Baumskelette umfällt oder sich Äste lösen. Im Nationalpark wird alles daran gesetzt, wieder einen typischen Misch-Urwald (oder Ur-Mischwald?) gedeihen zu lassen. Aber dennoch ist die erste Maßgabe im Park: Der Mensch greift nur so wenig wie möglich ein. Daher werden abgestorbene Bäume auch nicht gefällt, das muss die Natur schon selbst mit der Zeit besorgen.

Weitsicht

Jedenfalls erreiche ich den Rand der Dreiborner Hochfläche, ohne von Killerbäumen erschlagen zu werden. Der Gegensatz ist schon recht krass – eben noch ging es durch teilweise dichten Wald, jetzt hat es auf einmal eine kilometerweite Aussicht in fast alle Richtungen. Die Einschränkung „fast“ aber auch nur, weil man nicht direkt über den Grat läuft, sondern ein kleines Stückchen unterhalb, daher geht die Fernsicht nur über 270° und nicht komplett im Kreis.

Gar nicht so weit weg erkennt man den „Vogelsang Internationaler Platz“, wie die ehemalige NS-Ordensburg inzwischen offiziell heißt. Bis ich dort bin, braucht es allerdings noch ein wenig, denn der Eifelsteig führt über den Höhenzug in einem großen Bogen dorthin. Vorher geht es noch zur bzw. durch die Wüstung Wollseifen.

Im Krieg weitestgehend zerstört, wurden die verbleibenden Reste des Ortes zum Häuserkampf-Training verwendet. Im Wesentlichen stehen nur noch die Kirche und die ehemalige Schule des Ortes. In der Schule kann für gewöhnlich eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Ortes besucht werden, aber aufgrund von Corona ist leider, ebenso wie die Kirche, geschlossen. Trotzdem wird es Zeit für eine Pause und auf einer der zahlreichen Bänke auf dem ehemaligen Kirchplatz packe ich mein verspätetes Mittagessen aus. So richtig genießen kann ich die Pause allerdings nicht, denn es wird schon recht frisch, wenn man im Schatten sitzt und sich nicht groß bewegt. Ich hätte mir besser Mal eine Thermoskanne mit heißem Tee oder Kaffee mitnehmen sollen. Ich mache mich also zügig wieder abmarschbereit.

Hier treffe ich die letzten Wanderer für heute. Wollseifen ist eigentlich ein schöner Punkt, um sowohl von Einruhr, als auch von der Burg Vogelsang aus als Wendepunkt einer Wanderung zu dienen. Die Wanderer, die aus meiner Richtung gekommen sind, drehen hier also wieder um. Aus der Gegenrichtung kommt mir weder jemand entgegen (dafür ist es heute wahrscheinlich aber auch schon zu spät), noch geht jemand vor oder hinter mir. Die Strecke lohnt sich auch nur, wenn Vogelsang auch geöffnet hat, siehe unten.

So richtig eben ist die Hochfläche, insbesondere hinter Wollseifen übrigens nicht. Auch wenn es recht sanft auf und ab geht. Aber es ist halt eine Fläche, die kann ja auch gekrümmt sein. Sonst wäre es ja eine Ebene 😜 Kurz vor Vogelsang ist es mit dem Spaß allerdings vorbei, denn es geht steil und steinig-matschig bergab. Trippelschritt für Trippelschritt arbeite ich mich nach unten. Nur, um danach wieder nach oben zur Burganlage zu steigen.

Der Eifelsteig führt nicht direkt durch bzw. über die Burganlage, sondern daran vorbei. Man sieht also nicht viel, wobei es unter normalen Umständen schon sehr lohnenswert wäre, einen Umweg zu machen. Aber auch hier ist – natürlich – aufgrund von Corona alles zu. Ich kann es jedem empfehlen, sich die Ausstellungen anzuschauen und auch eine Führung mitzumachen.

Die einzigen Gebäude, die man direkt vom Steig aus sieht, sind die ehemaligen Hundertschaftshäuser sowie der Eingangsbereich der Burg, „Malakoff“ genannt. Die brutalistische NS-Architektur ist beileibe alles andere als „schön“. Aber dass die Flagge der Europäischen Union über einem der „Klötze“ weht, ist meiner Meinung nach ein sehr schönes Sinnbild.

Mein Blick in den Himmel lässt mich ein wenig meinen Schritt beschleunigen. Es fängt nämlich an zu dämmern. Grundsätzlich kein Problem, es sind „nur“ noch etwa 7 Kilometer bis Gemünd, da bin ich dicke vor Einbruch der Dunkelheit. Woran ich allerdings bei meiner überragenden Planung überhaupt nicht gedacht habe ist, dass ich hier in der Eifel unterwegs bin – und die hat halt Berg und Tal. Im Tal ist es naturgemäß schon schattig, wenn auf dem Berg noch die Sonne scheint.

Runter ins Tal ist dann auch nach Vogelsang zunächst die Richtung, in die es geht. Das Stück hinunter ins Morsbachtal verdient auf jeden Fall den Titel „Steig“. Es ist steil und uneben, aber wenigstens trocken. Auf halber Strecke liegt eine Hand voll umgestürzter Bäume quer über den Weg. Ich überlege schon, wie ich da am besten dran vorbei komme, da merke ich, dass zumindest der Weg so weit freigeräumt wurde bzw. an zwei Stellen sogar Tritte aus den Stämmen gesägt wurden, dass man halbwegs bequem passieren kann.

Netterweise geht das letzte Stück des Abstiegs über eine schöne Holztreppe nach unten. Andernfalls wäre das Gelände hier auch wirklich hart. Gut, auf der anderen Seite des Morsbachs geht es dann gleich wieder den Berg hoch, aber immerhin in recht gemächlichem Tempo. Dafür allerdings wieder mit einem deutlich höheren Matschanteil. Meine Schuhe sehen aus wie Sau, aber wenigstens sind sie wasserdicht. Dass ich bei jedem 2. Schritt ins Rutschen komme, da kann kein noch so gutes Profil an den Sohlen etwas gegen tun. Also geht es eine Stufe vorsichtiger weiter.

Zielsprint

Der Hügel, den es hier zu bezwingen gilt, so ich denn in Gemünd ankommen will, nennt sich Modenhübel. Von oben hat man eine tolle Aussicht in Richtung Gemünd – und das Örtchen liegt zum Greifen nah. Nur leider nimmt der Eifelsteig wieder einmal nicht die kürzeste Strecke, sondern schlägt wieder einen Bogen. In dem Fall ist das sogar sehr gut nachvollziehbar, denn ansonsten ginge es steil und waldig hinunter zur Urft. Auf der Karte sieht es dennoch so aus, als könnte man hier schön abkürzen. Denkste.

Kurz vor dem Örtchen Morsbach – ich weiß nicht, ob der Ort nach dem Fluss oder der Fluss nach dem Ort benannt wurde – gibt es einen Sitz-Looping und damit für mich eine perfekte Gelegenheit, um noch einmal die Beine auszuschütteln und etwas zu trinken. Die Abendstimmung ist schon toll und ich würde gerne noch länger sitzen bleiben. Aber einerseits wird mir schon wieder recht kühl und andererseits hat es noch 3 Kilometer bis Gemünd. Da Gemünd im Tal links und rechts der Urft liegt, geht da schon einigermaßen schnell das Licht aus. Ich muss mich also ein wenig sputen.

Um es kurz zu machen: Auf dem allerletzten Stück durch den Wald überlege ich ernsthaft, mir den Weg mit meinem Handy zu beleuchten. Aber es geht gerade noch so. Schwierig wird es allerdings, als es hinter den Gärten der ersten Häuser von Gemünd lang geht. In jedem zweiten Garten geht dank bescheiden ausgerichteter Bewegungssensoren eine Batterie Flakscheinwerfer an. Sobald ich aus dem Lichtkegel raus bin, muss ich immer wieder kurz stehen bleiben, damit sich meine Augen wenigstens ein bisschen wieder an die Dämmerung anpassen können. Aber kaum bin ich 20 Meter weiter gegangen, gibt es den nächsten Flash. Hölle, ist das nervig!

Zum Glück geht es recht bald auf vernünftig beleuchteten Straßen weiter. Auch hier begegne ich niemandem, in Gemünd werden wohl auch zeitig die Bürgersteige hochgeklappt. Zumindest komme ich zügig weiter. Es geht über die Urft, im Anschluss noch auf der anderen Seite am Ortsrand entlang – hier wieder mit Bewegungsmelder-Begegnungen – und dann zum Abschluss noch einmal über die Urft ins „Zentrum“ von Gemünd. Fotos von meinem triumphalen Einmarsch habe ich leider keine, dafür war es schon zu dunkel. auch sonst war ja niemand auf der Straße, der dieses Ereignis hätte bezeugen können. Bilder knipse ich dann halt, wenn ich „demnächst“ von hier aus weiter gehe.

Happig

Ich suche mir eine nette Bank, packe meinen Rucksack neben mich, packe mich selbst in meine Jacke ein und rufe mir ein Taxi. „Kommt sofort“ höre ich gerne, denn groß rumsitzen möchte ich hier auch nicht. Zumal auch alle Läden zu haben.

„Sofort“ heißt in der Realität etwa 15 Minuten. Das ist eine absolut akzeptable Wartezeit für ein Taxi, wie ich finde. Vor allem da der nächste Taxistand hier auch nicht unbedingt um die Ecke ist. Der Fahrer ist äußerst kommunikativ, was mir momentan gut zupass kommt. Ich unterhalte mich mit ihm gerne über das Wandern, den Eifelsteig, das Wetter, Motorradlärm, und, und und. Zeit genug zum Reden haben wir auch, denn als wenn die Strecke nicht ohnehin nicht schon lang genug wäre – so etwas wie eine halbwegs gerade Strecke gibt es in der Eifel nunmal nicht – dürfen wir auch an zwei Baustellenampeln mit ewig langer Rotphase warten. Nicht, dass uns jemand entgegen gekommen wäre, es ist schlicht NICHTS los, aber wer weiß schon, was hinter der nächsten Kurve käme, würden wir einfach fahren? Außerdem ist rot, Punkt.

In Einruhr werde ich sogar direkt neben meinem Auto abgesetzt. Das ist auch gar nicht schwer zu finden, denn es ist das letzte verbleibende Vehikel auf dem großen Parkplatz. Bevor ich aussteige, werde ich allerdings erst noch um 35€ (inkl. Trinkgeld) ärmer. Schon ordentlich, aber im Grunde total im Rahmen, mit dem Auto ist es etwa genauso weit von Gemünd bis Einruhr, wie zu Fuß, also gut 20 Kilometer. Aber gut, ein Kinobesuch wäre mit allem drum und dran auch nicht viel günstiger und da wäre der Spaß nach 2 Stunden vorbei…

Mit dem Auto brauche ich dann noch ungefähr 30 Minuten bis nach Hause, hin hat es deutlich länger gedauert. Kaum sitze ich im Wagen, drehe ich die Musik auf – und jetzt, wo mich niemand hören kann, kann ich auch mitsingen. (Ich glaube, so schlecht singe ich gar nicht. Aber halt auch weit weg von „gut“.) Der Tag heute hat wirklich gut getan. Auch wenn es am Ende ein klitzekleines bisschen zeitkritisch wurde, war es richtig schön entspannend und es hat gut getan.

Die 4. Etappe des Eifelsteigs kann ich auf jeden Fall wärmstens empfehlen. Was die Streckenführung angeht, ein klarer Gewinner gegenüber dem dritten Abschnitt. Auch als Tagestour gut machbar, würde ich sagen: Morgens gemütlich in Einruhr los, an der Talsperre im Restaurant einen Snack einwerfen, Picknick in Wollseifen, die Ordensburg besichtigen, in Gemünd ein Stück leckeren Kuchen essen und dann mit dem Bus zurück nach Einruhr.


Tjo, wie also nun weiter? Dieses Jahr auf keinen Fall mehr. Wetter, Lockdown, Motivation – sucht Euch etwas aus.

Bis Trier sind es noch 9 Etappen. Entweder am Stück oder an 2-3 langen Wochenenden. Aber, wie inzwischen schon mehrfach erwähnt, wird das Stückeln zunehmend aufwändiger. Für alles ab dem Kloster Steinfeld (Ziel von Etappe 5) müsste ich von Aachen aus erst nach Köln, von dort in Richtung Trier und dann je nachdem noch mit dem Bummelbus ans Ziel. Da gehen dann für die An- und Abreise schnell 6 Stunden pro Wochenende drauf. Dafür ist mir meine Freizeit eigentlich zu schade.

5 Gedanken zu “Eifelsteig Etappe 4 – Rutschpartie in den Sonnenuntergang

  1. Lieber Stefan!
    Das ist sehr nett geschrieben, da kommen schöne Erinnerungen auf. Danke!
    Vielen Dank auch fürs Verlinken zu meinem Blog.

    Ich bin den Eifelsteig mittlerweile bis Gerolstein gewandert, hab es aber noch nicht „verbloggt“. Irgendwie fehlen mir Zeit und Lust.
    Lustig das Wort „Damals^TM“, hab ich so noch nie gelesen, passt aber gut! 🙂

    Das Problem mit den An- und Abfahrten in der Eifel kenne ich ja auch. Wie wäre es, wenn du dir auch eine Wanderbegleitung mit 2. Auto suchst und es machst, wie ich?
    Dann wandert man allerdings nicht mehr allein. Es sei denn, man lässt die Begleitung am Zielpunkt, wo man das eigene Auto abstellt, schon raus und fährt mit dem Auto der Begleitung zum Start. Beide wandern den Weg allein, aufeinander zu 😉. Am Ende der Etappe fährt jeder mit seinem eigenen Auto wieder heim. Spart etwas Fahrerei. Aber die Autoschlüsselübergabe beim Zusammentreffen darf man auf gar keinen Fall vergessen 😀.
    Eine Übernachtungsmöglichkeit für dieselben Kosten wie für das Taxi findet man in der Eifel zwar auch, aber meistens liegen die nicht direkt am Eifelsteig. Ist nicht einfach, dieser Steig. Er will wohl, dass man ihn in einem Rutsch bezwingt.

    Ich wünsche dir wunderschöne Festtage!
    Aurora

    1. Liebe Aurora,

      es ist nun nicht so, dass ich auf Teufel komm raus alleine wandern will. Nur hat sich bisher noch niemand gefunden, mit dem/der es „passt“. In meiner Nachbarschaft gibt es allerdings seit neuestem eine kleine Online-Community. Vielleicht lande ich ja da einen Glückstreffer? Grundsätzlich finde ich die Idee mit dem 2. Wagen wirklich gut – wenn man von unterschiedlichen Orten aus anreist, ist man ja u.U. eh mit zwei Autos vor Ort.

      Aber das muss leider noch warten – Weihnachten ist bei meiner Familie ins Wasser gefallen, da meine Eltern sich beide Corona eingefangen haben. Da habe ich im Moment den Kopf mit anderen Dingen voll. Aber das wird schon.

      Liebe Grüße
      Stefan

  2. Hi Stefan, das Wandern in der dunklen Jahreszeit setzt einen (so finde ich) immer ein wenig unter Druck. Zur Morgendämmerung sollte man auf dem Trail sein, damit man um spätestens Fünf Uhr nachmittags mit dem Abschnitt fertig ist. Nachdem ich selbst (trödelbedingt…) mal in der Dunkelheit nach Hause stolpern musste, habe ich wenigstens immer eine Stirnlampe im Gepäck.

    Fehlende Infrastruktur hat mir auch schon so manche Etappenwanderung erschwert. Wenn man den halben Tag schon in Bus und Bahn verbringt, ist so ein Wochenende schnell ‚rum. Daher finde ich die Idee von Aurora, einen Wanderpartner mit Auto zu „engagieren“, gar nicht so abwegig. Dann wäre die Logistik etwas einfacher.

    Dankeschön für die wunderbaren Blogeinträge in 2020. Hoffen wir mal, dass wir alle gesund bleiben und in 2021 ein Stück Normalität in den Alltag zurückkehren wird.

    Liebe Grüße, frohes Fest, guten Rutsch und bleib gesund!
    SonjaM

    1. Hallo Sonja,

      zum potentiellen Wanderpartner habe ich in meiner Antwort auf Auroras Kommentar ja schon etwas geschrieben 😃

      Den Druck, nicht in der Dunkelheit durch den Wald tapern zu müssen, habe ich mir auf der Etappe selbst zuzuschreiben. Ich bin definitiv zu spät los. Aber auch so hat man ja recht wenig vom Tag, da braucht die Anreise gar nicht mal allzu lange zu sein…

      Das „wunderschön“ nehme ich gerne an. Aber der Dank geht auch zurück an Dich bzw. alle anderen Lesern. Ansonsten wäre das Schreiben ja auch nur halb so schön.

      „Froh“ waren die Feiertage leider nicht, am gesund bleiben arbeite ich und für 2021 bin ich optimistisch. Eigentlich war 2020 in vielen Dingen für mich nicht so schlecht, aber jetzt so kurz vor Toresschluss hat es noch einmal einen rausgehauen. Naja, was mich nicht umbringt…

      Liebe Grüße
      Stefan

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