Mullerthal Trail Route 3, Teil 1 – Mahlzeit!

16. April 2021 – Blumenthal nach Beaufort (ca. 21 km + 2 km)

Angeblich kommt ja nach 30 Jahren alles irgendwie wieder. Anders kann ich mir nicht erklären, dass draußen – natürlich just als ich gestern Abend versucht habe, einzuschlafen – aus kleinen Brüllwürfeln der Tequila-Song gefolgt von Macarena plärrt und ein Grüppchen Jugendlicher mitgrölt. Ich werde offenbar langsam wirklich alt, denn ich kann das echt nicht nachvollziehen. Gut, die Songs fand ich schon damals Kacke und vielleicht bin ich jetzt auch einfach zu müde. Die Kopfschmerzen, mit denen ich wach werde, lassen mich jedenfalls vermuten, dass ich schlafgewandelt bin und heimlich mitgefeiert habe…

Nerven wie Bindfäden

Wenn ich Kopfschmerzen habe, bin ich für gewöhnlich recht dünnhäutig. Am besten lässt man mich ein halbes Stündchen in Ruhe, dann fange ich mich meistens und es geht wieder. Wenn die Kopfschmerztabletten Wirkung zeigen, hilft das selbstredend auch.

Was man aber auf keinen Fall tun sollte, ist mir in der Zeit, ob gewollt oder nicht, auf den Keks zu gehen. Genau das schafft eine Familie aus Frankreich beim Frühstück aber wunderbar. Ich muss wirklich an mich halten, um ihnen nicht an den Kopf zu werfen, was ich von ihnen halte. Das wäre in dem Moment nicht jugendfrei.

Jedenfalls steht Mama vor der Theke und diskutiert mit dem Koch. Papa steht derweil mit verschränkten Armen dahinter und hält sich aus allem raus. Die beiden Kinder schreien abwechselnd Mama, den Koch und sich gegenseitig an. Großer Diskussionspunkt seitens Mama ist, weshalb die Auswahl beim Frühstück denn so begrenzt ist, außerdem gäbe es ja schon wieder das selbe wie die vergangenen Tage. Der Koch erklärt ihr in einer Seelenruhe, für die er meinen tiefsten Respekt hat, dass es aufgrund der Pandemie nun einmal nur eine eingeschränkte Auswahl gäbe. Worauf die Dame nur erwidert, in einem Hotel gäbe es ja auch mehr Auswahl. Ich bin versucht, sie zu fragen, weshalb sie dann nicht einfach in einem Hotel abgestiegen sind? Jedenfalls geht dann der Streit darum los, welches Kind denn wie viel Schinken möchte und ob es anstatt Äpfeln, Bananen oder Orangen auch anderes Obst gäbe. Papa hat inzwischen die Hände in den Hosentaschen und immer noch kein Wort gesagt. Sie verliert dann wohl irgendwann die Lust, jedenfalls überlässt sie es dann komplett den beiden Kindern, ihr Frühstück zusammenzustellen. Das klappt erwartungsgemäß natürlich überhaupt nicht, bis Mama dann einfach von allem etwa ein halbes Kilo auf Teller packen lässt. Die vierköpfige Familie zieht mit drei proppenvollen Tabletts von dannen, vorbei an der inzwischen beachtlich langen Schlange vor der Essensausgabe. Ich höre, wie der Koch leise „Uff!“ macht und meine, von den Wartenden hinter mir einen leisen Applaus zu vernehmen. Ich bin endlich dran und meine nur „Keine Angst, bei mir geht’s schnell“. Immerhin bringe ich den Koch damit zum Lachen und bekomme einen zweiten Kuchen (so ’ne Art YES-Torty – gibt’s die überhaupt noch?) für mein Lunchpaket.

Irgendwie ist mir der Appetit vergangen, aber ein Wurstbrot und ein Kaffee müssen einfach sein. Ich will nicht los, ohne etwas im Magen zu haben.

Ich packe dann schnell alles zusammen, schnüre meine Schuhe noch eine Nummer fester und gehe im Anschluss gleich runter, mein Fahrrad aufschließen. Für die Strecke zum Busbahnhof habe ich gestern eine Abkürzung gefunden, sodass ich jetzt nicht Mal mehr 5 Minuten brauche. Ich bin wieder so rechtzeitig am Bus, dass ich noch ein bisschen auf einer der Bänke in der Morgensonne sitzen und meinem Hörbuch lauschen kann. Leider verzieht sich die Sonne hinter dicken, grauen Wolken. Ich vertraue aber weiter dem Wetterbericht und der sagt, heute gibt es keinen Regen.

Mit den Kopfhörern auf den Ohren lasse ich mich auch während der Fahrt berieseln, ich muss nur ein bisschen aufpassen, da ich heute umsteigen muss.

Die Haltestelle, an der ich aus- bzw. umsteigen muss, ist ein Park & Ride-Platz in Junglinster. Also nichts, was optisch in irgendeiner Art und Weise besonders ansprechend wäre. Einzig der Sender aus den 1930er Jahren ist für mich als Technik-Freak wenigstens halbwegs interessant.

Das Bussystem hier ist wirklich gut. Es macht schon den Eindruck, als hätte man wenigstens versucht, die einzelnen Linien irgendwie aufeinander abzustimmen. Also muss ich auch auf den zweiten Bus des Tages nicht lange warten und fahre die zwei Stationen bis Blumenthal.

Hier geht es zunächst durch den halben Ort (also an 10 Häusern vorbei), bis zum Einstieg in Route 3. Wieder habe ich die Wahl, die Route entweder mit oder gegen den Uhrzeigersinn zu gehen. Es würde, wie bei den beiden anderen Routen auch, keinen Unterschied machen. Aus dem Bauch heraus entscheide ich mich, mit der Uhr zu gehen. Just als ich losstiefele, kommt die Sonne wieder raus. Das nehme ich als kleinen Hinweis, die richtige Richtung eingeschlagen zu haben.

Die Gemengelage ist gut

Den Anfang macht heute ein direkt Mal ein fieser, kräftiger, aber immerhin recht kurzer Anstieg. Warmgelaufen bin ich also schon nach 200 Metern. Danach geht es für eine ganze Weile entweder direkt durch den Wald oder am Waldrand entlang. Zwar sind das heute alles Wirtschaftswälder und von der Ursprünglichkeit, durch die man insbesondere auf Route 1 teilweise wandert, ist hier wenig zu spüren, aber es ist trotzdem schön. Der Wald als solcher ist halt nach wie vor mein Happy Place. Schick ist natürlich auch, dass es heute an verschiedenen Stellen nicht durch den immer gleichen Fichten- oder auch Buchenwald geht. Heute sind nämlich mancherorts die Eichen in der Überzahl.

Wieder bin ich alleine unterwegs. Wieder hätte ich den Wald für mich alleine, wenn nicht – abgesehen von der Myriade an Vögeln – auch eine Hirschkuh und mehrere Rehe zumindest so lange in meinem Sichtfeld bleiben, bis es ihnen doch zu mulmig wird und sie sich ins Dickicht verdrücken.

Ansonsten beschränkt sich das Wildleben hier auf eine Maus etwa alle 50 Meter. Ich habe keine Ahnung, ob es hier keine bzw. kaum Füchse oder Dachse oder sonstige natürliche Feinde der kleinen Nager gibt. Aber die Winzlinge tummeln sich ziemlich ungeniert links und rechts neben dem Weg. Überall raschelt es und sie lassen sich teilweise auch durch mich nicht stören. Nur fotografieren lassen wollen sie sich nicht. Immer wenn ich Handy oder Kamera endlich zur Hand hatte, sind sie verschwunden. Ich kann auch nicht sagen, ob das jetzt Feld-, Wald-, Wühl- oder Wasauchimmer-Mäuse gewesen sind. Die meisten waren eher rötlich. Aber das schränkt die Auswahl nur bedingt ein.

Landschaftlich hat es bis hierher deutlich weniger Felsen, ist ansonsten aber sehr abwechslungsreich. Aus dem Wald heraus wandere ich erst an einem echt schönen Flecken Auenlandschaft vorbei, bevor es raus auf eine weite Ebene geht.

Dass es mehr als 50 Meter am Stück einfach nur eben geradeaus geht, ist auf dem Mullerthal Trail ohnehin eher die Ausnahme, hier geht es sogar für ein gutes Stück mehr oder weniger geradeaus. Dass es abschnittsweise immer wieder für kurze Zeit über Asphalt geht, tut hier überhaupt keinen Abbruch.

Mir geht es gerade so gut und ich fühle mich so wohl, dass ich es riskiere, beim Gehen die Augen zu schließen. Nein, keine Sorge, ich schlafe nicht ein! Aber für ein paar Meter alles Äußere auszublenden, den Wind zu spüren und zu genießen, das kann man auf einer geraden Strecke ja schon Mal machen. Heute ist, was den Entspannungsfaktor angeht, der beste Tag.

Happa-happa

Dann folgt der Steig für einen knappen Kilometer einer Rennstrecke. Das ist ein bretteben betonierter Weg, auf dem mir in der kurzen Zeit joggend oder radfahrend mehr Menschen entgegen kommen, als mir in den vergangenen vier Tagen insgesamt begegnet sind. Das allerdings ist auch keine große Kunst, daher kann ich auch nicht behaupten, der Weg wäre überfüllt oder auch nur voll gewesen. Immerhin komme ich auf dem Belag gut voran, selbst meinen Stöcken verordne ich eine Pause. Die brauche ich hier nun wirklich nicht.

Kurz hinter einer Bärenfigur aus Holz mit merkwürdiger Armhaltung, geht es dann wieder rechts hoch in den Wald. Das ist wieder eine der Stellen, an denen ich den Sinn der Streckenführung hinterfrage. Denn kurz vorher geht an einer Kreuzung ein flach ansteigender Wanderweg auch rechts in den Wald. Jetzt ratet doch Mal, auf welchen Weg man dann stößt, nachdem man querfeldein in Falllinie den Hügel hochkraxeln durfte? Genau… Hmpf!

Weiter geht es aber deutlich weniger steil und immer durch den Wald, bis dann irgendwann Larochette samt seiner imposanten Burgruine auftaucht.

Hier gibt es eine kleine Aussichtsterrasse, von der aus ich mir das Örtchen anschaue – und was ich sehe, sagt mir extrem zu! Nicht, weil Larochette so ausnahmslos hübsch wäre. Es ist okay, aber nicht sooo besonders. Aber unten im Ort fallen mir ein paar bunte Punkte ins Auge – Sonnenschirme. Der kleine Sherlock Holmes in mir kombiniert knallhart, dass so ein geöffneter Sonnenschirm auch ein geöffnetes Café oder ein Restaurant bedeutet. Kaffee! Heute werden meine Wünsche wahr!

Ich wage mich also an den steilen Abstieg in den Ort. Gleich neben der Terrasse führen eine Reihe glitschiger, unregelmäßiger Stufen nach unten. Das wird bis zum Ende heute der schwierigste Abschnitt bleiben, immerhin.

Dass es gleich nach Larochette wieder in etwa auf die selbe Höhe steil hinauf geht, dann mit potentiell gefülltem Magen, blende ich an der Stelle in Vorfreude auf meinen Koffeinschub aus. Auf dem Bild unten ist knapp unterhalb der Kirchturmspitze und ein Stück links davon ein kleiner Pavillon (eher schlecht) zu erkennen. Bis dahin geht es dann wieder rauf, zwischendurch sogar noch ein Stück höher.

Im Ort empfängt mich geschäftige Betriebsamkeit. Unter anderem wird hier groß an der Kanalisation gebaut. Das juckt mich aber alles überhaupt nicht, denn ich steuere zielsicher das erste Café am Platz an. Passenderweise heißt es auch noch „Café de la Place“. Ich werfe alles Gepäck von mir und lasse mich auf der Terrasse unter einem der bunten Sonnenschirme in einen Stuhl fallen.

Nicht nur, dass ich binnen kürzester Zeit einen riesigen Milchkaffee und eine Cola vor mir stehen habe, fällt mein Blick zuerst auf das mitgelieferte Platzdeckchen aus Papier und dann auf meine Uhr. Letztere weist mich darauf hin, dass ja schon Mittagszeit ist. Das Platzdeckchen wiederum ist gleichzeitig die Speisekarte und da merke ich, dass das Café hier portugiesische Küche anbietet. Leider keine Pastel del Nata (zumindest nicht auf der Karte, ich hätte vielleicht einfach Mal danach fragen sollen), aber unter anderem Bifana. Spontan fälle ich daher den Entschluss, die Brötchen aus meinem Lunchpaket bis heute Nachmittag aufzuheben und mir stattdessen jetzt ein leckeres portugiesisches Sandwich einzuverleiben.

Die Leckerei ist wirklich großartig. Lecker, viel und verhältnismäßig günstig. Gleichzeitig gönne ich mir noch einen zweiten Kaffee. Gott, das hat mir die letzten Tage wirklich gefehlt! Ein bisschen stört allerdings, dass im Café gleich nebenan jemand unermüdlich mit einem Kärcher die Terrasse reinigt. Aber abgesehen von dem Gebrumme ist es eine echt gemütliche und ergiebige Mittagspause.

Offenbar bin ich nach meiner Pause aber noch so tief im Fresskoma, dass ich glatt am ersten Wegweiser vorbei latsche. Vor allem, weil ich an der Stelle sogar noch extra stehen bleibe, um mir den Oldtimer der „Navale Police“ anzuschauen. Wobei ich allerdings bezweifele, dass er von der luxemburgischen Marine stammt, auch wenn die Flagge des Großherzogtums an der Antenne flattert. 😅 Jedenfalls hätte ich hier vor der Kirche rechts abbiegen müssen, vorbei an dem alten Jeep und dann gleich links neben den Häusern eine Treppe hochgehen. Stattdessen gehe ich an der Kirche vorbei an der Straße entlang. Aber immerhin bin ich an der nächsten Kreuzung so schlau, mich zu wundern, da ich keinen Wegweiser entdecken kann.

Durch Larochette fließt übrigens die Weiße Ernz, das lichte Schwesterlein der Schwarzen Ernz.

Auf Abwegen

Hat man dann den oben schon beschriebenen Aufstieg hinter Larochette geschafft, was auch mit Mittagessen im Magen machbar ist (im Zweifel kann man ja bei besagtem Pavillon noch ein Päuschen machen), wandert es sich wieder prima durch den Wald. Die eine oder andere Steigung und ein paar Treppen sind dabei (natürlich…) auch wieder zu bewältigen. Aber das ist nichts, vor dem man sich fürchten müsste.

Irgendwann lässt man den Wald für eine Weile hinter sich und es geht gemütlich über kleine Nebenstraßen, Wiesen- und Feldwege über offenes Gelände. Es geht immer noch ein frischer Wind, den ich mir heute wirklich gerne um die Nase wehen lasse. Vorbei geht es an Schwanterhaff und Gillenshaff, zwei Bauernhöfen.

Leider geht es auch an meiner Abzweigung vorbei. Denn ich habe nur die Landschaft im Blick und sehe hinter einer Hügelkuppe die Spitze eines Sendemastes. Aus dem gelben Buch habe ich nur noch im Hinterkopf „…Straße überqueren…, …bis zum Sendemast…“ und denke mir nicht viel dabei, einfach darauf zuzulaufen. Da ist es halt blöd, wenn das der falsche Sendemast ist. Das merke ich allerdings erst, als ich an der Straße ankomme, die ich so oder so irgendwann überqueren muss. Aber zum einen ist das hier eine echt unübersichtliche Stelle, man kann durch Kurven und Böschung nicht richtig sehen, ob ein Auto heranbraust. Zum anderen sehe ich auf der anderen Straßenseite auch weder einen Wegweiser, noch überhaupt einen Weg, der weiterführt. Da werfe ich doch lieber Mal einen Blick auf die Karte.

Aus der werde ich im ersten Moment aber auch nicht schlau, denn dort, wo der Trail laut Karte entlang führt, kann ich von hier aus (ich stehe auf einem kleinen Hügel) überhaupt keinen Weg erkennen? Trotzdem gehe ich zurück, denn auch wenn ich sicherlich an der Straße entlang gehen könnte, um früher oder später wieder auf den Trail zu stoßen, ich habe keinerlei Todessehnsucht – und die müsste man hier an der doch ordentlich befahrenen Straße ohne Seitenstreifen schon ein wenig haben.

Unter dem Strich bin ich so gute anderthalb Kilometer extra gewandert. Zum Glück ging es nicht querfeldein oder es war steil. Dann hätte ich mich vermutlich geärgert. So war es mir eigentlich nur wurscht.

An der Stelle, wo der Weg abzweigen soll, hängt tatsächlich eine unscheinbare Wegmarkierung. Na, kann passieren. Aber den Weg erkenne ich an der Stelle auch jetzt nicht, wo ich direkt davor stehe. Der „Weg“ ist hier nämlich nichts anderes, als eine Wiese, über die es quer rüber geht. Durch den Regen der vergangenen Wochen und die bisher vermutlich übersichtliche Anzahl an Wanderern ist das Gras hier so regelmäßig gewachsen, dass man keinen ausgetretenen Pfad erkennen kann. Durch das hohe, feuchte Gras werden dann wenigstens meine Schuhe schön sauber.

Am Grevenhaff vorbei und und nachdem ich irgendwann dann doch noch den richtigen Sendemast gefunden habe, geht es immer wieder durch kleine Wäldchen.

Leider herrschen hier Fichten vor und denen geht es genauso bescheiden, wie ihren Artgenossen in Deutschland. Monokulturen sind halt Kacke und wenn dann nicht alle Rahmenbedingungen stimmen, breiten sich nun Mal Schädlinge, in dem Fall der Borkenkäfer, haltlos aus. Dementsprechend geht es an vielen Rodungen vorbei und auch ein, zwei Stellen, bei denen die Waldarbeiter gerade voll dabei sind, Bäume zu fällen. Optisch schön ist das leider alles nicht, aber nichts zu tun hilft bei dem Problem ja auch nicht. Der Weg ist jedenfalls stellenweise so richtig schön von Harvestern, Traktoren und LKW umgepflügt worden und ich muss mir immer wieder schmale Streifen suchen, auf denen ich gehen kann, ohne zu riskieren umzuknicken.

Entspannt ins Ziel

Es geht noch ein wenig sanft bergab, bevor es dann für die letzten zwei, drei Kilometer ganz gemütlich einem Bachlauf folgend in Richtung Beaufort geht. Entgegen des Namens hat der Ort wohl nichts windiges an sich.

Der Aleweier macht optisch durchaus etwas her, auch wenn es ein künstlich angelegter Teich ist. Kurz dahinter liegt links ein alter Waschplatz, auf dem wahrscheinlich schon seit dem Krieg niemand mehr gewaschen hat. Fast gegenüber liegt eine Wasser-Skulptur, wie ich zuerst denke. Beim näher kommen zeigt sich allerdings, dass es keine Skulptur, sondern ein Wasserspielplatz ist. Das ist ja was für mich! …und bei wärmerem Wetter würde ich hier bestimmt noch länger stehen bleiben und Spökes machen 😜 Aber so begnüge ich mich damit, mit der Archimedischen Schraube ein bisschen Wasser hoch zu befördern und zu schauen, was sich da links und rechts bewegt. Kinderparadies. Am Bach daneben lässt sich bestimmt auch prima ein Staudamm bauen 😎

Das letzte Stück der Etappe geht es dann durch bzw. über ein kleines Sumpfgebiet. Über deswegen, da zum Schutz des Sumpfes (und wahrscheinlich auch einiger Wanderer vor sich selbst..) ein Holzsteg das Ganze überbrückt. Der Steg endet direkt neben der Burgruine von Beaufort.

Die Etappe ist hier zu Ende, aber ich muss ja noch irgendwie zur Bushaltestelle. Natürlich gibt es direkt neben der Burg keine, ich darf also noch in den Ort hoch laufen. Ja richtig, hoch laufen. Denn Beaufort präsentiert sich oben auf dem Hügel, hier unten steht bzw. stand eigentlich nur die Burg. Inwieweit das im Mittelalter strategisch günstig war, keinen blassen Schimmer.

Ich ächze also noch nach oben bis zur Kirche. Von der Steigung her könnte es wohl auch eine Skisprungschanze hochgehen. Zwischen zwei tiefen Keuchern amüsiere ich mich aber dann doch trotz der Anstrengung über ein Straßenschild. Das besagt nämlich, dass die Einbahnstraße, die ich hier hoch japse in entgegengesetzter Richtung auch von Fahrrädern befahren werden darf. Da frage ich mich wirklich, wer so bekloppt ist, hier hoch zu strampeln. Ich käme vermutlich keinen Meter voran und würde glatt schieben, um nicht vielleicht sogar rückwärts wieder runter zu rollen.

Die Haltestelle ist gleich neben der Kirche. Inzwischen strengt die Sonne sich ordentlich an, sodass mir einigermaßen warm ist. Ich setze mich auf ein Mäuerchen neben der Haltestelle, meinen Rucksack stelle ich neben mich und meine Jacke breite ich auf links gedreht zum Lüften aus. Heute muss ich ausnahmsweise ein wenig länger auf den Bus warten, wobei die gut 20 Minuten auch nur halb so wild sind. Zumindest habe ich das Glück, eine der wenigen Direktverbindungen nach Echternach zu erwischen.

Heute war ein typischer Wohlfühl-Wander-Tag. Ohne große Ausreißer nach oben, aber eben doch auf einem konstant hohen Niveau. Doch ja, kann man machen.


Hinweis:

Busverbindung von Echternach nach Blumenthal (bzw. Blummendall) via Linie 110 bis Junglinster P+R, dann mit Linie 105 weiter bis Blumenthal; Mo-So tagsüber stündlich

Busverbindung von Beaufort zurück nach Echternach per Direktverbindung via Linie 414; Beaufort Härewiss – Echternach Gare; Mo-Fr unregelmäßig
ansonsten via Linie 502 bis Reisdorf, Bei der Gare und weiter mit Linie 500 bis Echternach Gare oder via Linie 107 bis Junglinster P+R, dann mit Linie 110 bis Echternach Gare; beides Mo-So i.d.R. stündlich

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