Caminho Português Tag 7 – Der längste Tag

12. September 2020 – Valença bis Mos (26 km, gefühlte 35 km)

Auch heute wollen wir wieder früh los. Es steht nämlich wieder eine Hitzeschlacht zu befürchten. Außerdem ist die Strecke heute ein wenig länger als die vergangenen Tage. Dazu kommt, dass wir die Zeitzone wechseln, Spanien ist Portugal eine Stunde voraus. Schon irgendwie merkwürdig, da wir ja die Grenze von Süd nach Nord hin überqueren.

Deadline

Das Schöne am Pilgern ist ja, dass man im Grunde keinen Zeitdruck hat – wenn man nicht unbedingt das Wettrennen um die Plätze in den Herbergen zur Stoßzeit von Juni bis August mitmacht. Heute ist das bei uns allerdings anders: Es geht für uns bis nach Mos, dort haben wir uns Schlafplätze in der öffentlichen Herberge reserviert.
Aber Moment Mal? Reserviert? In einer öffentlichen Herberge? Schon richtig, das sind für gewöhnlich die, in denen nicht reserviert werden kann, wer zuerst kommt, malt zuerst. In Zeiten von Corona stellen diese Herbergen allerdings in den kleineren Orten sicher, dass Pilger ein Dach über dem Kopf für die Nacht haben. Um die Spielregeln für Hygiene und Infektionsschutz einhalten zu können und auch, um Infektionsketten rückverfolgen zu können, ist eine Reservierung inkl. Angabe seiner persönlichen Daten über die Webseite der Xunta de Galicia, also der Regierung Galiciens notwendig.

Dazu gilt eine Regel, die uns heute zu Getriebenen gemacht hat – bis 17 Uhr muss man nämlich eingecheckt haben, sonst verfällt die Reservierung. Dann ist nicht mehr garantiert, dass man noch unterkommt – und in Mos wäre das ein ziemliches Problem. Denn einmal dort, gibt es nichts anderes. Genauso einige Kilometer davor oder dahinter. Also muss es für heute 17 Uhr Mos sein.

Despacito

Früh aufstehen? Jupp. Früh losgehen. Klaro. Gut voran kommen? Och nöööö.

Von unserem Appartement aus erklimmen wir alle gemeinsam zunächst den kleinen Hügel, auf dem die Festung von Valença thront. An – oder vielmehr in – der Festung angekommen, nutzen wir die Gelegenheit, ganz gemütlich zu schlendern und ausgiebig links und rechts zu schauen. Wir haben die Altstadt ganz für uns, es ist sonst noch niemand unterwegs.

Aber vielleicht hat uns jemand erwartet? Muss ja, denn warum sonst wäre ein pinker Teppich ausgerollt und alles fröhlich mit Fähnchen geschmückt?

Die Altstadt ist wirklich schön und die Festungsmauern sind mächtig und mächtig beeindruckend.

Gestern gab es aus Valença ja keinen Stempel. Das möchte Jann heute früh nachholen. Gut, dass er wieder den Beta-Tester spielt, denn so entgehe ich einem weiteren, echt hässlichen Adressstempel. Läuft bei mir.

An der Brücke über den Rio Minho angekommen, macht sich bei uns langsam aber sicher Melancholie breit, da sich unsere Truppe in wenigen Minuten auflösen wird. Es werden eine Menge Fotos geschossen, hier geguckt, da geguckt und wir bleiben immer wieder stehen. Noch langsamer und wir wären rückwärts gegangen.

Genau in der Mitte der Brücke, auf der Grenze zwischen Portugal und Spanien ist es dann so weit. Nicht nur, dass uns ab da eine ganze Zeitzone trennt, Doro und Vroni führt ihr Weg wieder zurück nach Süden. Lina ist sich immer noch nicht 100%ig sicher. Das einzige, was wir ihr raten können ist, dass sie ihrem Herzen folgen soll – und wir bieten ihr an, auf dem weiteren Weg auf sie aufzupassen. Ich glaube, die Entscheidung fällt ihr alles andere als leicht, aber sie entscheidet sich dazu, mit Melina, Jann und mir weiter nach Santiago zu pilgern.

Viele Umarmungen, Abschiedsworte und ein paar Tränchen später, machen wir verbliebenen vier uns dann auf den Weg. Schon irgendwie in das „unentdeckte Land“, aber in erster Linie nach Tui.

Despacitoooohooooo

Nach der Brücke führt der Ex-Caminho, jetzt Camino, erst einmal bis fast hinunter an den Ex-Rio-Minho, jetzt Río Miño. Ein kurzer Blick auf die Uhr. Ein ungläubiger zweiter Blick auf die Uhr. Die anderen Fragen, ob die Uhr vielleicht falsch geht. Aber ein, es ist wirklich schon halb 10. Halb! Zehn!

Übrigens: Die ersten drei Personen, die uns in Spanien über den Weg gelaufen sind, hatten entweder gar keine Maske auf oder sie hing halbherzig unter dem Kinn. Davon ein Polizist, denn gleich hinter der Grenze ist eine Polizeistation. Soviel zu den strengen Regeln hier in España… Aber wir tragen unsere Schnutenpullis so, wie es sein soll.

Gut, dann ist es eben ein bisschen später am Morgen, aber es ist ja alles noch entspannt. Also gehen wir recht gemütlich den teilweise steilen Weg über die uralte, gepflasterte Hauptstraße in die Altstadt von Tui hoch.

Oben angekommen, stehen wir vor der Kathedrale von Tui, die eher den Eindruck einer Trutzburg mit merkwürdigen Proportionen erweckt. Keiner von uns hat das große Bedürfnis, sich die Kirche von Innen anzuschauen. Offen hat sie zwar, aber es ist ziemlich duster drinnen und dass der Herr, der mir den Pilgerstempel aufdrückt ausschaut, als hätte ich ihm persönlich in die Suppe gespuckt, fördert auch nicht eben mein Interesse.

An der Touristeninformation gegenüber wird Melina von einer fröhlichen Dame vereinnahmt, die unbedingt wissen möchte, wo wir herkommen, uns erzählt, dass hier alles halb so schlimm sei, man aber trotzdem vorsichtig sein solle was das Virus angeht und dass genug Herbergen geöffnet haben. Selbstredend hole ich mir auch hier noch einen Stempel ab. Wir vier werden von ihr außerdem noch auf einem Foto verewigt. Wer weiß, vielleicht tauchen wir irgendwann einmal in einem Werbeprospekt der Stadt auf?

Weit kommen wir aber nicht. Ich schätze, es sind gerade Mal 100 Meter. Wir biegen um eine Ecke und gehen an einem Café vorbei, als Melina Andy entdeckt. Auf dem Tisch vor ihm eine leere Espresso-Tasse und die zweite in seiner Hand ist auch auf dem besten Weg, geleert zu werden.

Wir können natürlich nicht einfach so vorbei gehen, also stellen wir unsere Rucksäcke an die Seite, bestellen uns Cafe con leche und Zumo de naranja (hach, spanisch – endlich) und gesellen und zu Andy. Etwa eine halbe Stunde später verabschieden wir uns ausgiebig, denn auch Andy werden wir wohl leider auf diesem Weg nicht wiedersehen. Er geht zurück nach Portugal, denn in Spanien möchte er erst wieder unterwegs sein, wenn die „Leute hier nicht mehr so crazy“ sind.

Einen Gang hochschalten

Zumindest pilgern wir jetzt in einem Tempo, das mit ein bisschen Phantasie sogar als Wandern durchgehen kann. In erster Linie genießen wir nämlich die Landschaft.

Ich wage Melinas Feststellung, dass es hier in Galicien gleich viel grüner ist, als noch vor einer Stunde in Portugal, zwar zu hinterfragen, aber grundsätzlich hat sie Recht. Denn für den Großteil des Tages geht es heute durch Wald und Flur. Galicien halt, ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich mich sogar schon vor Beginn meines Jakobsweges gefreut habe, wieder hier unterwegs zu sein. …und weil gemütlich durch den Wald laufen und entspanntes Plaudern sehr, sehr anstrengend ist, fallen wir in der ersten Ortschaft, Ribadelouro, in einer Bar ein und gönnen uns einen Kaffee – und wieder ein Calippo! Kurz: Wir lassen es uns echt gutgehen.

Weiter geht es durch den Wald, bis man kurz vor Orbenlle (den Ort musste ich jetzt nachschlagen, ansonsten ist dort nämlich absolut nichts Erwähnenswertes) entscheiden muss, wie der Weg für die kommenden ca. 8 Kilometer gestaltet sein soll. Variante A, ganz klar der Zonk, führt den geneigten, vielleicht ein wenig masochistischen Pilger geradeaus durch ein Industriegebiet. Wir wählen Variante B. Zwar gut einen Kilometer länger, dafür aber wieder durch und über Feld, Wald und Wiese.

Das eine Kilometerchen mehr ist dann aber nicht einmal das Problem. Auch die Streckenbeschaffenheit also solche nicht. Es geht sanft auf und ab, zwar manchmal an einer Nebenstraße entlang über Asphalt, aber sehr angenehm zu gehen. Einmal mehr wird die Hitze unser Gegner. Wir merken deutlich, dass es schon wieder Mal an der Marke von 35°C kratzt.

Lina und Melina fallen irgendwann deutlich zurück. Selbst Jann lasse ich hinter mir. Kurz vor O Porriño unterquert der Weg die Autobahn. Unter der Brücke ist seit keine Ahnung wie vielen Kilometern die erste vernünftige Gelegenheit, sich in den Schatten zu setzen, auch wenn es nur die Kante des Bürgersteigs ist und die Beine im Straßengraben baumeln. Hier holt Jann mich wieder ein. Die Hitze ist wirklich hart zu ertragen und wir sogen uns ein bisschen um die Mädels. Jann ruft bei Melina an – den beiden geht es ähnlich, wie uns, nur waren sie so schlau sich ins Wartehäuschen einer Bushaltestelle zu setzen. Da gibt es zwar keinen Schatten, aber immerhin kann man sich sitzend ein wenig ausruhen.

Gleich hinter der Brücke steht eine junge Frau in einem blau-gelben Camino-Shirt, die Jann und mich anquatscht, als wir weitergehen wollen. Was ein Glück! Sie fängt hier nämlich Pilger ab und weist sie auf die Wegalternative hin, die einen weiter am kleinen Flüsschen Louro lang führt. Der gelbe Pfeil, der nach links zeigt, wäre mir an der Stelle vermutlich gar nicht aufgefallen. Geradeaus geht es nämlich auf die Zonk-Strecke durchs Industriegebiet. Allerdings gibt es auf der schönen Strecke keine Bar oder irgendwas anderes, wo man etwas trinken könnte. Die Strecke ist zudem auch wieder ein bisschen länger, als der Weg durchs Industriegebiet. Aber da kommt es jetzt auch nicht mehr drauf an, daher folgen Jann und ich gerne der Empfehlung unseres netten Guides.

An sich ist auch dieser Abschnitt richtig schön. Es gibt sogar eine Handvoll Picknickplätze. Nur sind die nicht sehr einladend, denn sie sind ohne Ausnahme komplett zugemüllt. Für sowas fehlt mir jedes Verständnis, Jann und ich regen uns entsprechend auf. Vor allem liegt dort nicht nur ein bisschen Müll, den wir vielleicht noch hätten mitnehmen können. Nein, es sieht eher danach aus, als hätten sich dort die Hinterlassenschaften gleich mehrerer Open-Air-Festivals angesammelt, echt schlimm.

In O Porriño steht die nächste, dringend notwendige Pause ganz oben auf unserer Liste. Wir ergreifen ohne groß zu überlegen die erstbeste Gelegenheit und setzen uns in ein Burger-Bistro-Bar-Mix. Der Laden ist auf Gefrierschrank-Niveau klimatisiert und ich habe ein bisschen Angst, dass ich mir, verschwitzt wie ich bin, hier den Tod hole.
Den Grundsatz „kein Bier vor Vier“ ignorieren wir heute, denn wir haben extremen Durst und den Alkohol haben wir bis zum Ortsausgang wahrscheinlich eh wieder ausgeschwitzt. Jann zieht sich daraufhin einen deftig-fettigen Burger rein. Ich belasse es bei Churros – den trockensten, die ich je gegessen habe. Außerdem gab es keine Schokolade dazu.

Ein erneuter Kontrollanruf bei Lina und Melina – wir sind fast eine Stunde Fußmarsch vor ihnen. Uff. Weder waren wir besonders schnell, noch glaube ich, dass die beiden besonders langsam unterwegs waren. Die Summe aus beidem machts. Aber wenigstens wissen sie dann jetzt auch, wo sie am Fluss links abbiegen müssen und wo man etwas zu trinken bekommt.

Hackengas!

Mit Blick auf die Uhr wird uns recht schnell klar, dass wir uns so langsam ein bisschen sputen müssen. Es sind von hier aus noch knapp 6 Kilometer und es ist schon 15:30 Uhr durch. Kühler ist es natürlich auch nicht geworden, dazu geht es das letzte Stück vor Mos auch noch bergauf.

Wir sehen also zu, dass wir weiterkommen und gehen ab hier auch nicht eben langsam. Im Gegenteil, legen wir ein recht straffes Tempo an den Tag. Ab hier geht es dann Mal wieder fast ausschließlich durch die Sonne. Wäre ja auch mal schön, wenn die Teilstücke ohne Schatten einen morgens erwarten würden, aber nun gut.

Erstaunlicherweise bin ich schon wieder schneller als Jann. Wahrscheinlich ist er aber einfach nur vernünftiger und nimmt ein bisschen Speed raus. Denn als wir an einer Wasserstelle vorbeikommen, neben der auch eine einladend aussehende Bank im Schatten unter Weinranken steht, lasse ich mich vollkommen fertig darauf fallen. Nix geht mehr. Ich lasse Jann ziehen und rufe ihm noch hinterher, er soll sich um die Betten für Lina, Melina und mich kümmern, falls wir es bis 17 Uhr nicht schaffen.

Was ich gerade noch so schaffe ist, meinen Kopf unter den Hahn zu halten und mir Abkühlung zu verschaffen.

Ich bleibe eine ganze Weile sitzen. Es ist nicht so, dass es mir schlecht ginge, ich habe einfach nur keine Power mehr. Das merke ich vor allem daran, dass ich anfange zu schlurfen. Dazu muss ich kurz ausholen: Vor Jahren habe ich mir die Achillessehne gerissen und seither humple ich unter Belastung leicht. Es stört mich nicht und ich habe auch keine Schmerzen oder so. Aber wenn ich müde werde – also im Sinne von erschöpft, lässt irgendwann die Koordination dann so weit nach, dass ich das Bein ein wenig nachziehe.

Ich stelle fest: Heute müsste ich wirklich lange überlegen, auch nur einen guten Grund zu finden, wenn mich jemand fragen würde, warum in Gottes Namen ich mir das hier freiwillig antue.

Als ich wieder einigermaßen zu Atem gekommen bin und einen ganzen Liter Wasser getrunken habe, traue ich mich langsam wieder, weiterzugehen. Diesmal aber auch in eher gemäßigtem Tempo, denn auf die paar Minuten kommt es jetzt auch nicht mehr an. Den Anstieg zur Herberge krieche ich dann förmlich hoch und ich mache drei bis siebzehn Kreuze, als ich ankomme. Es ist 16:50 Uhr. Na, da war ja noch satt Zeit!

Drinnen erwartet mich Jann, natürlich. Aber meine Augen werden groß, als die Mädels auch vor mir stehen. Sie haben nämlich kurzerhand in O Porriño ein Taxi bestiegen und sind hierher gefahren. Die Taxe müsste mich ja eigentlich sogar überholt haben? Gut, wenn sie nicht gerade aus dem Fenster gewunken und gerufen hätten, hätte ich sie wohl ohnehin nicht beachtet.

Ich schaffe es eben gerade noch so, die Anmeldeformalitäten zu erledigen – also Perso und Credential vorlegen, Stempel kassieren und bezahlen. Heute bekomme ich dafür auch noch eine Eintrittskarte ausgehändigt. Dem Aufdruck nach ist die aber weniger wegen Corona eingeführt worden, als vielmehr aufgrund des eigentlich zu erwartenden Ansturms im Heiligen Jahr, auf Galicisch dem Xacobeo. Irgendwie muss man da schließlich den Überblock behalten.

Cooldown

Die „Rezeption“ der Herberge ist im Gebäude nebenan, kombiniert mit einem Museum und einer Bar. Die Dame am Empfang möchte uns daher ins Schlepptau nehmen und mit uns rüber gehen, um uns alles zu zeigen. Ich verzichte dankend, dass können die anderen nachher auch tun. Gleich vor dem schönen alten Gemäuer mit dem Empfang gibt es eine große Treppe, in der neben einem Sockel ein Teil der oberen Stufen im Schatten liegt. Mein Rucksack und alles andere, was irgendwie stören könnte, landet auf der obersten Stufe, ich lege mich daneben auf den Rücke, die Beine angewinkelt. Tief durchatmen, strecken und den Kreislauf zur Ruhe kommen lassen. Keine Ahnung, wie lange ich da liege, irgendwann fragt die Hospitalera, ob bei mir alles in Ordnung sei. Sie bekommt von mir einen Daumen nach oben, aber sie hat ja schon recht – irgendwann sollte ich vielleicht auch duschen gehen. Aber es liegt sich halt gerade so schön…

Nachdem ich mich doch irgendwann aufraffen konnte und meinen Rucksack und mich in den 2. Stock der Herberge geschleppt habe, ist die Dusche eines der Highlights des Tages. Es tut so gut, sich eine Zeit lang einfach nur von kaltem Wasser berieseln zu lassen! Danach fühle ich mich wie neugeboren.

Der Rest des Tages verläuft für uns vier sehr geruhsam. Melina und Jann ruhen in der Tat. Lina möchte ein bisschen für sich sein und setzt sich alleine draußen irgendwo hin. Ich gehe runter in die Bar und bestelle mir einen Kaffee, den ich mit nach draußen auf die Terrasse nehme. Hier stehen ein paar schöne gepolsterte Rattan-Möbel, auf denen es sich bequem sitzen lässt. Mein Tagebuch wurde die letzten Tage ein bisschen stiefmütterlich behandelt und so sitze ich dort bestimmt anderthalb Stunden und schreibe. Ab und an unterbrochen, wenn ich aufstehe und mir etwas zu trinken kaufe, wobei ich von Cafe con leche auf Coke Zero umsteige.

Als ich in das Restaurant gegenüber gehe, um ein schnelles Abendessen einzuwerfen – viel Appetit habe ich nicht – sitzen Jann und Melina schon dort. ein paar Minuten später taucht auch Lina auf. Wir sind aber alle ziemlich durch, derart, dass wir uns nicht einmal großartig unterhalten.

Wir überlegen, wie wir den morgigen Tag gestalten sollen. Eine kurze Strecke? Dann wären wir in Arcade, dem Ort bei dem ich immer an die Spieleautomaten der 70er und 80er denken muss. Hier gibt es einen kleinen Strand, das könnte man ausnutzen.
Oder doch weiter bis Pontevedra? Knapp 30 Kilometer und das bei wieder an die 35°C. Da hat im Grunde niemand von uns Lust drauf. Natürlich könnten wir in Arcade eine Siesta einlegen und dann nachmittags weiterpilgern. Ich wage aber zu bezweifeln, dass sich dann noch irgendwer motivieren könnte.

Also werden wir es beim Beamten-Pilgern belassen. Den Begriff hatte Doro vor einigen Tagen geprägt: Mo-Fr 9 bis 15 Uhr, Mittagspause von 12 bis 13 Uhr, am Wochenende frei. Morgen ist zwar Sonntag, da bräuchten wir dem Plan zufolge also eigentlich keinen Schritt zu tun, aber wir machen dann halt zumindest ein oder zwei Überstunden 😁

6 Gedanken zu “Caminho Português Tag 7 – Der längste Tag

  1. Mann, ich bekomme ja schon einen Hitzschlag nur vom Mitlesen… ich hoffe ja, dass Ihr es am nächsten Tag etwas geruhsamer angeht. Auf der anderen Seite ist es doch toll, wenn man solch eine Etappe dann geschafft hat.

    1. Ja, der Tag war echt hart – aber wir waren es ja selbst Schuld mit unserer Trödelei am Vormittag. Wenn die Zeitvorgabe der Herberge nicht gewesen wäre, wäre das alles viel entspannter gewesen.

      So einen Gewaltmarsch brauche ich kein zweites Mal und es wird im Weiteren auch kein zweites Mal geben, da kann ich Dich beruhigen. Wahrscheinlich wäre es selbst hier unnötig gewesen, denn in der Herberge waren am Ende noch mehr als genug Betten frei. Ich kann mir kaum vorstellen, dass wir dann selbst nach 17 Uhr abgewiesen worden wären. Aber das kann ja niemand ahnen…

      Auf der anderen Seite war das Trödeln schon schön, so konnten wir uns in Ruhe voneinander verabschieden. Auch die Strecke hat optisch einiges hergemacht. aber ja, ich war froh, als es heute vorbei war.

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