2021 – Halbzeit

Wie viel Mist kann in so kurzer Zeit bitteschön passieren?!

…oder: Ich könnte im Strahl k*****!

2020 war ätzend? Corona-Sommer, Lockdown? Ich fand das Jahr gar nicht so schlimm. Denn für mich persönlich hatte es doch sehr viel Gutes in Petto.

Nach langer Zeit wieder eine glückliche Beziehung mit einer tollen Frau. Meine Tochter und ich haben endlich wieder zueinander gefunden. Beruflich ging es vorerst doch ohne Probleme weiter. Und last but not least durfte ich einen absolut einmaligen, himmlischen Pilgerweg erleben.

Gegen Ende des Jahres wurde es aber rapide schlechter und 2021 hat dann gleich so richtig losgelegt…

Im Januar habe ich meinen Papa an Corona verloren 😥

Im März hat mein Bruderherz kundgetan, sich nach 9 Jahren Ehe und zwei Kindern von seiner Frau zu trennen.

Im April ist meine Mama gestürzt und darf sich seither auf ein neues Kniegelenk freuen.

Ebenfalls im April haben meine Freundin und ich beschlossen, im Guten getrennte Wege zu gehen.

Im Mai durfte ich mich nach „Umstrukturierungen“ im Unternehmen auf meinen eigenen Job bewerben. Mehr Geld gibt’s natürlich nicht, dafür mehr Arbeit und Verantwortung, weil einfach mal der halbe Standort zu einer „Gruppe“ zusammengefasst wurde, deren Leiter ich jetzt bin.

Jetzt ist Juli. Ich habe heute Geburtstag. …und was ist? Ich sitze hier einsam und alleine im Krankenhaus, weil ich es fertig gebracht habe, mir die Achillessehne zu reißen. Diesmal rechts, am Sprungbein. Links hatte ich die „Ehre“ schon vor 25 Jahren. Hätte gut und gerne auf eine Wiederholung verzichten können. Aber hey, immerhin den ganzen Tag im Bett rumlungern und das Essen bekomme ich auch gebracht 🥳😖

Was bringt denn nun die zweite Jahreshälfte?

Tja, momentan nur Frust. Punkt.

Eigentlich wäre ich heute und morgen – da ich mir über meinen Geburtstag Urlaub genommen hatte – entlang der Göhl unterwegs. Zwei Tage Via Gulia, von der Quelle bis zur Mündung.

Eigentlich wollte ich ab Anfang September den Heidschnuckenweg wandern. 11 Tage von Hamburg Fischbek bis Celle. Blöd wie ich bin, habe ich sogar schon enen Beitrag für meinen Blog angefangen, in dem ich etwas zum Weg an sich und den Widrigkeiten bei der Planung berichten wollte. Naja, den kann ich ja vielleicht irgendwann recyclen.

Eigentlich hatte ich für die Zeit zwischen den Jahren mit einem Kurz-Camino in Spanien geliebäugelt, dem Camino Ingles. Ich wäre an Silvester in Santiago angekommen.

Stattdessen sitze ich hier und weiß momentan echt nichts mit mir anzufangen. Recherchiere im Netz, wann ich wohl wieder anfangen kann, zu gehen – und darüber hinaus, wann ich wohl wieder wandern kann.

Die kommenden zwei Wochen bin ich jetzt KZH, bleibe mit AU zu kause, bin krankgeschrieben. Weil Auto fahren auch für die nächste Zeit flach fällt und ich auch auf gar keinen Fall jeden Tag die Treppen von/zu meiner Wohnung mit Krücken hoch- bzw. runterhumpeln will, habe ich für die Arbeit schon mal bis mindestens Mitte August HomeOffice angemeldet. Einkaufen wird natürlich schwierig, weil ich nichts schleppen kann – aber wozu gibt es denn Lieferdienste? Naja…

Bis September jedenfalls wird das extrem knapp mit der Aussicht, längere Strecken am Stück gehen zu können. Auch, wenn ich natürlich alles daransetzen werde, es doch zu schaffen und wieder fit zu werden, ich muss natürlich auf meinen Körper hören und auch auf das, was Ärzte und Physiotherapeuten mir raten.

Trotzdem wird das eine kleine „Wette“ gegen die Zeit. Ich habe bisher noch keine meiner Unterkünfte entlang des Heidschnuckenwegs abgesagt und werde das auch vorerst nicht tun. Kostenfrei stornieren kann ich ohnehin nur die wenigsten, da kann ich mir auch noch ein paar Wochen Zeit lassen. Die Bahnfahrkarte nach Hamburg ist auch Super-Sparpreis und damit nicht erstattungsfähig.

Vielleicht reicht es ja für zumindest ein paar der kürzeren Tagesetappen? Oder ich lasse mich mit dem Bus von A nach B kutschieren und ich mache Erholungsurlaub? Wenn es gar nicht klappt, kann ich mir ja einfach ein schönes verlängertes Wochenende in Hamburg machen.

Ich weiß es doch auch nicht… 🤷🏻‍♂️

Ich weiß, dass das Jammern auf sehr hohem Niveau ist. Das Bein heilt wieder und letztlich geht es nur um Urlaub. Aber warum kommt immer alles auf einmal?! …und irgendwie passt das ins Gesamtbild: Es kommt SO häufig vor, dass die Dinge, auf die ich mich am meisten freue, spontan in die Hose gehen…

Jaja, schon gut. Mimimimimi…

Alles Gute!

Ich hoffe, bei Euch läuft es deutlich besser, planbarer, angenehmer! Bleibt gesund, bleibt munter!

3 Gedanken zu “2021 – Halbzeit

    1. Danke Dir!
      Wie sagte schon einer der großen Fußball-Philosophen? „Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß“ (A. Brehme)
      Aber wird schon wieder…!

  1. Um Vince McMahon zu zitieren: Life sucks… and then you die! Tut mir leid, dass Du dieses Jahr schon so viel familiäre, berufliche und Beziehungstragödien durchmachen musstest. Trotzdem lese ich zwischen den Zeilen ein Augenzwinkern. Der Krankenhausaufenthalt gibt Dir wenigstens eine Atempause, auch wenn der Grund dafür natürlich sch… ist. Wenigstens hält Dir dieser Zustand die Arbeit vom Leib. Ich hoffe natürlich, dass Du schnell wieder gesund wirst und den Heidschnuckenweg (der ja nicht sooo anspruchsvoll ist) als Trainingsstrecke laufen kannst. Wenn nicht, lässt Dir die Infrastruktur bestimmt die Möglichkeit kleinere Tagestouren zu unternehmen.
    Bis Weihnachten bist Du bestimmt wieder fit und kannst den Ingles laufen (verlockende Idee übrigens…). Alles wird gut! Im ernst! LG Sonja

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