Die teuerste Art, langsam unbequem zu reisen – aber leider geil

Eine andere Art des Urlaubs. Oder auch: Weshalb es hier die letzten Monate so still war

Wenn der Job zu anstrengend wird, braucht es einen Ausgleich. Vor dem Problem stand ich in der Vergangenheit ja bereits mehrfach und ich habe bisher verschiedenste Dinge genutzt, um mich entweder abzureagieren oder meine persönlichen Akkus aufzuladen – je nachdem, was in diesem Moment eher angebracht war. Ganz früher hat es ausgereicht, sich für ein Wochenende abzuschotten und zu lesen. Oder stundenlang Musik zu hören. Das reicht leider, obwohl jahrzehntelang erprobt nicht mehr aus. Klemmbausteine (vulgo: Lego) schafften auch eine ausreichende Ablenkung – und tun es ab und an heute noch. Mir selbst Gitarre beizubringen war anfangs auch hilfreich, scheiterte aber schlussendlich sowohl an meinem mangelnden musikalischen Talent bzw. meiner zu niedrigen Frustrationstoleranz bzgl. meines Lernfortschritts und dem damit einhergehenden mangelnden Durchhaltewillen. In den vergangenen Jahren waren es vielfach Wandern oder Pilgern, bei dem ich mich über Tage und Wochen auspowern konnte. Den Kopf frei bekommen und gleichzeitig noch etwas für die Gesundheit tun, die perfekte Kombination.

Aber auch wenn ich fast immer Wegabschnittsgefährten gefunden habe und ich auch generell sehr gut mir mir allein klarkomme, fehlte mir zwischendurch doch die passende Begleitung an meiner Seite. Bei allen, mit denen ich das gemeinsame Gehen/Wandern auf kurzen Touren ausprobiert habe, hat das mit dem Tempo – und in wenigen Fällen aus gesundheitlichen Gründen mit der Leistungsfähigkeit – nicht funktioniert. Es ist halt leider für alle Beteiligten frustrierend, wenn Tempo, Pausenfrequenz oder sogar die bevorzugte Wahl der Unterkunft nicht zusammen passen. Klar kann jeder für sich unterwegs sein und es ist nett, dann am Ende des Tages irgendwo gemütlich zusammenzusitzen. Aber über Tag ist man dann dennoch Einzelkämpfer. Ich beneide jeden, der/die hier sein passendes Gegenpart gefunden hat.

Wind um die Nase…

Also habe ich ein bisschen überlegt und ein altes Hobby wieder ausgegraben. Ich bin nämlich wieder segeln gegangen! Wie ich darauf gekommen bin? Ganz einfach:
Erstens war ich als Kind öfters mit meinem Patenonkel segeln. Der hatte ein Segelboot auf dem IJsselmeer liegen. In der 8. oder 9. Klasse war ich auf Schüleraustausch in England und war da auch ein paar Mal mit meiner Gastfamilie auf dem Wasser. Allerdings habe ich nie „offiziell“ segeln gelernt, sprich: Ich habe nie einen Segelschein gemacht.
Zweitens fand ich, dass segeln die meisten meiner Grundanforderungen an ein mich von Alltagsproblemen ablenkendes Hobby erfüllt. Es ist fordernd bis anstrengend (zumindest weiß man abends, was man über Tag getan hat), es ist an der frischen Luft und man ist in Gesellschaft (reden wir Mal nicht vom Einhandsegeln, das ist eine andere Baustelle). Und es macht Spaß, zumindest mir.
Last, but not least und mit der wesentlichste Punkt ist, dass meine Freundin ohnehin segelt und Zugriff auf das kleine Bötchen ihres Vaters hat, das auf dem Rursee vor sich hindümpelt. Da lag die Wahl also schon recht nah.

Um ein bisschen Struktur in die Sache zu bringen und damit ich mir das Boot auch Mal krallen kann, ohne dass meine Freundin dabei ist, habe ich diesen Sommer so nebenbei meine ersten „Segelscheine“ gemacht. Mehrzahl deswegen, weil es eine ganze handvoll unterschiedlicher Scheine gibt, wir sind schließlich in Deutschland. Ich bin also inzwischen stolzer Inhaber des Sportbootführerscheins Binnen (Segeln/Motor) und des Sportbootführerscheins See. Der Sportküstenschifferschein folgt nächstes Jahr, mit dem darf ich auch im Ausland Boote/Yachten ausleihen (auf schlau: chartern). Einen anderen Grund, den zu machen, gibt es dafür eigentlich nicht. Dann gäbe es noch den Sportseeschifferschein und den Sporthochseeschifferschein. Die braucht man aber im Grunde nur, wenn man gewerblich segelt. Zusätzliches Wissen wird da wenig vermittelt, daher spare ich mir die. Um international eigenständig unterwegs zu sein, fehlt mir noch das passende Sprechfunkzeugnis und der Fachkundenachweis Seenotsignalmittel, aber das ist dann was für einen ruhigeren Lebensabschnitt. Alles Begriffe, mit denen man beim Scrabble das Brett sprengt…

Ich kann also inzwischen nicht nur segeln, ich darf es auch ohne Aufsicht, bin ja jetzt groß. Das habe ich zwischendurch auf dem Rursee auch des öfteren umgesetzt. Wenn man weiß, wo man gucken muss, ist „mein“ Boot auf dem Bild bei Wikipedia vom Rursee sogar zu sehen (rechts neben der Staumauer, der erste „Ring“ und da auf ca. fünf Uhr). Allerdings ist der Stausee nun kein unbedingt spannendes Segelrevier, zumal er gerade diesen Sommer mit extrem niedrigem Füllstand auch ordentlich Fläche eingebüßt hatte. Von zu Hause, also von Aachen aus, sind die Maasplassen bei Roermond noch gut zu erreichen, aber spannend ist auch anders. Beides sind halt ausgewiesene Binnen-Schwachwindreviere, aber für einen gemütlichen Tag auf dem Wasser an einem Wochenende allemal ausreichend.

Falls es wen interessiert: Das kleine Boot ist ein FAM Jollenkreuzer, inzwischen knapp 50 Jahre alt und es sollte einen der kommenden Winter besser Mal in einer Werft verbringen. Neues Segeltuch braucht es auch…

… Wasser unterm Poppes…

Für einen ausgewachsenen Urlaub könnte man das kleine Boot natürlich aus dem Wasser holen, auf einen Hänger packen und irgendwo hinfahren, wo es „spannend“ ist. Machbar, allerdings ziemlicher Aufwand. Das geht mit einem Motorboot besser, denn das hat für gewöhnlich keinen Mast, der gelegt und keine Takelage, die verstaut werden muss. Da geht für Ab- und Aufbau am Anfang und Ende eines Urlaubs locker jeweils ein Tag drauf. Außerdem wird es an Bord mit vier Erwachsenen schon langsam eng und eine ganze Woche möchte ich nicht unbedingt darauf verbringen. Dafür fehlt es an Notwendigem wie Toilette, Heizung, Herd, Spülbecken, Kühlschrank, …

Mit einem Grüppchen aus sechs Personen haben wir uns daher Ende September zusammengetan und etwas größeres gechartert. Und sind damit auch auf ein größeres Wasser gegangen. Und hatten eine Menge Spaß. Und haben noch einiges gelernt.
Die Tour (auch wieder auf schlau: der Törn) sollte „Rund Fünen“ gehen, also auf die Ostsee. Ein Klassiker, bei halbwegs brauchbarem Wetter in einer Woche zu schaffen und mit genug Möglichkeiten zur Variation, sollte es mit dem Wetter nicht passen. Gestartet wurde in Flensburg. Wir hatten einen erfahrenen Skipper dabei, denn ganz so blauäugig, wollten wir uns nicht an eine Yachtcharter begeben. Auch wenn ich grob weiß, was es dabei zu beachten gilt, ist es doch ratsam, jemanden dabei zu haben, der das schon Mal gemacht hat und dem man über die Schulter schauen kann. Außerdem kannte er den Vercharterer und hat für uns sogar noch einen „Spezialpreis“ ausgehandelt.

Außerdem war es abgesehen von ihm für den Rest inklusive mir der erste Törn auf einem derart großen Boot. Segeln lernt man (fast überall) auf kleineren Booten, bei mir war es eine Polyvalk mit gerade Mal 6,5 Metern Länge. Für die Charter hatten wir eine Yacht mit satten 46 Fuß (rund 14 Meter). Also schon ein ansehnlicher Brocken, von dem ich gar nicht wissen will, was so was neu kostet. Auch wenn man mit den Segelscheinen Boote bis 20 Meter führen darf, ist das eine komplett andere Hausnummer, was das Handling angeht. Das Segeln an sich ist meinem Empfinden nach ein bisschen einfacher, als auf einem kleinen Boot. Bis so eine gewichtsstabilisierte Yacht kentert, muss man nämlich vorher schon so einiges so richtig arg falsch gemacht haben. Alleine schon für die Hafenmanöver war es extrem hilfreich, dass wir ausreichend Know-How an Bord hatten. Das ist zum Vergleich in etwa so, als wenn man vom Fahrschul-Golf gleich auf einen 7,5t-LKW umsteigt (geht ja mit dem alten Klasse 3).

Das unsere Yacht Bird of Prey hieß, hat mich als alten Trekkie auch enorm getriggert 🖖

Um so langsam Mal den Bezug zum Titel dieses Beitrags herzustellen:
Natürlich steht primär der Segelspaß im Vordergund. Aber so ein Segelboot hat – außer man heißt Jeff Bezos und lässt sich so nebenbei die größte Segelyacht der Welt bauen – nur bedingten Komfort. Die Kajüten nebst Kojen tun ihren Dienst, aber zu mehr als zum Schlafen reicht es in der Regel nicht. Teilt man sich wie wir mit zwei Personen eine Kajüte, reicht der Platz gerade so zum Stehen neben der Koje und zum Verstauen des Gepäcks. Die Nasszellen sind in etwa mit der in einem Wohnmobil vergleichbar, zumindest, was die Platzverhältnisse angeht. Im Wohnmobil braucht man aber immerhin nicht auf die Seeventile zu achten und die Spielregeln der Benutzung bzw. der Entsorgung von Brauchwasser zu befolgen. Bei uns an Bord gab es eine kleine Messe, also eine Küchenzeile mit einen zweiflammigen Gasherd, Kühlschrank und ausreichend Sitzbänken. Wer mit der Ausstattung von günstigen Ferienhäuschen, Jugendherbergen oder Herbergen an den spanischen Jakobswegen klarkommt, der kommt auch auf einem halbwegs vernünftig ausgestatteten Segelboot klar. Luxus kann man nicht erwarten – obschon so ziemlich alles möglich ist, greift man tief genug in die Schatzschatulle. Für uns jedenfalls hat es gereicht. Nachteilig war, dass es keinen eigenen Kartentisch gab, also musste der eine verbleibende Tisch jedes Mal wieder freigeräumt werden. Da wir aber bis auf kurze Ausnahmen richtig gutes Wetter hatten, haben wir zumindest mittags bzw. generell tagsüber ohnehin „an Deck“ gegessen, in der Praxis kam man sich da also gar nicht ins Gehege.

Was die „teuerste Art“ angeht – ich habe spaßeshalber Preise verglichen. Die Miete für ein Wohnmobil, das für 6 Erwachsene Platz bietet plus Sprit, plus Stellplatzkosten, ist pro Person alles in allem, wenn überhaupt, nicht viel günstiger, als eine Woche Charter für ein „Mittelklasse“ Segelboot inkl. Hafengebühren. Apropos Hafengebühren – mit denen hat man dann auch freien Zugang zur dortigen Infrastruktur, d.h. Toiletten, Duschen, ggf. Waschmaschine/Trockner, u.U. Grillplätze, Spielplätze, WLAN und vor allen Dingen: Strom. Denn die Batterien an Bord halten auch nicht ewig, selbst wenn man sie mit dem Schiffsdiesel wieder aufladen kann. Das ist alles schon recht vergleichbar zum Camping mit Wohnmobil.

Generell war bei uns Selbstverpflegung angesagt. Klar kann man nahe der meisten Häfen auch irgendwo Essen gehen, aber da wollten wir unabhängiger sein. Auch weil wir uns vorgenommen hatten, das Tageslicht so weit es geht auszunutzen und ggf. dann auch erst abends, d.h. bei Dunkelheit den vorgesehenen Hafen anzulaufen. Das hat dann gleich zu Anfang zum mit Abstand längsten Aldi-Kassenzettel geführt, den ich in meinem bisherigen Leben bisher in der Hand hatte, runde 1,5 Meter. Aber sechs Mäuler wollen halt auch gestopft werden. Gleich vier volle Einkaufswagen dann noch vom Supermarkt zurück zum Hafen rollen, das habe ich auch zum ersten Mal gemacht.

Alle regelmäßigen und wichtigen Aufgaben an Bord haben wir schon bevor es überhaupt losging reihum verteilt. Also gab es einen Plan fürs Kochen, Spülen/Aufräumen, das Führen des Logbuchs, die Navigation, und das Einholen und Auswerten des Wetterberichts. So war alles Wesentliche fair verteilt und niemand konnte sich beschweren. Fair verteilt war dann abends auch das leckere, obligatorische Anlegebier. Schön gemütlich an Deck sitzen und nachdem die letzte Leine festgemacht ist und ein Bier plöppen, das hat Stil und ist Ausdruck einer gewissen Lebensfreude. 😉 Fürs Mittagessen sind wir, s.o., aber eigentlich auch nie unter Deck gegangen. Entweder es wurde in Etappen gegessen oder es hieß Beiliegen und gemeinsam essen. Das war für sechs Leute zwar eng, aber nicht ungemütlich. Außerdem schien und ja die Sonne auf den Pelz.

Unsere Yacht hatte eine maximale Rumpfgeschwindigkeit – die Physik dahinter beiseite gelassen sowas wie die Höchstgeschwindigkeit – von 9,5 Knoten in den Papieren stehen. Die haben wir insbesondere an den ersten beiden Tagen mit viel frischem Wind auch locker erreicht. Ansonsten waren wir eher mit 5-7 kn unterwegs. Das lief auf ein Tagespensum von 8-10 Stunden segeln hinaus. Wer Bock hatte, war an Deck und war entweder Steuermann, Navigator oder Vorschoter. Wer keinen Nerv hatte, was eigentlich kaum vorkam 😎, war halt unter Deck lesen, pennen oder um was auch immer zu tun.

Also zusammengefasst:
Teuer? Kommt drauf an, klar kann man günstiger Urlaub machen, eine Pauschalreise nach Antalya zum Beispiel. Aber auch teurer geht immer. Für das „Gebotene“ war der Preis in jedem Fall fair.
Langsam? Auf jeden Fall! Aber das ist ja auch Sinn der Sache.
Unbequem? Kommt auf den eigenen Bedarf an Komfort an. Von uns hat sich jedenfalls niemand beschwert. Aber segeln kann anstrengend sein. Von der Arbeit an den Schoten hatte ich jedenfalls noch Tage später Muskelkater in den Fingern.

…Sonne im Gesicht

Jetzt aber genug vom Vorgeplänkel und ein bisschen was zur Reise an sich. Und bevor jemand fragt: Abgesehen von ein oder zwei Stunden gleich am ersten Tag mit kurzen Wellen schräg von achtern und dem vollen Programm der Bootsbewegungen im dreidimensionalen Raum gab es keine Probleme mit Seekrankheit 😬

Rund Fünen haben wir leider nicht geschafft bzw. haben die Route schon am zweiten Tag angepasst. Wind- und Wettervorhersage hätten es ansonsten nur sehr schwer planbar gemacht, die Runde rechtzeitig – zumindest segelnd – zu Ende zu bringen. Unter Motor wäre das alles gegangen, aber das sollte ja nicht Sinn der Sache sein.

Tag 1: Bootsübernahme, Flensburg-Galwik nach Sønderborg
Tag 2: Sønderborg – Ballen (kurzer Segeltag, wg. Gewitter frühzeitig den Hafen angelaufen)
Tag 3: Ballen – Svendborg
Tag 4: Svendborg – Dyvig
Tag 5: Dyvig – Gelting
Tag 6: Gelting – Felsburg-Galwik
Tag 7: Klar Schiff machen , Bootsübergabe

Weil wir Bock drauf hatten und weil wir Segelpraxis üben wollten, haben wir anfangs und zwischendurch immer Mal wieder ein, zwei Stündchen Manövertraining dazwischen geschoben. Daher sieht der Kursplot stellenweise so aus, als wären wir besoffen gewesen. Hätte ich auf meinem Handy nicht nur alle fünf Minuten eine Position setzen lassen, sähe das Gewirr noch viel schlimmer aus. …und weil ich ein bisschen deppert bin, fehlt an Tag 3 der komplette Vormittag. Insgesamt haben wir rund 300 Seemeilen gesammelt, ohne uns dabei groß anstrengen zu müssen.

Abgesehen von den leichten Einschränkungen, was das körperliche Unwohlsein am ersten Tag angeht, war das purer Spaß. Beim Driften mit dem Auto heißt es ja „Schräg ist nicht schnell“. Mit einem Segelboot driftet man zwar nicht, aber schräg , also mit ordentlich Krängung, fahren, geht hier auch. Ist auch hier nicht schnell, macht aber tierisch Bock. Irgendwann ist aber gut, dann wird halt gerefft.

Neben vielen kleinen Highlights, gab es auf jeden Fall noch ein paar größere. Da wäre die Hafeneinfahrt in Dyvik, schon bei schlechterem Wetter toll. Aber wir sind bei Sonnenuntergang und spiegelglatter See eingelaufen – ein absoluter Traum, fast schon kitschig. Unser Skipper hatte eine kleine Drohne dabei, mit denen er unter anderem auch hier ein kleines Filmchen gedreht hat. Ich überlege immer noch, ob wir das dem Hersteller unserer Yacht nicht als Werbevideo zur Verfügung stellen sollten? Aber seht selbst:

Gleich am nächsten Tag, oder vielmehr am nächsten Abend, war die Hafeneinfahrt von Gelting auch sehr spannend – und kurz davor zu spannend zu sein. Die Einfahrt ist nämlich sehr schmal, links und rechts davon sind Untiefen. Die Fahrwassertonnen sind alle unbefeuert, also schon bei gutem Wetter nur schwer zu erkennen. In unserem Fall zog dazu langsam noch Nebel auf. Einer stand vorne am Bug und hat Ausschau gehalten, je einer hing an Back- bzw. Steuerbord über der Bordwand, um knapp über der Wasseroberfläche mit einem Suchscheinwerfer, ohne die Leute an Deck zu blenden, zu versuchen, die spärlich vorhandenen Reflektoren der Tonnen anzuleuchten. Der Rudergänger ist nur auf Zuruf und sehr, sehr langsam gefahren. Das war schon echt spooky.

Zum Abschluss hatten wir dann noch hohen Besuch. Irgendjemand meinte noch scherzhaft „Guckt mal, dahinten kommt Jack Sparrow!“* Aber es war dann doch nicht die Black Pearl, es war „nur“ die Gorch Fock, leider nicht unter Segeln. So sind wir dann, als nach dem Anlegen an der Pier der Marineschule Mürwik an Bord strammgestanden wurde, unter Begleitung der Nationalhymne ganz langsam Richtung unseres Hafens in Flensburg vorbei defiliert.

Jeden Tag haben wir immer Mal wieder Grindwale gesehen. Die waren aber irgendwie immer zu schnell oder zu weit weg – oder sie waren einfach schüchtern. Jedenfalls haben sie sich partout nicht fotografieren lassen. Cool war es trotzdem.

Mast- und Schotbruch

Was war das ein Spaß! Schade, dass der Törn nur eine Woche ging. Aber nun gut, es muss ja nicht gleich eine Weltumseglung oder zumindest eine Atlantiküberquerung sein. Um Segelerfahrung zu sammeln, nebenbei Spaß zu haben und um sich auszutoben, war die Woche genau richtig.

Mein Ziel, den Kopf durchzupusten, aus dem Alltagstrott zu kommen, dabei aktiv zu sein UND Spaß in Begleitung zu haben, habe ich jedenfalls vollumfänglich erreicht. Es wird also definitiv nicht bei diesem einen Tön bleiben, auch wenn ich für kommendes Jahr natürlich wieder mindestens eine längere Wandertour plane. Über mehrere Tage zu Wandern kann ich im Zweifel spontan planen, beim Segeln muss es zeitlich bei mehreren Leuten passen. Es hat also alles seine Vor- und Nachteile. Für mich ist es aber kein entweder oder, sondern sowohl als auch. In meiner kleinen Welt ergänzt sich beides aktuell ziemlich perfekt.

Die kleine FAM muss leider über den Winter aus dem Wasser, das schreiben die „Regelungen für die Nutzung des Hauptsees der Rurtalsperre Schwammenauel“, was ein wunderbar deutscher Titel, so vor. Das hat mit der Stauhöhe der Talsperre zu tun, die genauen Zusammenhänge darf jeder selbst nachschlagen. Insofern ist das Mal eben einen Tag segeln gehen im Aachener Umland leider ein Halbjahreshobby. Aber irgendwas ist ja immer.

Also dann – immer eine handbreit Wasser unterm Kiel! Bleibt gesund und fröhliche Weihnachten! Wir lesen uns im neuen Jahr 🙋‍♂️

Aber zum Abschluss einfach noch ein paar Bilder von unterwegs:


*: CAPTAIN Jack Sparrow. So viel Zeit muss sein.

Kommentar verfassen